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Blowback in Syrien: US-Konvoi gerät unter Beschuss von ehemaligen Partnern

Blowback in Syrien: US-Konvoi gerät unter Beschuss von ehemaligen Partnern
Dieser US-Konvoi kam am 3. November unter Beschuss der einstigen Alliierten, als er sich auf dem Weg in Richtung Irak befand.
Zuerst als "moderate Rebellen" bezeichnet und entsprechend ausgebildet und mit US-Waffen ausgerüstet, griffen Kämpfer der Freien Syrischen Armee am Sonntag einen US-Konvoi in Nordsyrien an, der sich auf dem Weg in den Irak befand. Verletzte soll es keine gegeben haben.

Ob im Fall der Unterstützung von Rebellen und Diktatoren oder auch von afghanischen Mudschaheddin im Kampf gegen die sowjetischen Besatzer, irgendwann wenden sich die einstigen Protegés gegen ihren Gönner und fügen ihm Schaden zu. In Geheimdienstkreisen spricht man dann von einem Blowback, einem unbeabsichtigten Effekt auf eigene Handlungen, der langfristige Auswirkungen für kurzfristige Pläne haben kann. Und davon gab es für die USA in der Vergangenheit viele.

Israelische Haubitzen in den annektierten Golanhöhen zielen auf syrisches Staatsgebiet (Bild vom 25. August).

Rund 20.000 Kämpfer, die der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) nahestanden, wurden von der CIA zwischen 2013 und 2017 ausgebildet und ausgerüstet. Sie sollten den Bodenkampf für Washington gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad führen, nebst Dutzenden weiteren Fraktionen jeglicher islamistischer Färbung und Gesinnung. Schon während des laufenden CIA-Programms gab es immer wieder Meldungen, wonach die als "moderat" eingestuften Rebellen sich als ebenso grausam erwiesen wie die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates (IS). Nicht selten landeten so US-Waffen bei den Kämpfern unter dem schwarzen Banner des selbstausgerufenen Kalifats.

Nach Beendigung der Zusammenarbeit zwischen den USA und der FSA im Sommer 2017 wechselten die Kämpfer schnell ihre Loyalität und schlossen sich anderen Akteuren in Syrien an. Viele davon unter den Mantel der Türkei, dessen Präsident Recep Tayyip Erdoğan sich als Schutzherr von Terroristen und Dschihadisten in der Provinz Idlib erwies. Dass sich IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi ausgerechnet in dieser Provinz in Grenznähe zur Türkei versteckte, bevor er dort US-Angaben zufolge getötet wurde, dürfte kaum ein Zufall sein.

So kam, was absehbar und wenig überraschend war: Die ehemaligen "moderaten Rebellen" richteten am 3. November ihre Waffen auf ihre einstigen Förderer, als ein US-Konvoi auf der strategisch wichtigen Autobahn M4 unter Beschuss geriet, die von West nach Ost führt. Auf den Fahrbahnen dieser Autobahn spiegelt sich die gesamte Absurdität des Krieges wider und wurde in einem Schnappschuss festgehalten: ob türkische Truppen, russische, kurdische oder US-amerikanische, sie alle benutzen diese Autobahn und begegnen sich auf engstem Raum, um sich später in Kampfgebieten wieder als Gegner gegenüberzustehen.

Die US-Truppen befanden sich gerade auf dem Weg zur irakischen Grenze, als "Rebellen" der nun in Syrische Nationale Armee umgetauften FSA das Feuer mit Mörsergranaten auf den Konvoi eröffneten. Bezeichnend für die Machtverhältnisse vor Ort ist vielleicht der Umstand, dass das US-Militär umgehend den russischen Kommandostab über die gesonderte De-Konfliktlinie über den Beschuss informierte. 

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