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Erstmals seit 1981: Frauen im Iran erhalten Zutritt zum Fußballstadion

Erstmals seit 1981: Frauen im Iran erhalten Zutritt zum Fußballstadion
Erstmals seit 1981: Frauen im Iran erhalten Zutritt zum Fußballstadion
Zum ersten Mal nach fast 40 Jahren haben Frauen in der Islamischen Republik Iran ungehinderten Zutritt zu einem Fußballstadion erhalten. Zum WM-Qualifikationsspiel gegen Kambodscha am Donnerstag kamen Medienberichten zufolge zwischen 3.500 und 4.000 Iranerinnen.

Erstmals konnten die Frauen das Spiel im Azadi-Stadion in Teheran mit einem frei zu erwerbenden Ticket mitverfolgen und einen 14:0 (7:0)-Sieg ihrer Mannschaft bejubeln. Für die Iranerinnen geht es aber um mehr als nur um Fußball. Für sie ist es ein großer Erfolg in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen die strengen islamischen Vorschriften des erzkonservativen Klerus und gegen ihre Diskriminierung im Land. 

Der 10. Oktober 2019 wird für immer einen speziellen Platz im Kalender der Frauen haben", schrieb die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.

Das Verbot für Frauen, Fußballstadien zu betreten, wurde im Jahr 1981 als Folge der Islamischen Revolution verhängt. Aus diesem Grund sahen sich Hunderte weibliche Fußballfans im gesamten Iran gezwungen, sich als Männer verkleidet in Stadien zu schleichen, wurden dabei jedoch oft erwischt und festgenommen. Im September wurde die 29-jährige Sahar Khodayari in Männerkleidung im Stadion erwischt und vor Gericht gestellt. Aus Protest gegen das Stadionverbot für Frauen setzte sie sich vor dem Islamischen Revolutionsgericht selbst in Brand und erlag ihren Verletzungen.

Zum historischen Tabubruch trug im Wesentlichen auch die FIFA und deren Präsident Gianni Infantino bei. Der Weltfußballverband hatte im vergangenen Jahr mit einem Ausschluss des Iran von der WM 2022 im Nachbarland Katar gedroht, falls Frauen der Eintritt weiterhin verboten wird. 

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Schon vier Stunden vor dem Spiel kamen die Frauen in iranische Flaggen gehüllt und "Victory"-Zeichen zeigend im Azadi-Sportkomplex an. Einige von ihnen weinten gar vor Glück. Unter dem Hashtag "Komm mit mir ins Stadion" posteten sie Bilder und Videos von ihrem ersten Stadionbesuch.

Für die Frauen hatte das Sportministerium vier separate Tribünen mit einer Kapazität von ungefähr 4.000 Sitzen errichtet. Außerdem wurden extra für die Frauen Polizistinnen, Notärztinnen und Stadionführerinnen eingesetzt. Die Frauen-Tickets waren in kürzester Zeit ausverkauft. Daher fordern die Frauen für die nächsten Spiele zumindest zwei weitere Tribünen und ein höheres Ticketkontingent.

Für Kritik sorgten die extra für das Spiel umgebauten Zäune, die die vier Frauentribünen von denen der Männer trennen sollen. "Wollt ihr uns etwa in einen Käfig sperren, um uns vor den Männern zu schützen?", protestierte eine Iranerin auf Twitter. Außerdem fordern sie vom Sportministerium Familien- und nicht nur Frauentribünen, damit auch ihre Ehemänner und Söhne sie begleiten können.

Wegen der Frauen-Premiere war auch das Medieninteresse sehr groß. Es gab jedoch Einschränkungen seitens der Behörden. Fotografinnen erhielten keine Akkreditierungen, obwohl dies vom Sportministerium zuvor versprochen worden war. Die männlichen Fotografen und TV-Teams durften zudem keine Bilder machen, wie die Frauen das Stadion betreten. (dpa/rt deutsch)

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