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Italien: Polizei verhaftet mutmaßlichen Helfer von Anis Amri

Italien: Polizei verhaftet mutmaßlichen Helfer von Anis Amri
Ein Weihnachtsmarktbesucher am 21. Dezember 2019 an der Gedenkstätte "Der Riss" am Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz in Berlin.
Er soll dem Attentäter Anis Amri einen gefälschten Personalausweis beschafft haben: Dreieinhalb Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz hat die Polizei in Italien einen Algerier festgenommen.

Der Verdächtige wurde bereits im April zusammen mit sieben weiteren Beschuldigten in Neapel festgesetzt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Den gefälschten italienischen Ausweis benutzte der Tunesier Amri, ein in Deutschland abgelehnter Asylbewerber, laut den Ermittlungen Ende Juli 2016 auf einer Busfahrt von Italien nach Deutschland. Der gefasste Algerier gehört den Ermittlungen zufolge zu einer ganzen Bande von Passfälschern. Gegen elf weitere Verdächtige wird ermittelt.

Laut der offiziellen Version vom Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt hat Anis Amri am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert, mit dem er über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz raste. Er tötete zwölf Menschen. Unbestritten ist, dass Amri enge Kontakte ins Salafistenmilieu hatte und Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war.

Vor drei Jahren Tatort: Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz am Mittwoch

Immer wieder tauchen Zweifel darüber auf, ob es sich bei Amri tatsächlich um einen Einzeltäter gehandelt hat. Ein wichtiger Ex-Informant der Polizei aus dem Salafistenmilieu soll nun bald im Bundestag vernommen werden. Das entschied Anfang Mai der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz. Der frühere V-Mann hatte ab November 2015 auf die Gefährlichkeit des Tunesiers Anis Amri hingewiesen.

Der V-Mann soll auch wertvolle Informationen für das Verfahren gegen die Gruppe um den radikalen Prediger Abu Walaa geliefert haben, die nach Erkenntnissen der Behörden Kämpfer für den IS rekrutiert haben. Er arbeitete fast 20 Jahre lang als V-Mann für die Polizei in Nordrhein-Westfalen – nicht nur im Salafistenmilieu. Im vergangenen März sagte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel, dass er damals auch einen Vorschlag gemacht habe, wie man Amri hätte dingfest machen können. Dies sei jedoch von der Polizei abgelehnt worden.

Es stehe der Verdacht im Raum, dass die Sicherheitsbehörden die Warnungen des V-Mannes "ignoriert" haben, sagte der FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Benjamin Strasser. Ende 2019 war der Vorwurf laut geworden, die Leitungsebene des Bundeskriminalamtes und des Bundesinnenministeriums hätten Anfang 2016 versucht, den vom Landeskriminalamt NRW geführten "Murat" mundtot zu machen.

Ein Ermittler aus NRW hatte als Zeuge im Amri-Ausschuss ausgesagt, ein BKA-Beamter habe ihm bei einer Besprechung im Februar 2019 gesagt, der V-Mann "mache zu viel Arbeit". Diese Einschätzung komme von "ganz oben". Das Ministerium wies dies zurück. Kurz vor der überraschenden Aussage des Ermittlers hatte seine Behörde von dem Kontakt des V-Mannes zum Spiegel erfahren.

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