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Iran greift US-Militär im Irak an

Iran greift US-Militär im Irak an
US-Hubschrauber auf der nun attackierten Basis Ain al-Assad im Jahr 2004
Die Iranische Revolutionsgarde hat zwei US-Stützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen. Noch ist unklar, ob und wie viele Opfer es gab. Damit machte der Iran seine Drohung war, die Ermordung des Generals Soleimani zu rächen.

Die Iranische Revolutionsgarde hat in der Nacht zum Mittwoch US-amerikanische Militärbasen im Irak mit Raketen angegriffen. Die Angriffe gelten als Vergeltung für die Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani und seiner Begleiter durch eine US-Drohne am vergangenen Freitag. Die Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Landes und eine Basis in der nordirakischen Stadt Erbil wurden mittlerweile vom US-Verteidigungsministerium bestätigt.

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Die Angriffe auf die US-Ziele erfolgten zur selben Uhrzeit wie die Ermordung Soleimanis in der vergangenen Woche.

Die Iranische Revolutionsgarde sprach von einem vollen Erfolg. Bei der "Operation Märtyrer Soleimani" sei der mit 35 Raketen attackierte Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad "vollständig zerstört" worden. Der Angriff mit ballistischen Boden-Boden-Raketen auf die Basis sei "in jeder Hinsicht ein voller Erfolg".

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach auf Twitter von einem Akt der Selbstverteidigung:

Wir streben nicht nach einer Eskalation oder Krieg, aber wir werden uns gegen jede Aggression verteidigen.

Der Iran habe "verhältnismäßige Maßnahmen zur Selbstverteidigung ergriffen und abgeschlossen". Sarif bezog sich dabei auf Artikel 51 der UN-Charta. Dieser beschreibt das Recht auf Selbstverteidigung im Falle eines bewaffneten Angriffs auf ein Mitgliedsland der Vereinten Nationen.

Die Revolutionsgarde erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Fars, dass die US-Truppen bei den Angriffen "schwere Opfer" erlitten hätten:

Nach den Berichten, die unsere Quellen in der Region bis heute übermittelt haben, wurden mindestens 80 US-Soldaten getötet und etwa 200 weitere verwundet.

Die Verwundeten seien von der Basis Ain Al-Assad in Hubschraubern evakuiert worden. Der geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, sprach in einer Stellungnahme von einem "Schlag ins Gesicht" der USA. Ein Berater Chameneis postete nach dem Angriff auf Twitter eine iranische Flagge – in Anspielung auf einen entsprechenden Tweet des US-Präsidenten in der vergangenen Woche.

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump äußerte sich am frühen Morgen deutscher Zeit auf Twitter zu dem Angriff – und schien ihn herunterspielen zu wollen. Sein Tonfall war deutlich zurückhaltender als noch am Wochenende, als er für den Fall eines iranischen Angriffs mit der Zerstörung iranischer Kulturstätten gedroht hatte. Trump schrieb:

Alles ist gut! Raketen aus dem Iran auf zwei Militärstützpunkte im Irak abgefeuert. Feststellung von Opfern und Schäden findet jetzt statt. So weit, so gut! Wir haben das mit Abstand mächtigste und bestgerüstete Militär der Welt! Ich werde morgen früh eine Erklärung abgeben.

Das irakische Militär gab am Mittwochmorgen bekannt, dass der Iran 22 Raketen auf Basen im Irak abgeschossen habe. Unter den irakischen Streitkräften gebe es keine Opfer.

Den in Erbil stationierten deutschen Bundeswehr-Kräften ist einem Sprecher zufolge dabei nichts passiert. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sagte der Nachrichtenagentur dpa:

Wir stehen in Kontakt mit den Soldaten. Den Soldaten geht es gut.

Im Zentralirak sind nach dem jüngsten Abzug keine deutschen Soldaten mehr stationiert.

Die Iranische Revolutionsgarde warnte die USA direkt nach den Attacken vor Gegenangriffen. In einer Presseerklärung teilte die Eliteeinheit mit, dass jede US-Reaktion mit einer noch härteren Reaktion erwidert werde:

Wir warnen den Großen Satan, das blutrünstige und arrogante Regime der USA, dass jede neue böse Handlung oder mehr Bewegungen und Aggressionen [gegen den Iran] schmerzhaftere und vernichtendere Reaktionen hervorbringen werden.

Auch an die Verbündeten der USA in der Region erging eine Warnung:

Wir warnen alle US-Verbündeten, die ihre Stützpunkte deren Terrorarmee überlassen haben, dass jedes Gebiet, das in irgendeiner Weise zum Ausgangspunkt feindlicher und aggressiver Handlungen gegen die Islamische Republik Iran wird, ins Visier genommen wird.

Vor den Angriffen in der Nacht zum Mittwoch hatten irakische Milizen die US-Stützpunkte im Irak häufiger mit technisch einfacheren Raketen angegriffen. Ein direkter Angriff durch iranische Kräfte bedeutet jedoch eine neue Eskalationsstufe. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA untersagte US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens "wegen erhöhter militärischer Aktivitäten".

Der Umstand, dass die US-Seite die Attacken bislang herunterspielt, während der Iran ihn eher zu überzeichnen scheint, deutet darauf hin, dass beide Seiten interessiert sein könnten, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Tatsächlich deutet derzeit alles darauf hin, dass die Opferzahl, wenn es überhaupt Opfer gab, sehr gering ist. Möglicherweise war der Schlag absichtlich so angelegt, dass er die iranische Führung stark und die USA schwach wirken lassen, aber keine weitere militärische Eskalation provozieren sollte. 

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