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Türkei warnt vor Krieg: Syrische Armee rückt nach Norden vor

Türkei warnt vor Krieg: Syrische Armee rückt nach Norden vor
Von den US-Truppen aufgegebener Beobachtungsposten in Nordsyrien am Montag
Die syrische Armee rückt weiter nach Norden und übernimmt die bisher von den kurdisch dominierten SDF kontrollierten Gebiete. Dies ist die Folge einer Verständigung der SDF mit der syrischen Regierung, die unter dem Druck der türkischen Invasion zustandekam.

Die syrische Armee setzt (SAA) ihren Vormarsch in Nordsyrien fort. Wie der libanesische Sender Al Mayadeen berichtet, betrat die Armee am Montag Taqba. Die Stadt liegt in der Provinz Rakka und wurde bisher von kurdischen Milizen kontrolliert. Auch in Ain Issa ist die Armee mittlerweile eingerückt. Von dort soll sich die Armee weiter in Richtung Norden bewegen. 

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Der syrische Vormarsch ist die Konsequenz einer Vereinbarung zwischen der syrischen Regierung und den kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Die Vereinbarung sah die Verlegung syrischer Truppen an die Grenze mit der Türkei und die Öffnung der SDF-Kontrollpunkte vor. Die SDF hatte dem vor wenigen Tagen begonnenen türkischen Einmarsch in Nordsyrien bislang wenig entgegenzusetzen.

Die Türken zeigten sich vom Vorrücken der syrischen Armee in deren eigenem Land wenig erfreut. Yasin Aktay, ein Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, erklärte gegenüber Sputnik Arabic:

Wenn die syrische Armee versucht, in den Nordosten von Syrien einzudringen, wird die Türkei Widerstand leisten. Es könnte zu einem Konflikt zwischen den beiden Armeen kommen.

Bislang ist es noch zu keinen Zusammenstößen zwischen türkischen und syrischen Truppen gekommen. Russland, das beim Zustandekommen der Vereinbarung zwischen Damaskus und den SDF beteiligt war, wird bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen beiden Streitkräften zu verhindern versuchen. Erst vor wenigen Tagen hatte Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Interview erklärt, dass die territoriale Integrität Syriens vollständig wiederhergestellt werden müsse. 

US-Verteidigungsminister Mark Esper erklärte am Sonntag, die USA planen, etwa 1.000 ihrer Soldaten aus Nordsyrien abzuziehen. Im Sender CBS sagte er:

Wir haben amerikanische Streitkräfte, die wahrscheinlich zwischen zwei gegnerischen Armeen gefangen sind, und das ist eine sehr unhaltbare Situation. Sie können nicht verhindern, dass 15.000 Türken weiter in Richtung Süden ziehen.

Die US-Soldaten sollen mittlerweile Posten in den nordsyrischen Städten Kobane und Ain Issa geräumt haben. Es kursieren auch Meldungen, nach denen die französischen Truppen Syrien bereits verlassen haben. Nach anderen Berichten wird ihr Abzug vorbereitet.

In Ain Issa soll es nach türkischem Artilleriebeschuss zu einem Massenausbruch von Häftlingen gekommen sein. Diese wurden dort wegen ihrer Verbindungen zum "Islamischen Staat" (IS) gefangen gehalten. Der Ausbruch verstärkt Befürchtungen, dass die türkische Offensive zu einem Wiedererstarken der Terrormiliz in der Region führen könnte.

Unterdessen werden die die Türken begleitenden Milizen beschuldigt, am Wochenende kurdische Zivilisten ermordet zu haben. Nach einem Bericht der SDF befand sich unter den Opfern die kurdische Politikerin und Frauenrechtlerin Havrin Khalaf. Die sogenannte "Freie Syrische Armee (FSA)" gilt als Hauptverbündete der Türken in Nordsyrien. Vor Jahren wurden die FSA-Kämpfer im Westen noch als "moderat" gepriesen; mittlerweile setzt sich auch hier die Einsicht durch, dass sich in der FSA zahlreiche Dschihadisten befinden.

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