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13 Jahre Suche nach Maddie: Steht der Fall vor der Aufklärung?

13 Jahre Suche nach Maddie: Steht der Fall vor der Aufklärung?
Bild aus dem Jahr 2007: Strandbesucher betrachten am Strand in der Nähe des portugiesischen Badeortes Lagos eine riesige Werbetafel mit einem Foto der vermissten Madeleine "Maddie" McCann.
Mehr als zehn Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Maddie aus einem Ferienort in Portugal gibt es einen Verdächtigen. Er ist vielfach vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hält das britische Mädchen für tot. Viele Fragen sind aber noch offen.

Es sollte ein Traumurlaub an der Algarve werden und endete in einem Alptraum: Madeleine McCann, genannt Maddie, die vor 13 Jahren spurlos aus einer Ferienanlage in Portugal verschwand, ist deutschen Ermittlern zufolge nicht mehr am Leben. Britische Behörden gehen weiterhin von einem Vermisstenfall aus. Polizisten aus verschiedenen Ländern versuchten jahrelang, den mysteriösen Fall um das kleine britische Mädchen zu lösen – vergeblich. Nun könnte er vor der Aufklärung stehen: Der Täter soll ein Deutscher sein, der jahrelang in Portugal lebte und derzeit in Kiel hinter Gittern sitzt. Viele Spuren deuten darauf hin. Aber: Es gibt keine Zeugen und keine Leiche.

Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen", teilten die Eltern mit. "Alles, was wir je wollten, ist sie zu finden, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen."

Kate und Gerry McCann halten ihrem Sprecher zufolge die jüngsten Ergebnisse für die womöglich "wichtigste Entwicklung in 13 Jahren".

Ein großes Foto von Madeleine

Der Verdächtige – deutscher Staatsbürger und mehrfach vorbestraft, auch wegen Sexualstraftaten

Maddie verschwand kurz vor ihrem vierten Geburtstag am 3. Mai 2007 aus der Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz. Zeitweise waren die Eltern sogar selbst ins Visier der Ermittler geraten. Medien berichteten damals, die Polizei gehe von einem Unglücksfall aus – die Eltern hätten die Leiche verschwinden lassen. Mutter und Vater hatten am Abend in einem Restaurant mit Bekannten gegessen, das ganz in der Nähe ihrer Unterkunft lag. Regelmäßig hatten sie nach Maddie und ihren beiden Geschwistern geschaut – bis die Mutter plötzlich entsetzt feststellte: Maddies Bett war leer. Vermutlich konnte der Täter durch die offene Terrassentür eindringen.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen einen 43-Jährigen. Der Verdächtige ist nach Angaben der Ermittler deutscher Staatsbürger und mehrfach vorbestraft, auch wegen Sexualstraftaten und Kindesmissbrauchs. 

Er lebte im Zeitraum des Verschwindens an der portugiesischen Algarve. Telefonate, Bewegungsmuster, kriminelle Vergangenheit: Einiges deutet darauf hin, dass er der lange gesuchte Täter sein könnte. Er lebte in Portugal von Gelegenheitsjobs, soll sich seinen Lebensunterhalt zudem durch Einbruchdiebstähle in Hotels und Ferienwohnungen sowie Drogenhandel finanziert haben. 

Der 43-Jährige wurde bereits mehrmals zu Haftstrafen verurteilt. So verbüßte er unter anderem wegen sexuellen Kindesmissbrauchs eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, aus der er im August 2018 entlassen wurde. Das geht aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 21. April hervor. Im Dezember 2019 verurteilte demnach das Landgericht Braunschweig den Mann wegen Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft. Er soll im Jahr 2005 in Praia da Luz eine 72 Jahre alte US-Amerikanerin in deren Haus überfallen und vergewaltigt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Revision liegt noch beim BGH.

Im Jahr 2019 wurde mehr politisch motivierte Gewalt und ein hoher Anstieg im Bereich Kinderpornografie sowie Kindesmissbrauch erfasst.

Unklar ist, wie genau die Tat verübt worden sein soll

Auf die Spur des Verdächtigen sind die Ermittler nach eigenen Angaben 2013 gekommen, durch einen Hinweis nach einer Folge der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ... ungelöst. Einen weiteren Hinweis gab es 2017. Das habe damals aber nicht für weitere Ermittlungen oder gar eine Festnahme gereicht.

Doch viele Fragen sind noch offen. Unklar ist, wie genau die Tat verübt worden sein soll. Das sei Gegenstand der aktuellen Ermittlungen, sagte ein Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) am Mittwoch. Das Motiv ist demnach ebenfalls unklar. Möglich sei eine sexuelle Motivation oder dass nach einem zunächst geplanten Einbruch spontan auf ein Sexualdelikt umgeschwenkt wurde.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hält Madeleine für tot. Das Kind oder seine sterblichen Überreste sind aber bis heute nicht gefunden. Warum genau der 43-Jährige mittlerweile unter Mordverdacht steht, ist offen. Die Ermittler haben sich bislang nicht dazu geäußert, welche konkreten Hinweise und Indizien sie haben. Ob es in Portugal zwischen 1995 und 2007 zu weiteren Übergriffen gekommen ist, ist unklar.

Wir schließen nicht aus, dass es weitere Opfer von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen gibt", so der BKA-Ermittler.

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(dpa/rt)

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