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"Er war doch nie da" – Nachfahre von König Leopold II. verharmlost belgische Kolonialzeit im Kongo

"Er war doch nie da" – Nachfahre von König Leopold II. verharmlost belgische Kolonialzeit im Kongo
(Archivbild). Prinz Laurent von Belgien am 21. Juli 2018 in Brüssel während einer Militärparade anlässlich des belgischen Nationalfeiertags.
Die Jagd auf Statuen und Denkmäler ist auch an Belgien nicht spurlos vorbeigegangen. Aus Protest gegen Belgiens frühere Schreckensherrschaft im Kongo sind in Brüssel Statuen des ehemaligen Königs Leopold II. beschädigt worden. Ein Nachfahre kann das nicht verstehen.

Auch Straßenschilder mit dem Namen von Leopold II. wurden in der Nacht zum Freitag übermalt, wie der belgische Sender RTBF berichtete. Seit Tagen mehren sich derartige Aktionen. Zudem gibt es Online-Petitionen mit Zehntausenden von Unterschriften, die einen Abbau der Statuen fordern.

"Für die afrobelgische Gemeinschaft sind die Statuen in der Öffentlichkeit wie psychische Gewalt, weil sie die Verbrechen banalisieren", sagte Esther Kouablan von der belgischen Anti-Rassismus-Organisation mrax gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie kritisierte eine fehlende Aufarbeitung der Kolonialzeit in Belgien. "Das spielt zum Beispiel in Schulbüchern keine Rolle." Kouablan schlug vor, Statuen in Museen zu schaffen. Einige Denkmäler wurden infolge der Proteste bereits abgebaut.

Prinz Laurent von Belgien, der jüngere Bruder des heutigen belgischen Königs Philippe aus der deutschen Adelsfamilie Sachsen-Coburg und Gotha, zeigte für die Forderungen hingegen kein Verständnis. König Leopold II. (1835-1909) sei selbst nie in den Kongo gereist. Die Menschen dort hätten also nicht unter ihm leiden können, sagte er der Sudpresse. Kritik kam auch aus der Regierungspartei. Parteichef Georges Bouchez sprach von "Vandalismus". Er empfahl, an den Statuen Schilder mit Erklärtexten anzubringen.

Unter der Herrschaft Leopolds II. wurde der Kongo systematisch ausgeplündert. Millionen Menschen kamen unter der Terrorherrschaft ums Leben. Um die Jahrhundertwende kamen die Gräuel nach und nach ans Licht. Das zentralafrikanische Land gehörte noch bis 1960 zum belgischen Kolonialreich.

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