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Solidarität hat Grenzen: US-Konzern Google wirft iranische Corona-App aus App-Store

Solidarität hat Grenzen: US-Konzern Google wirft iranische Corona-App aus App-Store
Symbolbild.
Aufgrund des US-Wirtschaftskrieges gegen den Iran haben die iranischen Behörden große Probleme, den Corona-Ausbruch unter Kontrolle zu bringen. Eine App sollte Menschen helfen, sich über die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu informieren - aber die USA stellen sich quer.

Die iranische Regierung hat eine App unter dem Namen AC19 entwickeln lassen, die sich mit den Symptomen des Coronavirus beschäftigt und mit der Personen eine Art Wahrscheinlichkeitstest durchführen können, ob sie sich mit dem Virus infiziert haben könnten. Dabei können sie, wie bei vielen anderen Apps und Gesundheitsprogrammen auch, Fragen zu Symptomen beantworten, um am Ende eine Entscheidungshilfe zur Hand zu haben, ob sie sich dem Risiko eines Arztbesuches aussetzen sollen oder eben nicht.

Desinfektion im Imam-Reza-Schrein im Iran

Mit offiziell 9.000 infizierten Personen (Stand 11. März), steht Iran an dritter Stelle nach Italien und China, dem Ausbruchsland von SARS-CoV-2. Doch im Gegensatz zu China, Italien, Südkorea, Spanien oder Deutschland, weiteren Ländern mit mildem bis starken Ausbruch, verfügt der Iran nur über ein eingeschränktes Gesundheitssystem.

Schon vor dieser Krise war es aufgrund des von den USA betriebenen Wirtschaftskrieges für die Ärzte schwierig, an westliche Medikamente und medizinische Geräte zu kommen. Aufgrund der US-Sanktionen, die nach dem völkerrechtswidrigen Rückzug aus dem Atomabkommen noch massiv verschärft wurden, konnten keine Überweisungen vorgenommen werden, um für die Artikel zu bezahlen, selbst wenn sie das gewünschte Material erhalten hätten. 

In dieser ohnehin schon schwierigen Situation sorgt der Ausbruch für zusätzliche Belastungen und Probleme, die mit ungenügend vorhandener Schutzausrüstung in Krankenhäusern und bei Ärzten noch verschärft wird. Die AC19-App war gedacht, wenigstens einen kleinen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus zu leisten. Um es einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, platzierte die Regierung die App unter anderem auch im Google Play Store und rief die Bevölkerung auf, diese zu nutzen.

Doch bereits nach kurzer Zeit warf der US-Internetriese die App aus dem Store. Umgehend wurden Spekulationen laut, dass AC19 ein Spionagewerkzeug der iranischen Regierung sei und Google deswegen die Verbreitung der App stoppte. Eine Untersuchung von Lukas Stefanko, einem auf Android-Malware spezialisierten Experten des Sicherheitssoftware Entwicklers ESET, ergab, dass die App weder ein "schädlicher Trojaner noch eine Spionagesoftware" ist.

Was AC19 hingegen tut – und was auch andere Apps tun – ist die Erfassung der Ortungsdaten, die in diesem Fall umgehend an die Regierung übermittelt werden, um einen Überblick über die potenzielle Ausbreitung des Coronavirus zu erhalten. Informationsminister MJ Azari Jahromi machte daraus auch kein Geheimnis und gab über Twitter bekannt, dass aus den Daten von vier Millionen Teilnehmern bereits eine "Risikokarte" für Teheran erstellt werden konnte. 

Wenn die App also im Kampf gegen das Coronavirus nützlich ist und vielleicht sogar dazu beitragen könnte, dass das Ausmaß der Verbreitung eingedämmt wird, warum wurde es dann von Google aus dem Play Store geworfen?

Die Antwort darauf ist viel simpler als es die vielen Spekulationen vermuten lassen würden, sagte ein Sprecher des Internetriesen gegenüber Business Insider: Apps, die im Iran entwickelt wurden, sind bei Google nicht erlaubt. Hier schließt sich dann wieder der Kreis der US-Sanktionspolitik und offenbart die Unglaubwürdigkeit von Außenminister Mike Pompeo. Dieser hatte auf Twitter seine tiefe Sorge über den Ausbruch des Coronavirus im Iran geäußert. 

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