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Ukrainisches Flugzeug bei Teheran abgestürzt – über 170 Todesopfer

Ukrainisches Flugzeug bei Teheran abgestürzt – über 170 Todesopfer
An der Absturzstelle am Mittwochmorgen
Ein ukrainisches Passagierflugzeug ist kurz nach seinem Start bei Teheran abgestürzt. Alle 176 Menschen an Bord sollen ums Leben gekommen sein. Die iranische Luftfahrtbehörde geht derzeit von einem technischen Defekt aus. Unter den Opfern sollen sich drei Deutsche befinden.

Eine ukrainische Passagiermaschine ist am Mittwochmorgen in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben. Ein Sprecher sagte am Mittwochmorgen im iranischen Staatsfernsehen, es seien alle 167 Passagiere und neun Crewmitglieder getötet worden. Nach dem Absturz der Boeing 737 hatte die iranische Nachrichtenagentur Insa zunächst von 180 Insassen berichtet.

Russischen Medien zufolge war die Maschine von Ukraine International Airlines auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab. Laut ukrainischen Behördenangaben befanden sich an Bord der Maschine 82 Iraner, 63 Kanadier, 10 Schweden, 4 Afghanen, 3 Deutsche, 3 Briten sowie 2 Ukrainer und 9 Crewmitglieder, bei denen es sich auch um Ukrainer handelt. 

Die iranische Luftfahrtbehörde führte den Crash auf einen technischen Defekt zurück, wie der iranische Nachrichtensender Chabar unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete. Wie diese so kurz nach dem Absturz am Mittwochmorgen zu dem Schluss eines Technikfehlers als Ursache kam, blieb zunächst offen.

Boeing reagierte kurz nach dem Absturz mit einem Tweet:

Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen.

Die um kurz nach 05.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 8.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen.

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge "wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen" nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, dass ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Nutzer auf Twitter erinnerten an den angeblich versehentlichen Abschuss einer iranischen Passagiermaschine durch die US-Navy im Jahr 1988. 

Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, war zunächst völlig unklar. Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben. Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Ermordung des iranischen Top-Generals Qassem Soleimani durch einen US-Luftschlag.

(rt deutsch/dpa) 

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