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Umfrage: Mehrheit der Briten "kümmert es nicht", ob Nordirland Teil Irlands wird

Umfrage: Mehrheit der Briten "kümmert es nicht", ob Nordirland Teil Irlands wird
Archivbild: Ein Fußgänger geht an einem Graffito in der überwiegend katholischen Gegend von Ardoyne in Belfast vorbei, das eine gefesselte Friedenstaube zeigt.
Einer knappen Mehrheit der Briten soll es laut einer neuen Umfrage egal sein, ob Nordirland das Vereinte Königreich verlässt, oder nicht. Weniger als ein Viertel wären dagegen. Das Meinungsforschungsinstitut erklärt das mit einer wachsenden Teilnahmslosigkeit im Land.

Einer Mehrheit (54 Prozent) der Briten ist es egal, ob Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs bleibt oder sich mit der Republik Irland wiedervereinigt. Nur weniger als ein Viertel wäre hierüber verärgert.

Die Zahlen stammen aus einer neuen Umfrage des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. Diese ergab außerdem, dass mehr als ein Drittel der Briten ein Referendum über die Wiedervereinigung in Nordirland unterstützen würde.

Fast 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht wüssten, ob ein Referendum stattfinden sollte. Dies deutet auf ein hohes Maß an Desinteresse am Schicksal des nordirischen Teils des Landes hin.

Was das von ihnen erwartete Ergebnis eines solchen Volksentscheides betrifft, so sagten 37 Prozent, dass Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs bleiben sollte. Eine gegenteilige Meinung vertraten 27 Prozent der Befragten, die einen Austritt aus der Union befürworteten. Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) konnte sich für keine der beiden Optionen entscheiden.

YouGov hob hervor, dass die hohe Zahl der Befragten, die keine der beiden Standpunkte auswählten, einen "Mangel an Wissen über die Situation" widerspiegeln könnte, und auf eine "vorsätzliche Ambivalenz der britischen Öffentlichkeit gegenüber der Frage der irischen Wiedervereinigung" hindeute.

Ein weiterer Grund, warum die Briten derart gleichgültig auf den potenziellen Austritt Nordirlands reagieren, könnte darin liegen, dass sie keine persönliche Verbindung zu der Region empfinden, vermutet YouGov. Auf die Frage, mit welchem Land Nordirland mehr Gemeinsamkeiten habe, nannten 40 Prozent die Republik Irland, während sich nur 28 Prozent für Großbritannien entschieden.

Die YouGov-Umfrage ergab auch, dass nur wenige Briten über nennenswerte Kenntnisse der irischen Geschichte verfügen. Obwohl das Britische Weltreich in Nordirland seit langem eine dominierende Rolle spielt, gaben nur sechs Prozent der Befragten an, dass sie sich in der Schule mit der irischen Selbstverwaltung und den Unruhen im Norden befasst hätten.

Die Anhänger der britischen Arbeiterpartei und der Liberaldemokraten sind einem Referendum eher zugeneigt, wohingegen die Konservativen sich meist dagegen aussprachen. Insgesamt unterstützen 43 Prozent der breiten Öffentlichkeit die Idee eines irischen Referendums.

Die Vorsitzende der Sinn Féin, Mary Lou McDonald, während der Wahlnacht in einem Auszählungszentrum in Dublin, Irland, am 9. Februar 2020.

Die Frage über die Zukunft Nordirlands rückte seit den Parlamentswahlen im Februar weiter ins Rampenlicht. Die linksnationalistische Partei Sinn Féin, die ein entsprechendes Referendum innerhalb von fünf Jahren fordert, sicherte sich die Volksabstimmung in Irland. Ihr Weg an die Macht wurde jedoch durch die Möglichkeit einer Koalitionsregierung zwischen den beiden Mitte-Rechts-Parteien, die von parteilosen Politikern unterstützt wird, blockiert.

Das Karfreitagsabkommen aus dem Jahr 1998, das dem 30-jährigen Konflikt in Nordirland ein relatives Ende setzte, enthält eine Bestimmung, wonach die Insel wiedervereinigt werden könnte, falls die Bewohner im Norden und Süden für einen solchen Wechsel stimmen. Umfragen zeigten, dass starke Mehrheiten in der Republik für eine Wiedervereinigung stimmen würden, während die Meinungen im Norden gleichmäßig entlang politischer und konfessioneller Linien gespalten sind. Die Entscheidung, ein entsprechendes Referendum durchzuführen, liegt jedoch beim nordirischen Außenminister, der von der Regierung in Westminster ernannt wird.

Die Zahl der Briten, die über einen Austritt betrübt wären, sank seit der letzten Befragung durch YouGov im vergangenen Oktober um 17 Punkte auf 24 Prozent, was auf eine wachsende Teilnahmslosigkeit hindeutet.

Was den Zeitrahmen für den Austritt Nordirlands aus dem Vereinigten Königreich betrifft, so glauben nur 14 Prozent der Briten, dass dies innerhalb der nächsten fünf Jahre geschehen wird. Ein Viertel war der Meinung, dass die Union das nächste Jahrzehnt nicht intakt überleben wird. Fast die Hälfte meint, dass Nordirland innerhalb der nächsten 50 Jahre aus der Union austreten wird.

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