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Nordsyrien: Russland fordert Anstrengungen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe

Nordsyrien: Russland fordert Anstrengungen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe
Rauch steigt über der syrischen Grenzstadt Tall Abyad auf, nachdem die Türkei ihre Militäroffensive begann
Russland hat alle in Nordsyrien beteiligten Seiten aufgefordert, Anstrengungen zur Verhinderung humanitärer Katastrophen zu unternehmen. In der an die Türkei grenzenden syrischen Region befinden sich über 100.000 Menschen in Gefängnissen und Flüchtlingslagern.

Russland fordert alle an den Handlungen in Syrien beteiligten Parteien auf, Maßnahmen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe im Nordosten des Landes auszuarbeiten. Das erklärte Generalmajor Alexei Bakin, Chef des russischen Zentrums für die Aussöhnung der Konfliktparteien in Syrien, am Sonntag. Er sagte:

Archivbild

Sieben Gefängnisse für Militante des Islamischen Staates und mindestens acht Lager für Binnenvertriebene, darunter Ehefrauen und Kinder von Extremisten, befinden sich in den von der so genannten Autonomen Verwaltung kontrollierten Gebieten Nord- und Ostsyriens. Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten sich bis zu 120.000 Menschen in den Lagern und Gefängnissen aufhalten.

Laut Bakin werden in diesen Lagern und Gefängnissen Menschen mit 72 Nationalitäten aus 36 Ländern festgehalten. Diese Einrichtungen werden von den durch die USA unterstützten Demokratischen Kräften Syriens bewacht. Er betonte:

Es besteht eine reale Gefahr, dass viele Zivilisten, die sich in Flüchtlingslagern aufhalten, an Hunger und Krankheiten sterben.

Wir rufen alle Parteien auf, keine Zeit zu verschwenden, um Maßnahmen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe in Ostsyrien auszuarbeiten. Das Problem der Rettung von Flüchtlingen und Zivilisten muss dringend gelöst werden.

Der Generalmajor wies auch auf die Gefahr hin, dass sich Kämpfer des Islamischen Staates aus den von den Demokratischen Kräften Syriens kontrollierten Gefängnissen befreien könnten. Dies würde die Situation in der Region dramatisch verschlimmern, sagte Bakin und fügte hinzu:

Alle an der syrischen Einigung beteiligten Parteien müssen Maßnahmen ergreifen, um ein solches Szenario zu verhindern.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn (Archivbild)

Anfang der Woche veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium auf seiner Website eine Karte der Flüchtlingslager und Gefängnisse für Militante im Nordosten Syriens. Wie aus der Veröffentlichung hervorgeht, werden bis zu 14.650 Menschen in Gefängnissen festgehalten, darunter etwa 9.000 in asch-Schaddadi, 1.600 in al-Haul und etwa 1.100 in al-Hasaka.

Darüber hinaus befinden sich nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in acht Flüchtlingslagern insgesamt fast 106.000 Menschen. Das größte Lager befindet sich in al-Haul, in dem sich bis zu 68.600 Personen aufhalten. Bis zu 17.000 Binnenvertriebene werden in Kamischli nahe der türkischen Grenze beherbergt. Etwa 8.200 Menschen befinden sich im Lager al-Isha und etwa 7.200 im Lager al-Arishah.

Am 9. Oktober startete Ankara eine Offensive in Nordsyrien, die mit Luftangriffen auf kurdische Stellungen begann. Ziel ist die Einrichtung einer Sicherheitszone in Nordsyrien zum Schutz der türkischen Grenze. Darüber hinaus könnten syrische Flüchtlinge sicher aus der Türkei in dieses Gebiet zurückkehren, so Ankara. Syriens Nachrichtenagentur SANA bezeichnete den türkischen Militäreinsatz als Aggression.

Am Sonntag teilten syrische Kurden mit, dass sie eine Einigung mit Damaskus über den Einsatz syrischer Regierungstruppen entlang der Grenze zur Türkei erzielt hätten.

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