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Das Rätsel um Marija Pewtschich: Wer ist die angebliche Mitarbeiterin Nawalnys? (Video)

Das Rätsel um Marija Pewtschich: Wer ist die angebliche Mitarbeiterin Nawalnys? (Video)
Marija Pewtschich mag keine Publicity. Obwohl sie laut Alexei Nawalny lange für seinen Fonds arbeitet, tauchte ihr Name erst nach seiner angeblichen Vergiftung auf. Die RT-Korrespondentin Saskia Taylor fragt sich, welche Rolle die mysteriöse Dame im Fall Nawalny spielt.

In einem über zwei Stunden langen Interview mit dem russischen Journalisten Juri Dud erklärte Alexei Nawalny neulich, dass Marija Pewtschich die Leiterin der Ermittlungsabteilung in seinem Fonds zur Korruptionsbekämpfung sei. Viele Journalisten kennen sie, so Nawalny. Doch ihr Name stehe weder auf der Mitarbeiterliste, noch werde sie in den Projekten der Stiftung genannt, an denen sie angeblich mitgewirkt hat, behauptet die RT-Korrespondentin Saskia Taylor. Selbst der ehemalige Vize-Leiter von Nawalnys Wahlstab in Moskau habe sich kaum an sie erinnern können. In einer RT-Sendung sagte Witali Serukanow, er habe sie einmal bei einer internen Veranstaltung im Jahr 2016 gesehen. Nawalny soll Pewtschich auf besondere Art behandelt haben: 

Er behandelte sie mit besonderer Ehrfurcht, respektvoll, sprach mit ihr auf Augenhöhe. Es ist normalerweise nicht seine Art, mit jemandem auf Augenhöhe zu kommunizieren. Bei ihm dominiert der Machismus. Seine Art ist normalerweise die folgende: 'Ich bin von meinem Thron herabgestiegen, lacht über meine Witze.' Doch mit ihr war es anders. Sie kommunizierten auf Augenhöhe, was ihren mysteriösen, fremdartigen Status unterstreicht.

Der Kremlkritiker flog am 20. August von Tomsk nach Moskau und brach kurz nach dem Start zusammen. Als der Pilot in Omsk notlanden wollte, wurde ihm mitgeteilt, dass am Flughafen Omsk die Gefahr einer Bombendrohung bestehe. Später erwies sich die Bombendrohung als falsch. Nach Angaben des russischen Innenministeriums war die anonyme Meldung über die angebliche Bombendrohung mittels eines Servers abgeschickt worden, der sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befand.

Als das Flugzeug schließlich in Omsk notlanden durfte, wurde Nawalny ins Krankenhaus eingeliefert. Währenddessen kehrte Pewtschich in jenes Hotelzimmer in Tomsk zurück, in dem der Oppositionelle untergebracht war, um dort nach möglichen Beweisen zu suchen. Auf einem Video ist zu sehen, wie Nawalnys Mitarbeiter in dem Zimmer sämtliche mögliche Beweismittel mit Handschuhen aufgriffen und in Plastiktüten verstauten. Darunter waren auch mehrere Mineralwasserflaschen. Mit den gefundenen Beweisstücken reiste Pewtschich nach Omsk und zwei Tage später gemeinsam mit Nawalny und seiner Frau Julija nach Berlin. 

In einem Interview mit der BBC sagte Pewtschich, die derzeit in London wohnt, man habe keine besondere Hoffnung gehabt, etwas Derartiges zu finden: 

Die Flaschen wurden strategisch an verschiedenen Orten versteckt. Wir dachten, diese Flaschen seien wertlos. Es gab jedoch eine klitzekleine Chance, dass sie von Belang sein könnten. Wenn wir sie nicht aus Tomsk mitgenommen hätten, hätte man sie weggeworfen. Es besteht kein Zweifel, dass diese Flaschen jetzt weg wären.

Auf den Flaschen, die sie aus Russland über mehrere Flughäfen nach Berlin geschmuggelt hatte, bestätigten die Bundeswehrlabors den Nachweis von Nowitschok, was zu einem diplomatischen Skandal führte. Doch das russische Innenministerium machte den Ermittlern einen Strich durch die Rechnung: Die Behörde erklärte vergangene Woche, dass Pewtschich bei der Sicherheitskontrolle vor dem Flug am Flughafen Tolmatschjowo in Nowosibirsk keine Wasserflaschen mit einem Volumen von mehr als 100 Milliliter im Koffer und im Rucksack dabei hatte. Sie soll erst nach der Sicherheitskontrolle in einem Automaten eine 500-Milliliter-Flasche Mineralwasser gekauft haben, die sie auf ihrem Flug nach Omsk mitnahm.

Mittlerweile gaben die Außenminister Frankreichs und Deutschlands eine gemeinsame Erklärung ab, wonach es keine andere plausible Erklärung für die Vergiftung Nawalnys gebe als eine russische Beteiligung und Verantwortung. Die EU wolle nun mit Sanktionen reagieren. Aus einer Detektivgeschichte sei nun ein Politthriller entstanden, in dem das Rätsel noch lange nicht gelöst ist, resümiert Taylor.

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