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Inspiriert durch ermordeten Lehrer: Dänische Partei will mit Mohammed-Karikaturen werben

Inspiriert durch ermordeten Lehrer: Dänische Partei will mit Mohammed-Karikaturen werben
Eine dänische rechtskonservative Partei kündigte am Freitag eine Kampagne zur Veröffentlichung von Karikaturen Charlie Hebdos an, die den Propheten Mohammed darstellen sollen. Die lokalen Medien aber sind zögerlich und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter.

Dem französischen Lehrer Samuel Paty wurde eine Unterrichtsstunde zum Verhängnis, in der er Schülern die sogenannten "Mohammed-Karikaturen" des Satiremagazins Charlie Hebdo zeigte. Nach Drohungen wurde er von einem 18 Jahre alten Mann tschetschenischer Herkunft geköpft. Der französische Präsident Emmanuel Macron drohte den Feinden der Aufklärung. Es folgten mehrere Festnahmen. Bei einem Messerangriff in einer Kirche in Nizza wurden drei Menschen getötet. 

Die Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich wurden erhöht. Gotteshäuser werden nun besonders geschützt. 

Im Jahr 2005 druckte die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten zwölf Karikaturen. Die meisten sollten den Propheten Mohammed darstellen. Daraufhin entbrannten weltweit Proteste. Der damalige dänische Premierminister Anders Fogh Rasmussen sprach von "der schwersten dänischen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg". Bei einem Attentat auf das Büro von Charlie Hebdo wurden 2015 insgesamt zwölf Menschen getötet. 

Vor französischen Botschaften kam es weltweit – wie hier in London – zu Protesten gegen Macrons

Dennoch schreckt die dänische Partei Nye Borgerlige (Neue Bürgerliche) nicht davor zurück, die Karikaturen für ihre Politik zu nutzen zu versuchen. 

Pernille Vermund, Vorsitzende von Nye Borgerlige, sagte der Nachrichtenagentur AFP

Die Ermordung von Samuel Paty war der Auslöser der Kampagne, wir wollen unsere Unterstützung für seine Familie und für die Redefreiheit zeigen. 

Sie sieht es als Politikerin als ihre Pflicht, die "Entwicklung der Gesellschaft in Richtung mehr und nicht in Richtung weniger Redefreiheit". 

Jacob Nybroe, Chefredakteur von Jyllands-Posten, will die Anzeigen nicht drucken. Zwar sympathisiere er mit der Partei, in der Vergangenheit aber waren wegen der gedruckten Karikaturen bereits vier geplante Attentate gegen die Zeitung vereitelt worden: 

Sicherheit ist für uns leider keine theoretische, moralische oder politische Erwägung. 

Zur Finanzierung der Anzeigen in dänischen Zeitung sammelt die Partei auf ihrer Webseite. Die Aktion führte zu gemischten Reaktionen. So sagte der Chefredakteur der Boulevardzeitung Ekstra Bladet Poul Madsen, seine Zeitung werde erst über die Anzeigen entscheiden, wenn sie sie sehe, nicht vorher. Auf Twitter schrieb Madsen, dass er natürlich den "muslimischen Terrorismus" verurteile, aber sich auch im Hinblick auf die Sicherheit seiner Mitarbeiter handeln müsse.

Nye Borgerlige vertritt eine Politik gegen Zuwanderung. Sie hat vier von insgesamt 179 Sitzen im dänischen Parlament inne.

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