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Iranischer Angriff auf Öltanker? Skeptisches Japan fordert von Washington Beweise

Iranischer Angriff auf Öltanker? Skeptisches Japan fordert von Washington Beweise
Der japanische Premierminiser Shinzō Abe während seines Besuchs im Iran an der Seite des geistlichen und staatlichen Oberhaupts der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei. Traditionell pflegen beide Länder freundschaftliche Beziehungen zueinander.
Schnell stand für die USA der Schuldige am Angriff auf zwei für Japan bestimmte Öltanker fest: der Iran. Das folgende Säbelrasseln erhöht die Kriegsgefahr. Die japanische Regierung ist allerdings alles andere als überzeugt von den "Beweisen" aus Washington.

Die skurrile Räuberpistole aus Washington geht so: Der nach dem unilateralen Ausstieg der US-Regierung aus dem Atomabkommen und den folgenden drakonischen Sanktionen samt Kriegsdrohungen bedrängte Iran führte im Golf von Oman einen Angriff auf zwei Öltanker durch. Schon das allein wäre äußerst irrational, angesichts der voraussagbaren Reaktionen der transatlantischen Gemeinschaft. Doch damit nicht genug. Kurz vor den Angriffen im Golf von Oman reiste der japanische Premierminister Shinzō Abe für Verhandlungen über Möglichkeiten der Beilegung des Konflikts nach Teheran. Hinzu gesellt sich die Tatsache, dass die Fracht der beiden Öltanker für Japan bestimmt war. Dennoch, nur wenige Stunden nach den Angriffen beschuldigte die US-Administration den Iran der Urheberschaft der Angriffe auf das Schiff "Kokuka Courageous" einer japanischen Frachtfirma und die "Front Altair" des Norwegers John Frederiksen.

Ein iranisches Marineschiff beim Löschen des Feuers auf dem Öltanker

Nicht nur ist vollkommen unklar, welches Motiv Teheran bei den Angriffen getrieben haben soll, auch wie die Angriffe durchgeführt worden sein sollen, steht aktuell weiterhin in den Sternen. Dennoch, neben den Vereinigten Staaten ließen auch die engen US-Verbündeten Großbritannien und Saudi-Arabien und Israel sehr wenig Zeit verstreichen, um sich der Meinung Washingtons anzuschließen und den Iran ohne stichhaltige Beweise anzuklagen. Angesichts der ohnehin äußerst angespannten Lage, die viele Beobachter einen regionalen Flächenbrand befürchten lässt, distanzierte sich der japanische Schiffseigner der Kokuka Courageous von dieser Position.

Seiner Ansicht nach handelt es sich bei den Vorwürfen an die Adresse Teherans um "falsche Informationen" darüber, was wirklich im Golf von Oman vor sich ging.

Bei den Angriffen seien "fliegende Objekte" die Ursache des Unglücks gewesen, bei denen es sich um Kugeln gehandelt haben könnte, und nicht etwa Minen, wie von Washington behauptet. Wie der Vorstandsvorsitzende des japanischen Frachtunternehmens, Yutaka Katada, weiter ausführt, könne ausgeschlossen werden, dass die Angriffe mit Unterwasserminen oder Torpedos ausgeführt wurden, da der versursachte Schaden offensichtlich über der Wasseroberfläche versursacht worden sei.

Es scheint, dass etwas auf sie [die Schiffe, Anm. d. Red.] zugeflogen ist. Den Berichten zufolge, die ich erhalten habe, wurde dadurch das Loch geschaffen", erklärte Katada am Freitag auf einer Pressekonferenz in Tokio.

Daraufhin veröffentlichten die USA ein Video, das angeblich zeigt, dass iranische Revolutionsgardisten eine wahrscheinlich nicht explodierte Haftmine von der Kokuka Courageous entfernten. Auch sei das Schiff nach einer "ersten Explosion" verlassen worden.

Die Eigner des norwegischen Frachters "Front Altair" äußerten sich bislang nicht zu den Vorkommnissen im Golf von Oman.

Dies taten nun jedoch japanische Regierungsbeamte.  

Die Erklärung der USA hat uns nicht dabei geholfen, über Spekulationen hinauszugehen. Auch wenn es die Vereinigten Staaten sind, die diese Behauptung [der iranischen Urheberschaft, Anm. d. Red.] aufstellen, können wir nicht einfach sagen, dass wir es glauben", so ein japanischer Regierungssprecher.

Wenn der Grad an militärischem Vermögen laut den USA auf den Iran hindeutet, "würde dies auch für die USA und Israel gelten", so ein japanischer Regierungsbeamter.

Auch der japanische Außenminister Tarō Kōno bat die US-Regierung um konkrete Beweise, die die Anschuldigungen gegenüber dem Iran erhärten.

Nach Informationen von Japan Today sieht die japanische Regierung ihre Reputation durch die Angriffe und die vorschnelle Schuldzuweisung gefährdet:

Die Angriffe haben den Ruf des Premierministers schwer beeinträchtigt, da er versuchte, ein Vermittler zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zu sein. Es ist eine ernste Angelegenheit, und Fehler bei der Tatsachenermittlung zu machen, ist unzulässig", sagte demnach eine Quelle aus dem unmittelbaren Umfeld des japanischen Premierministers Shinzō Abe.

Seit Jahrzehnten pflegt Tokio freundschaftliche Beziehungen zu Teheran, die es nicht ohne Not aufs Spiel zu setzen gedenkt.

Wir können keine Aussagen treffen, die auf einer Vermutung beruhen", sagte demnach ein japanischer Diplomat und fügte hinzu, dass die US-Regierung weitere Informationen über den Vorfall veröffentlichen sollte.

Mit Verweis auf die fingierten "Beweise" der US-Administration, die zum dritten Irakkrieg führten, erklärte ein weiterer japanischer Regierungsmitarbeiter: "Wir können US-Ansprüche nicht vorbehaltlos akzeptieren."

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Wie das Onlinemagazin Sumikai berichtet, spricht ein ehemaliges Kabinettsmitglied der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) "von der Möglichkeit einer US-Verschwörung hinter den Tankerangriffen".

Auch wenn die Öltanker nicht versenkt wurden, eines ging nach den hastigen Vorwürfen an den Iran aus Washington, London, Riad und Tel Aviv vollkommen unter: die Ergebnisse der Gespräche zwischen der iranischen Führung und dem japanischen Premierminister in Teheran. Der offizielle Anlass der Reise Abes und seines Außenministers Kōno nach Teheran war die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Staaten vor 90 Jahren. Inoffiziell drehte sich jedoch alles um die Spannungen zwischen Teheran und Washington, und bereits vor Monaten hatte die japanische Regierung angeboten, im schwelenden Konflikt zwischen Teheran und Washington zu vermitteln.

Am Ende der Gespräche erhielt Japan vom Iran die Zusage, dass das Land keine Atomwaffen zu bauen oder gar einzusetzen gedenke. Dies habe ihm das geistliche und staatliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, versichert, erklärte Abe vor Reportern nach einem Treffen in Teheran. Demnach habe er von Chamenei "seinen tiefen Glauben an den Frieden" vernommen.

Ich betrachte das als einen großen Fortschritt hin zu Frieden und Stabilität in der Region", so Abe weiter.

Beides hängt jedoch keineswegs allein vom Verhalten Teherans ab.

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