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Nach Anschlag in Nizza: Höchste Terrorwarnstufe in ganz Frankreich ausgerufen

Nach Anschlag in Nizza: Höchste Terrorwarnstufe in ganz Frankreich ausgerufen
In Frankreich wurde nach dem Anschlag in Nizza die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
Nach dem Terrorangriff in Nizza wurde in ganz Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. In Lyon wurde ein weiterer mutmaßlicher Anschlag verhindert: Ein mit einem 30 Zentimeter langen Messer bewaffneter Mann afghanischer Herkunft wurde festgenommen.

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff in Nizza hat Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen, wie Regierungschef Jean Castex mitteilte. Der "Plan Vigipirate" – die höchste französische Terrorwarnstufe – gelte landesweit. Castex verurteilte die "feige und barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt". Auch die Diözese Nizza erklärte den Opfern, deren Angehörigen, den Strafverfolgungsbehörden, den Priestern und den Gläubigen ihr Beileid. Sämtliche Kirchen in Nizza seien bis auf Weiteres geschlossen und stehen unter Polizeischutz.

Französische Polizisten am Eingang der Basilika Notre-Dame in Nizza, 29. Oktober 2020.

In Lyon wurde unterdessen ein weiterer mutmaßlicher Anschlag verhindert. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann wurde am Donnerstagmorgen im Zentrum von Lyon verhaftet. Informationen der Zeitschrift Le Progrès zufolge wurde er an einer Straßenbahnhaltestelle gesichtet, als er ein Messer mit einer dreißig Zentimeter langen Klinge schwang. Nach Polizeiangaben wollte er auf Passanten einstechen, als er in eine Straßenbahn stieg. Der im Jahr 1994 geborene Mann afghanischer Herkunft soll bereits zuvor psychisch auffällig und den Geheimdiensten wegen "radikalen Islamismus" bekannt gewesen sein. Der Polizei zufolge erklärte er, dass ihn "Stimmen zu der Tat aufriefen".

Er wurde in Gewahrsam genommen, die Ermittlungen sind im Gange. Noch ist nicht bekannt, ob die Verhaftung in Zusammenhang mit dem Terroranschlag steht, der am Donnerstagmorgen in Nizza verübt wurde. Der Bürgermeister des 2. Bezirks von Lyon, Pierre Oliver, dankte der Polizei, die möglicherweise eine neue Tragödie verhindert hat. Später wurde bekannt, dass es um 11 Uhr morgens einen weiteren Polizeieinsatz in Lyon gab, bei dem ein offensichtlich psychisch labiler Mann gewalttätige Absichten kundtat. Der Tatverdächtige konnte jedoch schnell überwältigt werden.

Viele ausländische Politiker und Regierungschefs drückten unterdessen ihre Solidarität mit Frankreich aus. Russlands Präsident Waldimir Putin sprach dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sein tiefstes Beileid aus und bestätigte, mit Frankreich bei der Terrorbekämpfung aufs Engste zu kooperieren:

Russland teilt die Empörung und die Trauer des französischen Volkes. Besonders empörend ist das zynische und grausame Verbrechen, das in der Kirche begangen wurde. Wir haben uns ein weiteres Mal davon überzeugt, dass die Begriffe der menschlichen Moral den Terroristen absolut fremd sind. Es ist offensichtlich, dass der Kampf gegen den internationalen Terror eine reale Bündelung der Kräfte der ganzen internationalen Gemeinschaften erfordert", schrieb Putin in einem Telegramm.

Auch Boris Johnson, der Premierminister des Vereinigten Königreichs, zeigte sich solidarisch mit Frankreich und sprach den Angehörigen sein Beileid aus:

Ich bin entsetzt über die Nachricht aus Nizza von einem barbarischen Angriff auf die Basilika Notre-Dame heute Morgen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien, und das Vereinigte Königreich steht fest mit Frankreich gegen Terror und Intoleranz.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte die Messerattacke ebenfalls:

Ich bin zutiefst schockiert über die barbarischen Angriffe in Nizza. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir stehen zu den Franzosen und zu Frankreich. Gemeinsam, in Europa und in der Welt, werden wir Hass und Terror bekämpfen.

Auch das türkische Außenministerium verurteilte die Messerattacke. Es gebe nichts, dass Gewalt und das Töten von Menschen rechtfertige. Menschen, die derartig brutale Angriffe an einem solch heiligen Ort verübten, hätten keine religiösen, humanitären oder moralischen Werte. Man stehe solidarisch mit den Menschen in Frankreich gegen Terror und Gewalt, hieß es.

Eine vollkommen andere Meinung vertrat hingegen der ehemalige Ministerpräsident von Malaysia und Träger des König-Faisal-Preises für Verdienste um den Islam Mahathir bin Mohamad. Ihm zufolge sind die Muslime "zu Recht wütend über die Karikaturen". In einem Tweet erklärte er:

Muslime haben das Recht, wütend zu sein und Millionen von Franzosen für die Massaker der Vergangenheit zu töten.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas erklärte, dass Deutschland Fest an der Seite seiner französischen Freundinnen und Freunde stehe:

Der Grausame Mord in Nizza ist Terror. Wir stehen fest an der Seite unserer französischen Freundinnen und Freunde und denken in diesen schweren Stunden an die Opfer und ihre Angehörigen. Radikaler Islamismus tötet und darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

Der FDP-Abgeordnete Konstantin Kuhle hatte eine Spontanversammlung angemeldet: Um 18 Uhr soll es an der französischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin eine Schweigeminute geben.

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