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Ex-US-Botschafter in Ankara: Früher oder später schmeißt Putin die Türken aus Syrien

Ex-US-Botschafter in Ankara: Früher oder später schmeißt Putin die Türken aus Syrien
In einem Interview meinte Robert Pearson, US-Botschafter von 2000 bis 2003 in der Türkei, dass der türkische Einmarsch nach Nordsyrien lediglich aus innenpolitischen Gründen erfolgte. Auf lange Sicht werde Russland die Türken aus "jedem einzelnen Stück dieses Gebiets" hinauswerfen.

Die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verfolgte "hegemoniale Kontrolle über das Gebiet von Syrien südlich der türkischen Grenze" der vergangenen Jahre wird scheitern. Davon ist der ehemalige US-Botschafter und Generaldirektor des US-Foreign Service, Robert Pearson, überzeugt. Selbst das grüne Licht aus Washington für den Einmarsch nach Nordsyrien werde daran nichts ändern können, meinte Pearson in einem Radiointerview mit dem Middle East Forum.

Russische Soldaten laufen an einem Einsatzwagen der russischen Militärpolizei in der Stadt Ain-al Arab (Kobanê) vorbei (Bild vom 23. Oktober).

Erdoğan hat seit Jahren versucht, in Idlib, Aleppo und entlang der nordöstlichen Grenze diese Art der (türkischen) Hegemonie zu errichten und die Russen dazu zu bringen, dem zuzustimmen. Aber die Russen haben dem nie zugestimmt. Sie werden die Türken aus jedem einzelnen Stück dieses Gebiets hinausdrängen, und sie werden diesen Job erledigen. Sie führen jetzt Patrouillen mit türkischen Kräften entlang der Grenze durch, (das ist) etwas, was Erdoğan wirklich nicht wollte, dass es geschieht, aber es geschieht. Unterstützt durch die syrische Regierung, staatliche Streitkräfte. Früher oder später werden die Russen den Türken sagen: 'Bitte verlasst Syrien'. Und es wird geschehen.

Robert Pearson ist sich sicher, dass das auch dem türkischen Präsidenten bewusst ist. Deshalb geht der ehemalige US-Botschafter in Ankara davon aus, dass der Einmarsch in Nordsyrien aus "rein politischen" Gründen erfolgte. Erdoğan "muss die schwächer werdende Basis stützen", nachdem seine AKP-Partei einen Gesichtsverlust bei den Bürgermeisterwahlen von Istanbul erlitten habe. 

Das ist sein Weg, um seine Unterstützer dazu zu bringen, seine anderen innenpolitischen Handlungen zu unterstützen. Viele Menschen mussten deswegen leiden. 

Den Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien bewertet er kritisch. Sie hätten seiner Meinung nach so lange dort bleiben sollen, bis die "Kurden den bestmöglichen Deal mit Damaskus und der Türkei über ihre Zukunft in Syrien gemacht haben". Ob damit eine autonome kurdische Regierung gemeint ist, ließ Pearson allerdings offen. Er erteilte allerdings auch den Visionen eines unabhängigen kurdischen Staates eine Absage. Die Selbstbestimmung hänge davon ab, dass mindestens einer der vier Staaten mit starker kurdischer Minderheit (Türkei, Syrien, Irak und Iran) solchen Plänen zumindest zustimmt, wenn nicht sogar akzeptiert. Das wäre allerdings "ein steiler Berg zu besteigen", meinte er weiter. 

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Doch indem die US-Truppen "geflohen" sind, habe Washington die Kurden "in die Arme der Russen und Syrer" getrieben, "nur damit sie überleben". Pearson sieht auch die Möglichkeiten des US-Kongresses skeptisch, genügend Druck auf Erdoğan ausüben zu können, um dessen Politik gegenüber den Kurden zu beeinflussen:

Um ehrlich zu sein, Erdoğan interessiert es nicht, was die USA tun, weil sie jetzt jeglichen Einfluss oder Kontrolle in Syrien abgegeben haben. Sie haben nichts auf dem Tisch, worüber es sich für die Türkei zu verhandeln lohnen würde. 

Ex-US-Botschafter in Ankara: Früher oder später schmeißt Putin die Türken aus Syrien
Russische Militärpolizei fährt durch einen Checkpoint der kurdischen Sicherheitskräfte Asajisch in Ain al-Arab (Kobanê) (Bild vom 25. Oktober).

Lediglich harte Sanktionen könnten in dieser Hinsicht etwas bewirken. Allerdings müsste der Senat diese so gestalten, dass sie US-Präsident Donald Trump nicht mit seinem Veto untergraben kann. Alles andere wäre lediglich "Augenwischerei", was die Ansicht in Ankara nur weiter bestätigen würde, dass die USA ein "Nicht-Spieler" in der Region sind. Deshalb ist der ehemalige Botschafter der Meinung, dass es "viele Verurteilungen, (aber) keine Sanktionen" geben wird. 

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