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Mare Plasticum: Mehr als 200.000 Tonnen Plastik gelangen jährlich ins Mittelmeer

Mare Plasticum: Mehr als 200.000 Tonnen Plastik gelangen jährlich ins Mittelmeer
Kann man auf diesem Bild noch einen Vogel finden? (Symbolbild)
Laut einem Bericht der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur gelangen jährlich mehr als 200.000 Tonnen Plastik ins Mittelmeer – rund 500 Frachtcontainer pro Tag. Sollten keine umfangreichen Maßnahmen getroffen werden, könnte sich dieser Wert bis 2040 verdoppeln.

Rund 229.000 Tonnen Plastik sollen jährlich laut einem Bericht der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) aufgrund nicht ordnungsgemäßer Entsorgung von Abfall ins Mittelmeer gelangen. Die Auswertung der Daten stellte ebenfalls die Schätzung auf, dass sich bislang mehr als eine Million Tonnen an Plastik im Mittelmeerraum angesammelt hätten. Die IUCN kommt zu dem Schluss, dass ohne die Implementierung wesentlicher Maßnahmen zur Bekämpfung von Plastikmüll sich diese Werte bis 2040 mehr als verdoppeln könnten. 

Der Bericht zeigt auf, welche Länder im Mittelmeerraum am meisten zu der Verschmutzung beitragen. Mit rund 74.000 Tonnen pro Jahr ist Ägypten der Spitzenreiter, gefolgt von Italien mit 34.000 und der Türkei mit 24.000 Tonnen. Pro Kopf hingegen ist Montenegro mit jährlich rund acht Kilogramm an Plastikmüll pro Person führend unter den Mittelmeerstaaten. Albanien, Bosnien und Herzegowina sowie Nordmazedonien stehen in der Reihenfolge zwar unmittelbar hinter Montenegro, liegen jedoch mit jährlich drei Kilogramm pro Person deutlich hinter dem kleinen Adriastaat.

Minna Epps, Direktorin des Globalen Meeres- und Polarprogramms der IUCN, nahm die Veröffentlichung des neuen Berichts zum Anlass, die Risiken und Folgen einer fortwährenden Verschmutzung des Mittelmeers durch Makroplastik darzulegen.

Plastikverschmutzung kann die terrestrischen und marinen Ökosysteme und die biologische Vielfalt langfristig schädigen. Meerestiere können sich verheddern oder Plastikmüll verschlucken und letztendlich an Erschöpfung und Hunger sterben. Darüber hinaus setzen Kunststoffabfälle chemische Substanzen wie Weichmacher oder Flammschutzmittel in die Umwelt frei, die sowohl für die Ökosysteme als auch für die menschliche Gesundheit schädlich sein können, insbesondere in einem halbgeschlossenen Meer wie dem Mittelmeer. Wie aus diesem Bericht hervorgeht, reichen aktuelle und geplante Maßnahmen nicht aus, um das Entweichen von Kunststoffen zu verringern und deren Auswirkungen zu verhindern.

Kenianische Arbeiter sortieren Plastikmüll für die Weiterverarbeitung in der Recyclingfabrik Mr. Green in Nairobi

Mehrere Studien haben bereits in den vergangenen Jahren aufgezeigt, dass Mikroplastik und chemische Abfallstoffe durch den Verzehr von Fisch aus dem Mittelmeer unmittelbar in den menschlichen Organismus gelangen. Laut einem UN-Bericht von 2017 sollen sich mehr als 51 Millionen Mikroplastikpartikel in unseren Meeren befinden. Die Erforschung von Mikroplastik und deren Auswirkungen auf den Menschen stecken jedoch nach wie vor in den Kinderschuhen. 

Der Bericht stellt fest, dass ohne entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung von Plastikströmen ins Mittelmeer sich der Wert bis 2040 auf 500.000 Tonnen erhöhen könnte. Maßnahmen zur Reduzierung der Abfallströme werden ebenfalls in dem Bericht dargelegt, so wie zum Beispiel die Abfallsammlung und diverse Verbote von nicht abbaubarem Alltagsplastik. Allein das Verbot von Plastiktüten könnte den jährlichen Fluss an Plastik ins Mittelmeer um 50.000 Tonnen reduzieren. 

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