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Künstliches Koma beendet: Charité meldet Verbesserung des Zustands von Alexei Nawalny

Künstliches Koma beendet: Charité meldet Verbesserung des Zustands von Alexei Nawalny
Der russische Oppositionsaktivist Nawalny. (Archivbild)
Der russische Oppositionelle Alexei Nawalny ist auf dem Weg der Besserung. Das teilte der Pressedienst der Universitätsklinik Charité am Montag mit. Laut der Bundesregierung wurde Nawalny mit einem chemischen Kampfstoff vergiftet.

Der Gesundheitszustand von Alexei Nawalny, der seit dem 22. August 2020 in der Charité – Universitätsmedizin Berlin behandelt wird, hat sich verbessert. Das teilte die Klinik in ihrem fünften Statement zum Zustand des Patienten mit. 

Der deutsche Außenminister Heiko Maas und die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer geben am 2. September in Berlin gemeinsam Erklärungen zum Zustand des russischen Bloggers und Oppositionellen Alexei Nawalny ab.

Das durch Medikamente aufrechterhaltene künstliche Koma des Patienten konnte beendet werden. Der Patient wird schrittweise von der maschinellen Beatmung entwöhnt. Er reagiert auf Ansprache. Langzeitfolgen der schweren Vergiftung sind weiterhin nicht auszuschließen.

Nawalny brach am 20. August während eines russischen Inlandfluges zusammen. Nach dem Besuch mehrerer sibirischer Städte war er auf dem Rückweg nach Moskau. Nach einer Notlandung in Omsk wurde der Patient in die Erste Omsker Notfallklinik eingeliefert. Die Ärzte der Omsker Klinik versetzten Nawalny in ein künstliches Koma und schlossen ihn an das Beatmungsgerät an. Ihm wurde Atropin verabreicht. Die Omsker Ärzte vermuten eine schwere Stoffwechselstörung als Ursache für den Zusammenbruch, endgültige Diagnose steht jedoch wegen eines Mangels an medizinischer Beobachtung noch aus. 

Ein Ärzte-Team aus Moskau schloss sich gleich am ersten Tag der Behandlung an, eine Vergiftung wurde nach einer Reihe von Laboruntersuchungen ausgeschlossen. Nawalnys Mitstreiter warfen dem russischen Staat jedoch den Versuch der Vergiftung und den russischen Ärzten dessen Vertuschung vor. Endgültig zum Politikum wurde die Erkrankung, als Nawalny zur weiteren Behandlung in die Charité in Berlin eingeliefert wurde. Die Überstellung erfolgte auf Bitten der Familie und mit ausdrücklicher Zustimmung der russischen Behörden. 

Die Zusammenarbeit zwischen den russischen und deutschen Ärzten sowie die Behördenkooperation findet jedoch nicht wie erhofft statt. Am 2. September teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer außerordentlichen Sitzung des Sicherheitskabinetts im Kanzleramt mit, dass Nawalny mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Dieser Befund basiere auf der Auswertung des toxikologischen Speziallabors der Bundeswehr. 

Anschließend forderte die Bundesregierung die russische Regierung auf, das mutmaßliche Verbrechen umgehend aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Sie drohte, den Fall auf internationale Agenda zu setzen, sollte Russland dieser Aufforderung nicht nachkommen. Viele deutsche Politiker beschuldigen den russischen Präsidenten persönlich des Mordversuches und fordern den Baustopp des milliardenschweren Pipelineprojekts Nord Stream 2.

Russland bestreitet die Vorwürfe als "absurd" und wirft Berlin eine Behinderung der Untersuchung vor. Russische Vertreter, wie zuletzt die Sprecherin des Außenministeriums Marija Sacharowa, weisen auf das Rechtshilfegesuch der russischen Generalstaatsanwaltschaft vom 27. August hin, das bislang unbeantwortet blieb. Im Anhang zum Schreiben erstellten die russischen Ärzte und polizeiliche Ermittler einen Fragenkatalog an die deutsche Seite und um die Nachweise zum Untersuchungsstand in der Causa Nawalny gebeten. 

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