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USA verraten ihren Alliierten in Syrien für eine "Friedenszone" mit der Türkei

USA verraten ihren Alliierten in Syrien für eine "Friedenszone" mit der Türkei
Syrische "Rebellen" nehmen am 24. Juli an einer türkischen Militärübung in ar-Raʿi in der Provinz von Aleppo teil. An den "feindlichen" Zelten hängen Symbole der kurdischen YPG.
Ein türkischer Einmarsch in Nordsyrien konnte vorerst abgewendet werden, indem sich Washington und Ankara am Mittwoch auf eine "Friedenszone" im Kurden-Gebiet einigten. Diese Einigung gleicht aber einem Verrat der SDF, die an der Seite der USA gegen den IS kämpften.

Eine Invasion von türkischen Truppen stand kurz bevor. Die syrischen Kurden, die sich mit Hilfe der USA ein eigenes Territorium erkämpft hatten und von einem Staat "Rojava" geträumt haben, bauten Verteidigungs- und unterirdische medizinische Notfallanlagen, um sich für den bevorstehenden Krieg zu wappnen. Allerdings gebe man sich keinen Illusionen hin, sagte Aldar Xelil, ein führender kurdischer Politiker in der Nähe der Grenzstadt Qamischli.

Wenn sie einmarschieren, wird unser Territorium zerstört.

Flüchtlingslager Nizip nahe der türkisch-syrischen Grenze in der Provinz Gaziantep, Türkei, 30. November 2016.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zeigte sich am Sonntag bei einer Veranstaltung in der Millionenstadt Bursa noch davon überzeugt, in Kürze gegen die Kurden im Nachbarland Syrien loszuschlagen. Seine Regierung habe Russland und die USA von diesen Plänen in Kenntnis gesetzt und mitgeteilt, dass der Geduldsfaden jetzt gerissen sei. Demnach wolle Ankara eine Sicherheitszone in einem 20 Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze auf syrischer Seite errichten, die kurdischen Kämpfer der YPG – die den Großteil der für die westlichen Interessen gegründeten "Syrischen Demokratischen Kräfte" (oder "SDF") ausmachen und von der Türkei als Terrororganisation eingestuft werden – aus diesem Streifen verjagen und so ein Gebiet für die Rückkehr einiger der 3,6 Millionen syrischer Flüchtlinge in der Türkei schaffen.

Diese Pläne stellten die USA allerdings vor gewaltige Probleme. Einerseits werden die SDF aus Washington mit Waffen unterstützt und die Kurden praktisch als Bodentruppen im Kampf gegen den IS benutzt. Andererseits ist man sich im Klaren darüber, dass die Türkei die YPG als syrischen Arm der PKK betrachtet und in Ankara diese Koalition von Anfang mit größtem Argwohn betrachtet wurde. Zudem hätten die USA einem türkischen Vorstoß gar nichts entgegenzusetzen. Deshalb versuchte die Regierung von US-Präsident Donald Trump, noch rechtzeitig mit der Türkei eine Einigung zu erzielen.

Nach zähen Verhandlungen verkündeten am Mittwoch sowohl das türkische Verteidigungsministerium als auch die US-Botschaft in Ankara, dass man sich auf eine "schnelle Implementierung von ersten Maßnahmen" geeinigt habe, um die Sicherheitsbedenken der Türkei zu befriedigen. Zudem wollten beide Länder ein gemeinsames "Operationszentrum" in der Türkei errichten, um die Sicherheitszone in Syrien zu errichten. Diese Zone soll zu einem "Friedenskorridor" werden, damit die syrischen Flüchtlinge aus der Türkei in ihr Heimatland zurückkehren könnten. Was mit den kurdischen YPG-Kämpfern oder den geschätzten 2.500 gefangengehaltenen IS-Extremisten geschehen solle, blieb dabei unerwähnt.

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Auch wenn es nicht explizit erwähnt wurde, so steht dennoch fest, dass die Türkei mit Hilfe der USA eine Militärmission gegen die Kurden realisieren wird, um diese aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Die Rückführung von syrischen Flüchtlingen – so gut das auch klingen mag – darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ankara damit strategische Ziele verfolgt. So soll das Grenzgebiet wieder ethnisch heterogenisiert werden, nachdem Kurden die arabische Bevölkerung, die nicht geflohen war, teilweise aktiv vertrieben und so für eine demografische Mehrheit der Kurden gesorgt hatten. Bereits im vergangenen Jahr beschwerte sich der Vorsitzende für ausländische Angelegenheiten der SDF, Redur Xelil, darüber, dass die Türkei in den von den Kurden eroberten Dörfern bei Afrin arabische und turkmenische Familien ansiedelt, um eine "absichtliche demografische Veränderung" herbeizuführen.

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