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Wahlwerbevideo in Israel zeigt, wie Gaza in Schutt und Asche gebombt wurde

Wahlwerbevideo in Israel zeigt, wie Gaza in Schutt und Asche gebombt wurde
Der frühere Chef der israelischen Verteidigungsstreitkräfte kandidiert mit einem Werbespot, in dem Gaza dem Erdboden gleichgemacht wird. Er will im April zum Ministerpräsidenten Israels gewählt werden. In den Videos verherrlicht Gantz seine Zeit als IDF-Generalstabschef.

Benny Gantz gehört der Partei "Hosen Le Yisrael" (Israel Resilience) an. Der ehemalige IDF-Oberbefehlshaber (von 2011 bis 2015) und Generalstabschef (von 2005 bis 2007) will im April zum neuen israelischen Ministerpräsidenten gewählt werden. Hierfür bedient er sich einer ungewöhnlichen Werbekampagne, in der er die IDF-Einsätze verherrlicht, unterlegt mit dramatischer Musik. Darin wird Gaza "zurück in die Steinzeit gebombt". Die Aufnahmen zeigen zerstörte palästinensische Gebäude.

Als Generalstabschef der IDF führte Gantz die Offensive an, die den Gazastreifen 51 Tage lang bombardierte. Dabei wurden - so prahlt er in dem Video - "1.364 Terroristen getötet" und brachten Israel so "dreieinhalb Jahre Ruhe". 

In einem zweiten Video ist die fortlaufende Zählung von Todesfällen über Szenen palästinensischer Begräbnisse zu sehen und ein drittes Video zeigt die gezielte Ermordung eines Hamas-Führers, dessen Auto in einem Feuerball explodiert. 

Der Wahlslogan von Gantz kann als "Fortschritt für Israel" (חוסן לישראל) übersetzt werden. Gantz scheint der Überzeugung zu sein, dass die israelischen Wähler sich für denjenigen Kandidaten entscheiden werden, der am besten mordet. Wären jedoch heute in Israel Wahlen, so würde seine Partei "Hosen le Yisarel" weniger als die Hälfte der Sitze von Benjamin Netanjahus Likud-Partei erlangen.

Eine israelische Flagge ist neben dem Tor des Gefängnisses Megiddo, 24. Juli 2018.

Palästinensische und Israelische Medien setzen sich mit der "Terror-Mathematik" von Gantz auseinander. Electronic Intifada (EI) legt anhand von Zahlen des UN-Menschenrechtsrats nahe, dass er mit den Wahlvideos zugibt, Zivilisten angegriffen zu haben. Von diesen seien insgesamt weniger als 800 Kämpfer gewesen. Die israelischen Haaretz-Nachrichten stellen fest, dass selbst laut den offiziellen israelischen Zahlen weniger als die Hälfte der Ermordeten zu den militanten Kräften zählten.

Gantz habe fast 500 "nicht kategorisierte" Opfer in seine "terroristische" Zählung einbezogen. EI betonen weiter, dass diese zufällige Aufnahme in die Zählung dem palästinensisch-niederländischen Bürger Ismail Ziada bei seiner Klage gegen Gantz zu Gute kommen könne. Für Ziada war der Angriff, der seine Familie tötete, Teil einer offiziellen IDF-Politk, die gegen das Völkerrecht verstößt. Ein vierter Werbespot wirbt seltsam konträr zu den ersten drei Spots angeblich für Frieden. Dieser scheint aber nicht aus der Feder von Gantz zu stammen. Bei den Wahlen am 9.April 2019 könnte Gantz mit seiner Partei zweitstärkste Kraft werden.

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