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Taktische Manöver oder echte Partnerschaft? Israel und die Golfstaaten

Taktische Manöver oder echte Partnerschaft? Israel und die Golfstaaten
Die israelische Kultur- und Sportministerin Miri Regev (r.) zusammen mit Mohamed Bin Thaaloob al-Derai, Präsident der UAE Wrestling, Judo & Kickboxing Federation (l.), am 27. Oktober 2018 beim Judo-Grand-Slam in der Emiratenhauptstadt Abu Dhabi.
Der israelische Außenminister Israel Katz besuchte zum ersten Mal die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Dabei ging es zwar vorrangig um die Beziehungen zwischen Israel und den Golfstaaten, doch die vermeintliche "iranische Bedrohung" ist das eigentliche Thema.

Der israelische Außenminister Israel Katz besuchte am Wochenende Abu Dhabi. Es war das erste Mal, dass der Spitzendiplomat des jüdischen Staates den Boden der VAE betrat, wenn auch im Rahmen eines von den Vereinten Nationen einberufenen Klimatreffens.

Katz soll die Gelegenheit genutzt haben, um sich mit einem namentlich nicht genannten lokalen Spitzenfunktionär zu treffen. Die Agenda: die wachsenden Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die "iranische Bedrohung".

"Ich freue mich, hier in Abu Dhabi zu sein und die Interessen des Staates Israel gegenüber den arabischen Golfstaaten zu vertreten", sagte Katz. "Das ist ein bedeutender Schritt in den Beziehungen zwischen Israel und den Staaten der Region."

Der russische Außenminister Sergej Lawrow mit seinem ägyptischen Amtskollegen Samih Schukri am 24. Juni  in Moskau

Auch wenn es kein Besuch auf staatlicher Ebene war, ist es immer noch "ein ziemlich beispielloser Schritt, der zeigt, dass die Beziehung ziemlich fortgeschritten ist", glaubt Dmitriy Maryasis, Senior Fellow am Russian Institute of Oriental Studies.

"Die iranische Frage ist definitiv die Grundlage dieser Beziehung, es ist immer einfacher, sich gegen einen gemeinsamen Feind zu vereinen", so Maryasis gegenüber RT.

Taktisch schlagen sich die sunnitischen Länder am Persischen Golf und Israel in Bezug auf die Beziehungen zum Iran auf die gleiche Seite – beide sehen ihn als Bedrohung.

Die iranische "Bedrohung" – real oder imaginär – ist jedoch nicht das Einzige, was Israel und die Golfstaaten zusammenbringt. Die arabischen Monarchien sind offenbar auch "überdrüssig" gegenüber dem israelisch-palästinensischen Konflikt geworden, glaubt Maryasis, denn es sei nur schwer vorstellbar, dass die "iranische Bedrohung" allein die Länder noch vor etwa 20 Jahren zusammengebracht hätte. Andererseits könnte es sich auch nur um eine taktisch bedingte Momentaufnahme handeln.

"Ich sehe dort keine Strategie, es ist eine rein taktische Sache. Wenn sich die Situation ändert, könnten sich auch die Beziehungen zwischen Israel und diesen Ländern ändern", so Maryasis weiter.

Die Verbindung zwischen Israel und den Golfstaaten, von denen viele Israel nicht als Land anerkennen, wird wahrscheinlich kein hochrangiges formales Niveau erreichen.

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"Da die palästinensische Frage existiert, würde es niemand wagen, hochrangige politische Kontakte mit Israel in ideologischen und innenpolitischen Fragen herzustellen", erklärt Maryasis und erinnert an das Beispiel Ägypten. Die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Israel im Jahr 1979 kostete den damaligen Präsidenten Anwar as-Sadat schließlich das Leben.

Während die Golfstaaten und Israel ein recht weites Feld der Zusammenarbeit haben – Tel Aviv verfügt über fortschrittliche Bewässerungstechnologien und die arabischen Nationen haben Geld, das sie dafür ausgeben können – sind die Aussichten auf ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit immer noch recht düster, glaubt Maryasis. Abgesehen von politischen Fragen dürfte die sehr instabile Situation in der Region alle großen Infrastrukturprojekte wie den von Katz geförderten ehrgeizigen Plan "Tracks to Peace" zunichte machen.

Der Plan sieht den Bau einer Eisenbahnstrecke von Israel nach Oman vor, die den arabischen Golfstaaten Infrastruktur und Zugang zum Mittelmeer bieten soll. Sicherheitsrisiken würden wahrscheinlich verhindern, dass das Projekt vom Papier in die Realität umgesetzt wird, so wie sie die Gaspipeline Ägypten - Israel zum Scheitern brachten, die nach wiederholter Sprengung durch Terroristen auf der Sinai-Halbinsel ihren Betrieb einstellte.

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