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Frankreich: Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt

Frankreich: Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt
Demonstranten verbrennen am Rande der Demonstration am 2. Juni 2020 Mülleimer in Paris, Frankreich.
In mehreren französischen Städten haben Tausende gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In Paris protestierten am Dienstagabend rund 20.000 Menschen vor einem Gerichtsgebäude im Norden der Stadt. Bei der Kundgebung kam es zu schweren Ausschreitungen.

Die Demonstration in Paris sollte auch an einen Vorfall aus dem Sommer 2016 erinnern, bei dem der 24-jährige Adama Traoré im Polizeigewahrsam unter weiterhin ungeklärten Umständen verstarb. Auch ihm soll durch Polizisten die Atemluft abgeschnitten worden sein, so der Vorwurf. Eine Patrouille kontrollierte damals in Beaumont-sur-Oise, eine Gemeinde 30 Kilometer nördlich von Paris zwei Brüder. Dann nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Einer, Adama Traoré, floh, wurde aber später von der Polizei gestellt – er konnte erneut fliehen und wurde letztendlich in der Wohnung eines Bekannten gestellt. Drei Polizisten hielten den auf dem Bauch Liegenden fest, obwohl dieser laut Polizeibericht darüber klagte, er könne nicht mehr atmen. Zwar ließ sich Traoré anschließend abführen, doch im Polizeiwagen verlor er das Bewusstsein. Der herbeigerufene Rettungsdienst konnte auf der Polizeiwache nur noch den Tod feststellen.

Die Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude wurde von Traorés Schwester organisiert. Forensische Berichte, die von Traorés Familie und Richtern angefordert wurden, kämen zu der Schlussfolgerung, dass Adama Traoré erstickte, weil ihn die drei Gendarmen zu Boden zwangen, so Medienberichte. Er sei nicht an den Folgen einer vorbestehenden Herzerkrankung verstorben.

Dieses Twitter-Video gibt einen guten Überblick über die Demonstration:

Am Rande Kundgebung kam es auch zu gewalttätigen Zusammenstößen mit der Polizei.

Die Demonstranten verlangten von den Polizisten, sich niederzuknien.

Das Polizeirevier in der Gemeinde Clichy wurde beschädigt.

Die Demonstration war wegen eines coronabedingten Versammlungsverbots untersagt worden. Auch in Lyon und Marseille gingen Medienberichten zufolge Menschen auf die Straßen. Die überwiegend jungen Demonstranten riefen bei der größtenteils friedlichen Anti-Rassismus-Kundgebung in Paris als Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA Slogans der "Black Lives Matter"-Bewegung.

Nach Polizeiangaben blockierten einige Demonstranten die Ringstraße der Pariser Autobahn und steckten Gegenstände in Brand. Die Sicherheitskräfte setzten Medienberichten zufolge Tränengas ein. Die Polizeipräfektur forderte die Demonstranten auf Twitter auf, sich zu zerstreuen. Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Ausschreitungen.

Gewalt habe in einer Demokratie keinen Platz, schrieb Castaner auf Twitter. "Nichts rechtfertigt die Exzesse, die heute Abend in Paris stattgefunden haben." Er gratulierte den Sicherheits- und Rettungskräften zu "ihrer Kontrolle und Gelassenheit".

Der bekannte Menschenrechtsanwalt Arié Alimi beschuldigte jedoch auf BFMTV die Polizei, Ärger zu provozieren, indem sie Tränengas auf friedliche Demonstranten abfeuere. Die Pariser Polizei hatte die Demonstration verboten und sich auf die Coronavirus-Beschränkungen berufen. Demnach dürfen sich höchstens zehn Menschen versammeln.

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