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Montenegro: Proteste und Zusammenstöße nach Festnahme von Geistlichen

Montenegro: Proteste und Zusammenstöße nach Festnahme von Geistlichen
Ein Mädchen trägt am 12. Mai 2020 ein mit Blumen geschmücktes Kreuz während einer Pilgerfahrt zum mittelalterlichen Ostrog-Kloster in der Nähe der Stadt Nikšić. Später wurden mehrere Geistliche unter dem Vorwurf, sie hätten die massenhafte Versammlung organisiert, verhaftet.
In etlichen Städten Montenegros demonstrieren seit zwei Tagen Anhänger der Serbisch-Orthodoxen Kirche gegen die Festnahme mehrerer Geistlicher. Es kam zu mehreren Zusammenstößen mit der Polizei. Derweil sorgte ein Video in den sozialen Medien für Empörung.

In Montenegro demonstrieren erneut Anhänger der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Grund ist die Festnahme eines Bischofs und mehrerer Priester vor einigen Tagen. 

Metropolit Amfilohije am 21.12.2019 beim Gottesdienst in der Kathedrale des heiligen Basilius von Ostrog im montenegrinischen Nikšić. Ein neues Kirchengesetz sieht vor, den Eigentumsstatus von Gebäuden und Immobilien neu zu regeln.

Die Staatsanwaltschaft in der nördlichen Stadt Nikšić hatte am Dienstag Bischof Joanikije von Budva und Nikšić sowie sieben weitere Geistliche festgenommen. Die Behörde wirft ihnen Verstöße gegen das wegen der Corona-Pandemie verhängte Versammlungsverbot vor. Eine große Anzahl Gläubiger hatte am Dienstag im Kloster Ostrog bei Nikšić an einem Gottesdienst für einen orthodoxen Heiligen teilgenommen. Vertreter der Kirche betonten jedoch, dass sich die Menschen bei der traditionell stattfindenden Prozession spontan versammelt hätten. Die Kirche selbst habe sie nicht dazu aufgerufen.

Bereits am Mittwochabend hatte eine große Zahl von Gläubigen gegen die Festnahmen demonstriert. Bei Zusammenstößen waren damals nach Behördenangaben 26 Polizisten verletzt worden. Demnach sollen die Protestierenden die Polizisten mit Steinen beworfen haben. In Nikšić wurden 32 Demonstranten festgenommen, und gegen 20 von ihnen wurde Strafanzeige erstattet.

Die Anhänger der Serbisch-Orthodoxen Kirche werfen der Polizei jedoch übermäßige Anwendung von Gewalt vor. So sorgte ein Video aus der nördlichen Stadt Pljevlja in den sozialen Medien für Empörung. Darin soll ein Demonstrant zu sehen sein, auf den mehrere Polizisten mit Schlagstöcken eindreschen.

Auch am Donnerstagabend protestierten etwa 4.000 Menschen im ganzen Land gegen die Festnahmen. Die Kundgebungen verliefen zumeist friedlich.

Der Premierminister des Westbalkanstaates, Duško Marković, sagte, dass sein Land mit einem brutalen Angriff konfrontiert sei, dessen Folgen für die Gesundheit der Bürger nicht absehbar seien. Denn in den vergangenen zwei Tagen sei es in mehreren Städten zu massenhafter Missachtung der Gesundheitsverordnungen gekommen, die seitens der Behörden zur Bekämpfung des Coronavirus verhängt wurden.

Bereits Anfang des Jahres kam es zu massenhaften Protesten der Anhänger der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Grund war die Verabschiedung eines Gesetzes über die "Religionsfreiheit und den gesetzlichen Status der Kirchen und Religionsgemeinschaften". Die Vertreter der Kirche sehen im Gesetz ein Vorantreiben der Enteignung der heiligsten Stätten durch den Staat. 

Der Serbisch-Orthodoxen Kirche gehören aktuell mehr als 70 Prozent der rund 650.000 Montenegriner an. 16 Prozent bekennen sich zum Islam, rund 20.000 sind katholisch.

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