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Nach Großbrand im Flüchtlingslager Moria: Merkel und Macron für Aufnahme von 400 Minderjährigen

Nach Großbrand im Flüchtlingslager Moria: Merkel und Macron für Aufnahme von 400 Minderjährigen
Ein Paar sitzt mit einer Decke zugedeckt, als Flüchtlinge und Migranten nach einem Brand im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos an einer Straße lagern. 10. September 2020.
Ein Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria machte auf einen Schlag über 12.000 Migranten obdachlos. Laut Medien müssen Tausende aus dem nur auf 2.800 Bewohner ausgelegten Lager am Straßenrand schlafen. Deutschland und Frankreich wollen 400 Minderjährige aufnehmen.

Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager von Moria hat Griechenland die ersten Lagerinsassen auf das Festland gebracht. Rund 400 Minderjährige, die ohne Begleitung ihrer Eltern unterwegs sind, wurden am Mittwochabend und am Donnerstag von der Insel Lesbos in die Hafenstadt Thessaloniki geflogen.

Flüchtlinge und Migranten, die ihre Habseligkeiten bei sich tragen, sind als Silhouette zu erkennen, als sie vor einem Feuer fliehen, das im Lager Moria auf der Insel Lesbos (Griechenland) brennt. 9. September 2020.

Der stellvertretende Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos schloss allerdings aus, dass auch erwachsene Migranten die Insel verlassen dürfen. Im Nachrichtensender Skai sagte er:

Wer denkt, er könne zum Festland und dann nach Deutschland reisen, der soll es vergessen.

Am Donnerstag veröffentlichte das Ministerium eine schriftliche Erklärung mit den Worten: "Erpressungstaktiken werden nicht akzeptiert." Die Polizei stoppte mehrere jugendliche Migranten, die versuchten, in die Hauptstadt der Insel zu kommen.

Am Morgen lief die Fähre "Blue Star Chios" im kleinen Hafen Sigri im Westen der Insel ein. Das Schiff soll etwa 1.000 Migranten aufnehmen. Andere Migranten sollen in den nächsten Tagen auf zwei Schiffen der griechischen Kriegsmarine eine vorübergehende Bleibe finden.

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Wie nun die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wollen Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron in einer gemeinsamen Aktion mit anderen EU-Ländern 400 unbegleitete Minderjährige übernehmen. Die Zahl sollte nach dpa-Informationen für alle teilnehmenden Länder gelten. Wie viele der Flüchtlinge davon Deutschland übernehmen würde, stehe noch nicht fest, hieß es weiter. Es sollen derzeit mit weiteren Ländern Verhandlungen laufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Griechenland selbst bitte demnach nicht ausdrücklich um die Übernahme weiterer Personen, hieß es weiter. In Athen werde befürchtet, dass ansonsten Sabotage auch in anderen Flüchtlingslagern angereizt werden könne. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Brände in Moria gelegt.

Laschet im Juli 2020 in Berlin

Wie Giorgos Koumoutsakos ferner mitteilte, müsse sich die griechische Regierung jetzt nicht nur um die Folgen des Brandes kümmern, sondern auch um die Angst der Menschen auf Lesbos vor einer Ausbreitung des Coronavirus. Kurz vor dem Großbrand wurde bekannt, dass in dem überfüllten Camp 35 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Man sei auf der Suche nach einem geeigneten Ort, wo Zelte aufgeschlagen werden könnten. Koumoutsakos ergänzte: 

Niemand in Europa hat sich bislang mit einem solchen Zustand auseinandergesetzt.

Nach Angaben des  Bundesministers für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, will die Bundesregierung nach dem Brand im griechischen Flüchtlingslager Soforthilfe vor Ort leisten:

Was jetzt zu tun ist, ist erstens Soforthilfe zu leisten, das haben wir in der Bundesregierung auch besprochen, zum Beispiel mit den Möglichkeiten des Technischen Hilfswerks.

Mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des Feuers gab es immer noch keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen obdachlos wurden. Zuletzt hielten sich in Moria und unmittelbarer Umgebung etwa 12.500 Migranten auf. Tausende mussten die Nacht unter freiem Himmel auf den Straßen rund um das Camp verbringen. Mehrere neue kleine Brände konnte die Feuerwehr löschen. Die Feuer hätten übrig gebliebene Zelte und andere provisorische Unterkünfte zerstört, berichtete das Staatsfernsehen. 

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(dpa/rt)

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