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UN-Studie: Jemen durch Saudi-geführten Krieg um mehr als 20 Jahre zurückgeworfen

UN-Studie: Jemen durch Saudi-geführten Krieg um mehr als 20 Jahre zurückgeworfen
Eines von über 100.000 Kindern, die allein in diesem Jahr an Cholera erkrankt sind, in einem Cholera-Behandlungszentrum in Haddscha, Jemen, 20. April 2019
In vier Jahren Krieg wurde der Jemen um mehr als 20 Jahre in seiner Entwicklung zurückgeworfen. Laut einer aktuellen Studie könnte das Land erst nach zwei bis drei Generationen den ohnehin schon elenden Vorkriegsstand erreichen.

Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) ist der Jemen durch den aktuellen Krieg seit Beginn der Offensiven vor vier Jahren um mehr als 20 Jahre zurückgeworfen worden. Außerdem hat der Krieg bereits wirtschaftliche Verluste von 88,8 Milliarden Dollar verursacht – gesetzt den Fall, der Krieg würde jetzt enden.

Rauch nach einem Luftangriff in Sanaa, Jemen.

Würde der Krieg im Jahr 2022 beendet, wäre die Entwicklung um 26 Jahre zurückgeworfen – fast um eine ganze Generation. Bei einem Ende des Krieges erst im Jahr 2030 würde sich dieser Rückschlag nach Schätzungen der Studie auf vier Jahrzehnte erhöhen, mit Verlusten in Höhe von 657 Milliarden Dollar, einem Anteil von 71 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut – und 84 Prozent wären von chronischer Unterernährung betroffen.

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Der Stand der menschlichen Entwicklung im Jemen stagniert nicht nur. Diese ist sogar rückläufig, sagte Auke Lootsma, Vertreter des UNDP im Jemen:

Die langfristigen Auswirkungen des Konflikts sind enorm und machen ihn zu einem der zerstörerischsten Konflikte seit dem Ende des Kalten Krieges", heißt es im Bericht.

Eine weitere Verschlechterung der Situation würde das menschliche Leid vergrößern und die Region noch mehr destabilisieren. Selbst bei sofortigem Frieden würde es Jahrzehnte dauern, bis der Jemen wieder den sowieso schon elenden Vorkriegsstand erreicht. Während das Land damit das ärmste im Nahen Osten wäre, zählt jeder Moment, um die Situation zu verbessern, insbesondere die Nahrungsmittelversorgung und die gesundheitliche Situation mit einer vermeidbaren Anzahl von Choleraausbrüchen, von der vorrangig Kinder betroffen sind.

Seit Jahresbeginn bis zum 19. April wurden 236.550 Verdachtsfälle von Cholera gemeldet, davon betrafen 105.384 Fälle Kinder unter 15 Jahren. Beinahe die Hälfte davon wurde allein im vergangenen Monat registriert – neunmal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Hilfsorganisation Save the Children warnt, dass heftige Regenfälle und Sturzfluten im Land die Situation im April weiter verschlechtert haben. Treibstoffmangel und die anhaltenden Kämpfe verstärkten die schweren Folgen des vierjährigen Krieges noch und begünstigten eine Ausbreitung der Cholera in den kommenden Monaten.

Ärzte ohne Grenzen warnte zudem jüngst, dass durch die Folgen des Krieges immer mehr schwangere Frauen und kranke Kinder im Jemen sterben, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Hilfe bekommen. Dabei ist ein großes Problem, dass die Menschen von der ohnehin immer mehr zusammenschrumpfenden medizinischen Versorgung zunehmend abgeschnitten sind.

Die Patienten werden durch Luftangriffe und Gefechte an der Reise gehindert, und sie gehen nachts nicht hinaus, weil sie Angst haben, angegriffen zu werden. Einmal wurde ein Auto von einem Luftangriff getroffen, alle Insassen wurden getötet", so die Hebamme Sadeqa im Krankenhaus von Abs.

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