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Giftgas im syrischen Duma: OPCW soll Bericht verfälscht haben

Giftgas im syrischen Duma: OPCW soll Bericht verfälscht haben
Eine Szene im Krankenhaus von Duma, Syrien.
Am 7. April 2018 kam es im syrischen Duma mutmaßlich zu einem Giftgaseinsatz, für den der Westen sofort Damaskus verantwortlich machte. Ein Bericht der OPCW zu dem Vorfall stützte diese Schuldzuweisung – doch dieser ist höchst umstritten, da er wesentliche Fakten unterschlägt.

Auf den Vorfall im April 2018 folgten "Vergeltungsschläge" mit Marschflugkörpern der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Im darauffolgenden März veröffentlichte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) einen Abschlussbericht zu dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma.

Im Mittelpunkt des Interesses: Die in Duma gefundenen gelben Zylinder, aus denen Chlorgas ausgeströmt sein soll (im Bild:

Jetzt aber heißt es von Seiten einer Expertenjury der Courage Foundation, dass sich der Abschlussbericht auf eine fehlerhafte Schlussfolgerung stützte und wahrscheinlich in der Absicht verfasst wurde, das vom Westen gewünschte Ergebnis zu liefern. Das Urteil der Experten basiert auf Aussagen und Beweisen eines OPCW-Ermittlers, der seiner eigenen Organisation vorwirft, gegen den eigentlichen Untersuchungsauftrag verstoßen zu haben. 

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Der Whistleblower konnte das Gremium überzeugen, dass "wichtige Informationen zu chemischen Analysen, toxikologischen Konsultationen, ballistischen Studien und Zeugenaussagen unterdrückt wurden, um offenbar eine vorherbestimmte Schlussfolgerung zu fördern."

Die OPCW habe sich zudem bemüht, Ermittler mit abweichenden Urteilen von der Untersuchung auszuschließen und alle Bedenken gegen den Bericht zu übergehen. Die Experten fordern die OPCW auf, ihre Einschätzungen zu überprüfen und die abweichenden Sichtweisen zuzulassen. Jene Ermittler, die eine abweichende Meinung haben, sollten ohne Angst vor Repressalien ihre Bedenken äußern dürfen. 

Die Courage Foundation nimmt sich der Verteidigung von Whistleblowern und Journalisten an, die über Leaks berichten. Ihr gehören mehrere prominente Persönlichkeiten an, darunter José Bustani, ein brasilianischer Diplomat, der als erster Generaldirektor der OPCW fungierte, bevor er von dem ehemaligen Sicherheitsberater John Bolton des Amtes verwiesen wurde. 

Bustani appellierte an die OPCW: 

Ich hoffe, dass die Bedenken, die das Gremium in seiner gemeinsamen Konsenserklärung öffentlich zum Ausdruck gebracht hat, einen Prozess auslösen werden, durch den die Organisation wieder zu dem unabhängigen und unparteiischen Organ werden kann, das sie früher war. 

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