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Ukraine: Bewaffneter Mann bringt Bus mit mindestens 20 Passagieren in seine Gewalt – Aktualisierung

Ukraine: Bewaffneter Mann bringt Bus mit mindestens 20 Passagieren in seine Gewalt – Aktualisierung
Ukraine: Bewaffneter Mann bringt Bus mit mindestens 20 Passagieren in seine Gewalt
In der westukrainischen Stadt Luzk hat ein schwer bewaffneter Mann mindestens 20 Insassen eines Kleinbusses als Geisel genommen. Nach Angaben des Pressedienstes der Polizei soll der bislang unbekannte Angreifer eine Bombe besitzen. Mit dem Attentäter wird verhandelt.

Am Dienstagmorgen soll der Angreifer selbst die Polizei alarmiert und sich dabei als "Max der Schlechte" vorgestellt haben, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Daraufhin habe er mitgeteilt, einen Linienbus entführt und daran eine Bombe gelegt zu haben. Außerdem soll der Mann damit gedroht haben, weitere Bomben an anderen Orten der Stadt zünden zu wollen.

Die Spezialeinsatzkräfte leiteten eine Sonderoperation am Ort des Geschehens ein, die Innenstadt von Luzk wurde weitgehend abgesperrt. Auf zahlreichen Fotos und Videos vom Tatort ist der umstellte Bus zu sehen, in dem sich der mutmaßliche Geiselnehmer samt den Passagieren befinden sollen. Die Behörden nahmen Verhandlungen mit dem Angreifer auf.

Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij reagierte auf die Geiselnahme auf Facebook. Ihm zufolge seien vor Ort Schüsse gefallen, der Bus sei beschädigt. Gleichwohl versicherte der Staatschef, alles in der Macht Stehende tun zu wollen, damit die Menschen keinen Schaden nehmen.

Angaben zu den möglichen Motiven des Täters oder zu möglichen Verletzten lagen den lokalen Behörden zunächst nicht vor. Laut dem Chef der örtlichen Polizeiabteilung Juri Kroschko stelle der Angreifer bisher auch keine konkreten Forderungen. Der aktuellen Kommunikation mit dem Mann sei lediglich sein "Unmut über das System" zu entnehmen.

Die ukrainischen Ermittlungsbehörden eröffneten ein Strafverfahren gegen den Angreifer. Mittlerweile bemühen sie sich um die Feststellung seiner Identität. Währenddessen geht die Polizei Berichten über mögliche weitere Bombenverstecke in der Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern nach. Der Sondereinsatz in Luzk dauert an.

Der Angreifer wurde als 44-jähriger Einheimischer Maxim Kriwosch identifiziert. Der gebürtige Russe sei zweimal wegen Betrugs und illegalen Waffenbesitzes vorbestraft und habe insgesamt circa zehn Jahre im Gefängnis verbracht, erklärte der stellvertretende Innenminister der Ukraine, Anton Geraschtschenko, gegenüber RIA Nowosti.

Demnach soll Kriwosch während seiner mehrjährigen Gefängnisstrafen ein Buch mit dem Titel "Philosophie eines Verbrechers" geschrieben haben, das inzwischen im Internet erhältlich ist. Am Vortag des Angriffs soll er zudem auf seinem YouTube-Kanal eine Videoansprache mit einem Sturmgewehr veröffentlicht haben, in der er sich über das "System" beschwert haben soll. Das Video wurde kurz darauf samt dem Kanal des Mannes vom Videoportal gesperrt.

Die Geiselnahme dauert inzwischen seit bereits mehr als sieben Stunden an. Der Attentäter gab bekannt, dass unter seinen Geiseln auch Kinder und schwangere Frauen seien. Aus dem Innern des Busses sind immer wieder Schüsse zu hören. Außerdem kam es am Tatort zu einer Explosion, nachdem Kriwosch eine Handgranate in die Richtung der eingetroffenen Sicherheitskräfte aus dem Fenster des Fahrzeugs schleuderte. Eine zweite abgeworfene Handgranate konnte rechtzeitig entschärft werden. Nach wie vor gibt es bisher keine Angaben zu möglichen Verletzten oder Opfern infolge des Angriffs.

Unter anderem fordert der Geiselnehmer den ukrainischen Präsidenten Selenskij sowie andere ukrainische Politiker und Leiter führender staatlicher Behörden auf, sich in einem Bekenntnisvideo als "Terroristen" zu bezeichnen. Ebenso bemüht sich Kriwosch verstärkt um die Aufmerksamkeit von Journalisten und um eine flächendeckende Berichterstattung zum Vorfall in den lokalen Medien.

Aktualisierung: Des weiteren forderte der Geiselnehmer vom ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij, einen Videoaufruf zu veröffentlichen. Selenskij kam der Forderung nach und veröffentlichte auf seinem Facebook-Account eine gerade einmal sechs Sekunden lange Videoansprache auf Russisch. Die Botschaft lautet übersetzt:

Film ‚Erdlinge‘, Erscheinungsjahr 2005. Pflichtschau – für alle.

Gemeint ist der als Dokumentation veröffentlichte Film "Earthlings", in welchem vorwiegend Fleischkonsum, Massentierhaltung und Tierversuche im Speziellen sowie Nutztierhaltung im Allgemeinen thematisiert werden.
Kurz nach der Veröffentlichung der Ansprache war die Nachricht mit der Videoansprache im Account des ukrainischen Präsidenten nicht mehr öffentlich zugänglich. Die RT-Videoagentur Ruptly konnte sich das Video jedoch sichern.

Aktualisierung: Das Drama der Geiselnahme in Luzk ist vorbei.

Auf Twitter sind Aufnahmen von der Situation rund um den Bus mit geöffneten Türen zu sehen:

Ein Video zeigt das Umfeld des Busses:

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