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Kutsche soll ins Museum – wegen Rassismusverdachts

Kutsche soll ins Museum – wegen Rassismusverdachts
Archivbild: Das heutige niederländische Königspaar in der Goldenen Kutsche am Tag seiner Hochzeit im Jahr 2002
Die Goldene Kutsche – Symbol der niederländischen Monarchie – zeigt nach Auffassung von Aktivisten ein rassistisches Motiv. Sie soll jetzt erst mal ins Museum. Ob jemals wieder das niederländische Königspaar darin fahren wird, ist derzeit noch ungewiss.

Findige Menschen wollen herausgefunden haben, dass die Goldene Kutsche des niederländischen Monarchen rassistisch sei. Genauer gesagt, eines der sie schmückenden gemalten Bildmotive. Darauf ist eine weiße Frau – die "niederländische Jungfrau" – auf einem Thron abgebildet. Zu ihren Füßen knien schwarze Menschen und bieten Geschenke an. Die Malerei trägt den Titel "Huldigung der Kolonien".

Die Kutsche ist ein wichtiges Symbol der Monarchie. Die Bürger Amsterdams hatten sie samt Motiv 1898 "ihrer" Königin Wilhelmina zu Ehren der Thronbesteigung  geschenkt. Genutzt wird sie – abgesehen von Sonderereignissen wie königlichen Hochzeiten – jedoch nur einmal im Jahr, am Prinsjesdag. Die Kutsche wird dann aus dem Museum geholt und die wenigen Hundert Meter vom Palast Noordeinde zum Ridderzaal gezogen. Dort hält der Monarch im Rahmen der Parlamentseröffnung seine alljährliche Thronrede.

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Erstmalig gab es bereits vor mehreren Jahren Kritik an der Kutsche. Wie die Welt zu berichten weiß, forderten damals Abgeordnete von "Sozialisten und Grün-Links" ihre Abschaffung. Ministerpräsident Mark Rutte nannte die Diskussion seinerzeit "bizarr". Es passierte zunächst nichts, die Kutsche fuhr weiter. Seit 2016 wird sie ohnehin generalüberholt. Jetzt ist die Diskussion jedoch neu entflammt. Der Anlass: Die Restaurationsarbeiten nähern sich dem Abschluss.

Nach Auffassung von Kritikern ist die Malerei rassistisch und verherrlicht die koloniale Vergangenheit des Landes. König Wilhelm-Alexander hatte in diesem Zusammenhang nach dpa-Informationen aber noch im Sommer verlautbaren lassen, dass das "Sklaven-Bild" bei der Restaurierung nicht entfernt werde. "Es ist Teil des niederländischen Kulturerbes", so der König.

Doch das weitere Schicksal der Kutsche ist derzeit nicht abschließend geklärt. Nach der Restaurierung soll sie zunächst ins Amsterdamer Museum zur Stadtgeschichte. Dort plane man eine "umfangreiche und diverse Ausstellung zur Geschichte der Kutsche". Dabei würden auch Kolonialismus und Rassismus thematisiert, so das Museum. Den Kritikern geht dies freilich nicht weit genug. Sie fordern, die Kutsche dauerhaft im Museum zu belassen. Seit Beginn der Restaurierungsarbeiten fuhr das Königspaar in der sogenannten Gläsernen Kutsche.

(dpa/welt/rt)

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