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Neuer Anwärter: Ägypten entwickelt sich zu einem echten Energieknotenpunkt

Neuer Anwärter: Ägypten entwickelt sich zu einem echten Energieknotenpunkt
(Symbolbild)
Die Zukunft Ägyptens im Bereich Öl und Gas sieht sehr gut aus. Die groß angelegten Konzessionen, die während der Konferenz EGYPS2019 in Kairo vergeben wurden, zeigen den Appetit solcher Energieriesen wie Shell, BP und ENI an diesem neuen Energie-Hotspot.

Nach Jahren eines starken wirtschaftlichen Einbruchs, der zum Teil auf anhaltende Zahlungs- wie auch Sicherheitsprobleme zurückzuführen war, kehrt Ägypten nun in die Spitzenliga zurück. Die anhaltenden Sorgen um die Sicherheit in der westlichen Wüste Ägyptens oder auf dem Sinai scheinen für die Investoren keine Gefahr mehr darzustellen. Am zweiten Tag der EGYPS2019-Konferenz wurden fünf Onshore- und Offshore-Lizenzen durch das staatliche Energieunternehmen EGPC angekündigt. Der ägyptische Energieminister Tarek El Molla erklärte, dass dies eine sehr gute Zukunft für den nordafrikanischen Öl- und Gasproduzenten schaffe.

Saudi-Arabien will Zukunftsstadt

Eine Erfolgsgeschichte des Offshore-Tiefwassergasfeldes Zohr, das vom italienischen Ölkonzern ENI betrieben wird, könnte durch positive Ergebnisse der laufenden Explorationsarbeiten am Offshore-Feld Noor erweitert werden. Wenn die Erwartungen erfüllt werden, könnte ein neuer Gashub entstehen, der die zypriotische und israelische Produktion mit der bestehenden LNG-Infrastruktur Ägyptens kombiniert.

Die lang erwarteten Entscheidungen der ägyptischen Erdgas-Holding EGAS wurden am 12. Februar bekannt gegeben. Der niederländische Ölkonzern Shell erhielt drei Konzessionen, die Projekte in West Fayoum, im Südosten von Horus und in Süd-AbuSnan betreffen. Der italienische Ölkonzern ENI, der derzeit an den großen Offshore-Gasprojekten Zohr und Noor beteiligt ist, wurde mit den Arbeiten an einem Sektor  östlich von Siwa beauftragt. Weitere Sektoren des Feldes sollen von der General Petroleum Company und Neptune Energy übernommen werden. Merlon International erhielt einen Arbeitsauftrag für einen Sektor im Norden von Beni Suef.

Was die ägyptischen Gasaussichten betrifft, so hat der US-Ölriese ExxonMobil, der seit Jahren in Ägypten nicht mehr aktiv war, seine Arbeit in dem nordafrikanischen Land wieder aufgenommen. Das Unternehmen erwarb den Norden des Konzessionsgebiets der Amreya Marine Company. Die Gebiete North Sidi Gaber sowie North El Fanar gingen an Shell und Petronas. Die Konzession North West Sherbin wurde an den britischen Ölkonzern BP und ENI vergeben.

Das Wiedererwachen des großen Interesses der internationalen Energieunternehmen sollte nicht unterschätzt werden. Der Arabische Frühling, die Herrschaft des Präsidenten der Muslimbrüderschaft Mursi sowie der Militärputsch kurz danach, wirkten sich sehr negativ auf die Gas- und Öl-Projekte des Landes aus. Die meisten Energieunternehmen und unabhängige Einrichtungen, die damals in Ägypten arbeiteten, waren von Sicherheitslücken und durch verspäteten Zahlungen betroffen, was zu einer erheblichen Verlangsamung der Geschäfte führte. Der jetzige Erfolg von ENI und die sich verbessernde politische und sicherheitspolitische Situation scheinen die Stimmung verändert zu haben. Die Teilnahme von Shell und ExxonMobil könnte zu einem Wendepunkt werden.

Israelische Erdgas-Förderplattform im Mittelmeer (Archivbild)

Kairos Träume, zu einem Energieknotenpunkt zu werden und den europäischen Markt zu versorgen, wurden wiederbelebt, so kommentierte der Vorsitzende der Firma Shell in Ägypten, Gasser Hanter. Er erklärte während der EGYPS2019, dass "Ägyptens LNG-Exportanlagen Idku und Damietta wahrscheinlich die kostengünstige Option für diejenigen Gasproduzenten im östlichen Mittelmeerraum bleiben werden, die exportieren wollen". Er erwartet, dass den anderen Teilnehmern im östlichen Mittelmeerraum bald klar wird, dass die ägyptische Option die besten kommerziellen und strategischen Voraussetzungen bietet.

Zypern und Ägypten haben bereits vorläufige Abkommen unterzeichnet, um Gas aus dem zyprischen Feld Aphrodite nach Ägypten zu leiten. Auch Israel hat bereits ein Gasexportabkommen mit Ägypten. Der Deal wurde von der ägyptischen Dolphinus Holding ins Leben gerufen, die aus Israel über einen Zeitraum von zehn Jahren 64 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr importieren will.

Noble Energy und das israelische Delek, zwei führende Produzenten in den Feldern Tamar und Leviathan, haben vereinbart, eine Beteiligung an einer stillgelegten Gaspipeline im Osten des Mittelmeers zu erwerben. Shell bekräftigte während des EGYPS2019-Forums, dass die Wirtschaft der ägyptischen Exportwerke nach wie vor überzeugend sei.

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