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Staatliche Almosen für die Queen – Britische Steuerzahler "not amused"

Staatliche Almosen für die Queen – Britische Steuerzahler "not amused"
Das britische Königshaus erachtet staatliche Extrazuschüsse als angemessen. Archivbild: Königin Elisabeth II. zusammen mit Prinz Charles, nachdem sie am 14. Oktober 2019 eine Rede bei der Eröffnung des Parlaments in London gehalten hatte
Im Budget des britischen Königshauses für 2019 finden sich stattliche Posten, darunter ein Charterflug von Prinz Andrew für mehr als 15.000 Pfund. Bereits vor der Corona-Krise lebten Millionen Briten in Armut, und nicht alle begrüßen die Hilfen für die Royals.

God save the Queen – auch Royals benötigen ein angemessenes Auskommen. Angesichts der wirtschaftlichen Krise Großbritanniens, die durch die COVID-19-Pandemie noch verschärft wurde, bestätigte die britische Regierung am Donnerstag, dass sie die Einkünfte von Queen Elisabeth II. nach einem Einbruch der Einnahmen aus dem Kronbesitz aufstocken wird. Viele Steuerzahler und auch Staatsdiener in dem Land, in dem sogar die Lebenserwartung der Menschen aufgrund der Sparpolitik der vergangenen Jahre zurückgegangen ist, reagierten mit wenig Verständnis, wie The Independent berichtet.

Das britische Finanzministerium hatte am Donnerstag erklärt, dass es den Sovereign Grant aufstocken wird – die jährliche Zahlung, mit der ein Teil der königlichen Ausgaben wie die Instandhaltung der verschiedenen königlichen Residenzen sowie Kosten für Personal, Reisen und Staatsbesuche gedeckt wird, weil das Vermögensportfolio der königlichen Familie an Wert verloren habe. Das Königshaus erhält 25 Prozent der Gewinne aus dem riesigen Portfolio, zu dem etliche ländliche und urbane Grundstücke gehören, darunter Londons Regent Street, das Windsor Estate und Einkaufszentren im ganzen Land. Der Wert des Portfolios und Einnahmen aus Besuchen in königlichen Besitzen, seien seit dem Ausbruch des Coronavirus um Millionen Pfund gesunken.

Der Sovereign Grant belief sich in dem im März 2020 endenden Finanzjahr auf 82,4 Millionen britische Pfund (etwa 90,1 Millionen Euro), einem eher geringen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, während der Grant zwischen 2016 und 2018 um knapp 78 Prozent anstieg. Für 2020/21 beträgt der Sovereign Grant 85,9 Millionen Pfund, etwa 94 Millionen Euro.

Bei vielen Menschen scheint sich gegen die Extra-Unterstützung für die Royals Widerstand zu regen, einige zeigten sich verärgert. Auf Twitter schrieb ein Nutzer, dass die britische Regierung Freiberufler und Selbständige komplett im Stich gelassen habe und Zehntausende um den Lebensunterhalt ihrer Familien und die Mieten kämpfen, während die reichste Frau des Landes Almosen bekommen solle.

Bereits lange vor der Corona-Krise war das Auskommen für viele Briten schwer. Laut einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie der Social Metrics Commission, einer unabhängigen Organisation, die sich mit Armut im Land befasst, lebten mehr als 14 Millionen Briten in Armut.

Eine Umfrage unter mehr als 3.300 Lesern des Express ergab, dass 77 Pronzent dagegen stimmen würden, wenn sie denn gefragt würden.

Lord Andrew Adonis, der eine Stimme hat, betonte, dass die Einnahmen in diesem Jahr sinken, sei kein Grund für eine staatliche Rettungsaktion.

Das königliche Einkommen aus dem Staat stieg in den letzten neun Jahren um 64 Prozent, seit Cameron & Osborne den neuen Sovereign Grant eingeführt hatte, der der Monarchie einen Anteil an den Gewinnen aus dem zentralen Londoner Grundbesitz der HMG einräumt. 

Das britische Königshaus verteidigte am Freitag umstrittene Kostenpunkte wie vom Steuerzahler finanzierte Reisen, darunter beispielsweise 15.848 Pfund (gut 17.600 Euro) für einen Charterflug, den der mittlerweile durch seine Verwicklungen in den Fall Jeffrey Epstein in Ungnade gefallene Prinz Andrew im Juli 2019 zu einem Golfclub in Nordirland unternahm.

Prinz Andrew im Gespräch mit BBC-Moderatorin Emily Maitlis.

Ein zweitägiger Besuch des Prinzen von Wales im Oman per Charterflug kostete 210.345 Pfund, während der Charterflug von Prinzessin Anne nach Rom, um Schottland als Schirmherrin beim Rugby zuzuschauen, bei 16.440 Pfund lag.

Immerhin bezahlten Prinz Harry und seine Frau Meghan Miete für ihre britische Residenz in Windsor Castle. Zuvor hatte der Sprecher von Prinz Harry mitgeteilt, dass der Enkel der Königin 2,4 Millionen Pfund an Steuergeldern zurückgezahlt habe, die für die Renovierung von Frogmore Cottage, seinem Haus auf dem Gelände von Windsor Castle, verwendet worden waren. Anfang des Jahres hatten sich der Prinz und seine Gattin aus dem königlichen Dienst zurückgezogen, um "finanzielle Unabhängigkeit" zu erlangen, was ihnen unter anderem durch Zusammenarbeit mit dem Fernsehgiganten Netflix gelungen sein soll.

Michael Stevens, Schatzmeister der Queen, hatte darauf verwiesen, dass wichtige Budgets für Instandhaltung und Reparaturen unter anderem des Buckingham-Palasts, der Hauptresidenz der Königin in London, einen Fehlbetrag von 20 Millionen Pfund aufweisen. Das Königshaus hatte bereits ein Einfrieren der Löhne und Gehälter veranlasst und bemühe sich aktiv um die Kürzung nicht wesentlicher Ausgaben. Ebenfalls mit Begründung der Corona-Krise erwog das Königshaus bereits Einsparungen bei den Personalkosten samt Nullrunde bei Löhnen zahlreicher Angestellter und Reduzierung der Rentenansprüche.

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