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Britischer Nobelpreisträger kritisiert Lockdown-Maßnahmen: "Hat mehr Tote als Gerettete verursacht"

Britischer Nobelpreisträger kritisiert Lockdown-Maßnahmen: "Hat mehr Tote als Gerettete verursacht"
Der britische Chemie-Nobelpreisträger Michael Levitt kritisierte die Lockdown-Politik der britischen Regierung, (Symbolbild)
Die Liste vermeintlicher Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker ist um eine prominente Persönlichkeit reicher. Laut dem Biophysiker und Chemie-Nobelpreisträger Michael Levitt führten die rigiden britischen Corona-Maßnahmen zu mehr Toten als Geretteten.

Der in vielen Staaten der Welt als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus umgesetzte "Lockdown verursachte mehr Tote, als er rettete". Diese Ansicht vertrat vor wenigen Tagen der britisch-israelisch-amerikanische Nobelpreisträger Michael Levitt.

Eine Person mit einer Maske geht in London an der Bank of England vorbei

Levitt, Professor an der Stanford Universität, der den anfänglichen Verlauf der Pandemie richtig vorhergesagt hatte, schickte bereits im März ein Schreiben an Professor Neil Ferguson, in welchem er diesem einflussreichen britischen Regierungsberater mitteilte, dass dieser die potenzielle Zahl der mit COVID-19 in Verbindung stehenden Todesfälle um das "10- oder 12-fache" überschätzt habe.

Ferguson, von den Briten auch "Professor Lockdown" genannt, musste vor wenigen Tagen als Regierungsberater zurücktreten. Zuvor war bekannt geworden, dass sich der Epidemiologe mit seiner Geliebten getroffen hatte – ohne die strikten britischen Corona-Regeln einzuhalten, für die er selbst so vehement öffentlich eintrat.

Die Argumente und Untersuchungen Fergusons waren ein wesentlicher Faktor für die Umsetzung des Lockdowns durch die britische Regierung. Die dementsprechend umgesetzte Corona-Politik habe zu einem "unnötigen Panikvirus" geführt, der sich unter den führenden Politikern der Welt verbreitete, erklärte Levitt gegenüber dem britischen Telegraph.

Levitt vertrat stets die Ansicht, dass der Lockdown im Kampf gegen COVID-19 mehr Risiken als Vorteile mit sich bringe.

Ich glaube, die Abriegelung [lockdown, Anm. d. Red.] hat keine Leben gerettet", sagte der Wissenschaftler.

Levitt fügte hinzu, die britische Regierung hätte die Bürger stattdessen dazu ermutigen sollen, Masken zu tragen und sich an andere Formen der sozialen Abstandswahrung zu halten.

Ich glaube, dass das eigentliche Virus das Panikvirus war. Aus Gründen, die für mich nicht nachvollziehbar waren, gerieten die Verantwortlichen und (dann) die Menschen in Panik, und ich denke, dass es einen großen Mangel an Debatten gab", ist der aus Südafrika stammende Professor überzeugt.

Der 73-Jährige Levitt ist kein Epidemiologe, analysierte demnach aber die Ausbreitung nach dem Corona-Ausbruch und bereitete eine Publikation vor, die auf diesen Berechnungen basierte.

In Europa glaube ich nicht, dass irgendetwas außer einer Art von Ermüdungseffekt das Virus tatsächlich gestoppt hat", so der Biophysiker Levitt.

Die strengen Corona-Maßnahmen seien unnötig gewesen, weil das Coronavirus ohnehin bereits weit verbreitet gewesen sei.

Es gibt eine große Zahl von Menschen, die asymptomatisch sind, so dass ich ernsthaft davon ausgehen kann, dass zu dem Zeitpunkt, als der Lockdown endlich in Großbritannien eingeführt wurde, das Virus bereits weit verbreitet war. Man hätte zu diesem Zeitpunkt einfach offen bleiben können wie in Schweden, und es wäre nichts passiert", war sich Levitt sicher.

Zuletzt analysierte der Wissenschaftler die Daten aus 78 Ländern mit jeweils mehr als 50 gemeldeten Corona-Fällen. Seine Untersuchungen würden demzufolge nachweisen, dass das Virus niemals jenes exponentielle Wachstum erreichen würde, das zur selben Zeit etwa die Forscher vom Imperial College prognostizierten.

Es besteht kein Zweifel daran, dass man eine Epidemie mit einem Lockdown stoppen kann, aber es ist eine sehr stumpfe und sehr mittelalterliche Waffe, und die Epidemie hätte mit anderen vernünftigen Maßnahmen (wie Masken und anderen Formen der sozialen Distanzierung) genauso wirksam gestoppt werden können", erklärte der Cambridge-Absolvent.

Seinen Berechnungen zufolge werde Großbritannien insgesamt etwa 50.000 Todesopfer zu beklagen haben.

Vieles ist schief gelaufen, aber ich denke, die Hauptsache ist, dass wir einfach hätten ein wenig nachdenken und diskutieren müssen. Mir wurde bei zahlreichen Gelegenheiten gesagt: 'Sie sind kein Epidemiologe, halten Sie den Mund'. Das ist mir eigentlich egal. Ich habe mir nur die Zahlen angeschaut", ergänzte der Chemie-Nobelpreisträger.

Den Nobelpreis erhielt Levitt im Jahr 2013 für die Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme.

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