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"Schuld an 600 toten US-Soldaten im Irak"? Sacharowa kontert US-Vorwürfe gegen Teheran

"Schuld an 600 toten US-Soldaten im Irak"? Sacharowa kontert US-Vorwürfe gegen Teheran
Der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hooks, schwört die Soldaten einer Militärbasis nahe Washington auf die "iranische Gefahr" ein. Den Beweis sollen auch präsentierte Raketenteile liefern (Hintergrund).
Nach US-Informationen gehen gut 600 tote US-Soldaten im Irak auf das Konto Teherans. Russland bezweifelt die Angaben und verweist auf den durch Washington zu verantwortenden Blutzoll. Ebenso warnt Moskau vor der Suche nach einem neuen Kriegsgrund.

Es war Brian Hooks, der US-Sonderbeauftragte für den Iran, der die vermeintliche Enthüllung präsentierte. Den Einsichten des Pentagon nach zu urteilen, sei der Iran demnach für den Tod von 608 US-amerikanischen Militärangehörigen verantwortlich.

Dies entspricht 17 Prozent aller Militärangehörigen, die im Irak zwischen 2003 und 2011 ihr Leben ließen", weiß Hook zu berichten.

Der iranische Präsident Hassan Rohani und der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz in Sotschi, Russland, 14. Februar 2019.

Und diese Zahlen würden noch nicht einmal die "vielen tausend getöteten Irakis" berücksichtigen, die von durch Teheran trainierte schiitische Milizen getötet wurden.

Während sich die iranische Führung noch nicht zu den Einlassungen des US-Sondergesandten äußerte, fiel es Moskau als seinem strategischen Partner in Syrien offensichtlich schwer, sich zurückzuhalten. Das allzu durchsichtige Ziel der dubiosen Aussagen Hooks sei es demnach, US-Präsident Trumps anti-iranischer Kampagne das Wort zu reden. Entsprechend "überrascht" zeigte sich die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Wir haben nichts von Zusammenstößen zwischen Amerikanern und Iranern auf dem Territorium des Irak gehört, so dass unsere Kollegen in Washington erklären müssen, was genau sie mit der Beteiligung Teherans meinen", stellte Sacharowa klar.

Ebenso fühlte sich die russische Top-Diplomatin dazu veranlasst, auf die grundlegende Absurdität der Hookschen Anschuldigungen zu verweisen.

Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass die amerikanische Intervention im Irak als die schwerste Verletzung internationalen Rechts und als de facto krimineller Akt in die Geschichte eingeht", ist sich Sacharowa sicher.

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Dass sich Washington trotzdem genötigt sieht, nicht das eigene Handeln zu hinterfragen, sondern den Iran und insbesondere die Revolutionsgarden Teherans ins Visier zu nehmen, ist für Moskau Anlass genug, eine deutliche Warnung auszusprechen.

Wir raten den Vereinigten Staaten, nicht nach Entschuldigungen zu suchen, um einen neuen Konflikt zu beginnen und das Leiden auf der ganzen Welt mit seiner aggressiven Politik zu vergrößern.

Brian Hook, der US-Sonderbeauftragte für den Iran, spricht am 29. November 2018 auf der Militärbasis Anacostia-Bolling in Washington mit Reportern.

Während Hooks das Augenmerk vor allem auf die vermeintlich durch die Hand der Revolutionsgarden getöteten US-Militärs richtet, verweist die russische Außenamtssprecherin auf andere Zahlen. Laut Pentagon, so Sacharowa, läge die Zahl der im Einsatz getöteten US-Soldaten bei 3.500. Dahingegen gäbe es "keine genauen Zahlen" darüber, wie viele Zivilisten im selben Zeitraum ihr Leben verloren haben. Nach konservativen Schätzungen wie denen des Iraq Body Count Project liegt die Zahl der verifizierten zivilen Toten im entsprechenden Zeitraum bei über 114.000. Studien wie die der wissenschaftlichen Zeitschrift PLOS Medicine aus dem Jahr 2013 kommen auf über 405.000 tote irakische Zivilisten.

Die Berichte schließen nicht die zehntausenden Toten ein, die in den folgenden acht Jahren im Irak getötet wurden, aber die letzte Zahl entspricht den Schätzungen von einer halben Million tot geglaubter (Menschen) im benachbarten Syrien seit dem Ausbruch der von den USA und ihren regionalen Alliierten gedeckten Erhebung von Rebellen und Dschihadisten im Jahr 2011", kommentierten US-Medien das präsentierte Zahlenwerk.

Zuletzt sorgten Berichte für Schlagzeilen, wonach die USA weitere Sanktionen gegen den Iran in Erwägung ziehen, um Bereiche seiner Wirtschaft treffen, die bislang vom US-Sanktionsregime unberührt blieben. Wie ein hoher Beamter der Trump-Regierung vermeldete, soll so das einjährige Jubiläum des Rückzugs der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran begangen werden.  

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