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Griechenland: Flüchtlingslager Moria in Flammen

Griechenland: Flüchtlingslager Moria in Flammen
Flüchtlinge und Migranten, die ihre Habseligkeiten bei sich tragen, sind als Silhouette zu erkennen, als sie vor einem Feuer fliehen, das im Lager Moria auf der Insel Lesbos (Griechenland) brennt. 9. September 2020.
Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos steht vollständig in Flammen. Das Lager wurde nach positiven Corona-Tests unter Quarantäne gestellt. Diese Maßnahme führte zu massiven Unruhen unter den Migranten.

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in der nördlichen Ägäis steht seit der Nacht zum Mittwoch vollständig in Flammen. Am späten Dienstagabend wurden mehrere Brände gelegt, von wem ist bislang noch unklar. Angefacht von starken Winden wütete das Feuer am Mittwochmorgen weiter.

Laschet im Juli 2020 in Berlin

Laut griechischen Medienberichten begannen die Behörden in der Nacht mit der Evakuierung des Lagers. Zuvor hatten Wohncontainer Feuer gefangen. Über mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben.

Den Bränden vorausgegangen waren massive Unruhen unter den Migranten. Das Lager war in der vergangenen Woche nach einem positiven Corona-Test unter Quarantäne gestellt worden. Am Dienstag war bereits von 35 positiv Getesteten die Rede.

Laut der halbstaatlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA versuchten einige Migranten aus Angst vor einer möglichen Ansteckung, das Lager zu verlassen. Dagegen weigerten sich positiv Getestete und ihre Kontaktpersonen, außerhalb des Lagers in Isolation gehalten zu werden.

Wie bei früheren Gelegenheiten bewarfen Lagerbewohner die nach Ausbruch des Feuers anrückende Feuerwehr mit Steinen und versuchten, die Löscharbeiten zu verhindern. Die Polizei setzte Sondereinheiten ein. Videos in den sozialen Netzwerken zeigten herumirrende, verängstigte Menschen, aber auch Gesänge wie "Bye bye, Moria!"

Zuletzt lebten in dem völlig überfüllten Lager mehr als 12.000 Migranten unter sehr schwierigen Bedingungen. Eigentlich verfügte Moria nur über 2.800 Plätze. Nach griechischen Medienberichten flohen viele von ihnen in die umliegenden Wälder und auf Hügel, während sich andere auf den Weg in die Inselhauptstadt Mytilini begaben. Stellenweise sollen sich ihnen Inselbewohner in den Weg gestellt haben, um sie aufzuhalten.

Mytilinis Bürgermeister Stratos Kytelis sagte dem griechischen Staatssender ERT, es habe in Moria immer Spannungen gegeben. Die Situation sei nun wegen des Corona-Themas geradezu explodiert. Tausende seien obdachlos, man wisse nicht, wo man die Menschen unterbringen soll. Für die Einheimischen sei die Situation auch eine enorme Belastung.

Erst am Montag hatten mehrere deutsche Flüchtlingsinitiativen Tausende leere Stühle vor dem Reichstagsgebäude in Berlin aufgestellt, um so die Aufnahme von mehr Migranten aus den Lagern in Griechenland zu demonstrieren. Laut den Initiatoren stünden die Stühle symbolisch für "den Platz und die Aufnahmebereitschaft der Städte, Länder und Zivilgesellschaft" in Deutschland.

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