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Neue Dokumente enthüllen US-Ausbildung für emiratische Kampfpiloten im Jemen-Krieg

Neue Dokumente enthüllen US-Ausbildung für emiratische Kampfpiloten im Jemen-Krieg
Ein F-16-Kampfjet der emiratischen Luftwaffe.
Das Pentagon hat Trainingsmaßnahmen durchgeführt, um die Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emirate für Angriffe über Jemen vorzubereiten. Das geht aus einem neuen Bericht hervor, der aufzeigt, dass die Beteiligung der USA am Konflikt viel größer ist, als offiziell dargestellt.

von Ali Özkök

Das Zentralkommando der US-Luftwaffe (AFCENT) nahm ein halbes Dutzend F-16-Kampfflugzeuge der Emirate spezialisierte Red-Flag-Trainingsübungen auf. AFCENT "unterstützte 150 Piloten bei der Vorbereitung auf Kampfhandlungen im Jemen", heißt es in einem offiziellen Memo der US-Luftwaffe vom 18. Dezember 2017. Das AFCENT-Dokument wurde durch eine Anfrage unter Bezugnahme auf das Informationsfreiheitsgesetz publik, berichtete Yahoo News am Donnerstag.

Seit 2015 unterstützen die Vereinigten Staaten den Krieg der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen die Huthis mit Waffen, Logistik, einschließlich Luft-Luft-Betankung, Geheimdienstaustausch und militärischer Beratung. Die USA unterstützen den Krieg auch über eine Geheimoperation, die sich "Yukon Journey" nennt. "Yukon Journey" untersteht dem Zentralkommando CENTCOM und ist definiert als "Unterstützung für das Königreich Saudi-Arabien und die Partnerstaaten im Jemen".

Erst Anfang November vergangenen Jahres erteilte der damalige US-Verteidigungsminister James Mattis den Befehl, Betankungsoperationen zur Unterstützung des saudi-geführten Luftkriegs im Jemen einzustellen. US-Logistikflugzeuge haben bis dahin saudische und offenbar emiratische Kampfflugzeuge bei Bombenmissionen im Jemen betankt, um die operationelle Reichweite der Jets zu erhöhen. Die neuen Dokumente beweisen, dass die US-Armee bei der Unterstützung von Bombenbodenzielen umfangreicher beteiligt ist als bisher bekannt.

Das Memo legt nahe, dass die Kampfpiloten der Vereinigten Arabischen Emirate auf der al-Dhafra Luftwaffenbasis fortgebildet wurden, die von der US Air Force betrieben wird. "Das Einheitenjägerpersonal hat das F-16-Kampfflugzeugpilotenausbildungsprogramm der VAE vorangetrieben; drei Piloten flogen 243 Instrukteureinsätze/323 Stunden, die vier neue Instruktoren und 29 Kampfpiloten hervorbrachten, die sofort für Kampfeinsätze im Jemen eingesetzt wurden", heißt es im Memo.

Die Ausbildung sei im Wesentlichen ein Bestandteil der Kriegsanstrengungen, so William Hartung, Direktor des Rüstungs- und Sicherheitsprojekts am Zentrum für Internationale Politik. "Die Ausbildung von Piloten, die zivile Ziele im Jemen bombardieren, ist eine weitere Form der Komplizenschaft der USA in einem brutalen Krieg, der viel zu lange andauert", sagte Hartung und fuhr fort:

Wenn es der Trump-Regierung ernst damit ist, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate dazu zu bringen, in gutem Glauben über den Frieden im Jemen zu verhandeln, sollten sie die Ausbildung und andere Formen der militärischen Unterstützung einstellen, bis sie ihren Teil zur Beendigung des Krieges beitragen.

Ein Vertreter des US-Zentralkommandos, Oberstleutnant Josh Jacques, wies gegenüber Yahoo News jedoch jegliche Involvierung am Jemen-Krieg zurück. Im offenen Widerspruch zum AFCENT-Memo behauptete er:

Wir führen keine Übungen mit Mitgliedern der [von Saudi-Arabien geführten Koalition] durch, um sie auf Kampfeinsätze im Jemen vorzubereiten.

Ähnlich äußerte sich US-Generalstabschef Joseph Dunford. Dieser gab an, dass die USA "weder Teilnehmer am Bürgerkrieg im Jemen sind, noch unterstützen wir die eine oder andere Seite".

Ein Trainingsprogramm für Piloten der VAE durchzuführen, "die zivile Ziele im Jemen bombardieren, ist eine weitere Form der Komplizenschaft der USA in einem brutalen Krieg, der schon viel zu lange andauert", sagte William Hartung.

Proteste nach dem brutalen Mord am saudischen Journalisten Jamal Kashoggi im Jahr 2018 – in dem Saudi-Arabien aus Deutschland dennoch Kriegsgüter in höherem Wert als im Vorjahr erhielt.

Der jemenitische Politikanalyst und Journalist Mareb al-Ward kommentierte auf Anfrage von RT Deutsch über die widersprüchliche Haltung der US-Seite:

Die Erklärung dürfte sein, dass die US-Regierung internen und externen Druck sowie Kritik über ihre Unterstützung der arabischen Koalition wegen der Ereignisse im Jemen vermeiden will, insbesondere nach der Ankündigung, dass Washington die Treibstoffversorgung für die Koalitionsflugzeuge eingestellt hat.

US-Truppen waren ebenfalls an Bodenoperationen im Jemen beteiligt. Ein Team von etwa einem Dutzend US-Armeekommandosoldaten, die aus den Reihen der Green Berets kommen, half der saudischen Koalition heimlich bei der Suche und der Zerstörung von Huthi-Lager- und Abschussstätten für ballistische Raketen, während sie irgendwo in Saudi-Arabien nahe der Grenze zum Jemen stationiert waren. Das berichtete die New York Times im vergangenen Mai unter Berufung auf anonyme US-Beamte und europäische Diplomaten.

"Die Strategie der Emirate im Jemen besteht darin, das Chaos zu verlängern, die legitime Autorität zu schwächen und separatistische bewaffnete Gruppen zu unterstützen, die nicht unter der staatlichen Kontrolle stehen. Der Jemen hat eine einzigartige strategische Lage, und genau das lud die Emirate und Saudi-Arabien zur Invasion ein", erklärte Mareb al-Ward über die Aktivitäten von Abu Dhabi. Hinsichtlich der geopolitischen Strategie der Golfmonarchie ergänzte er:

Die Emirate haben seit langem die Absicht, den Hafen von Aden zu kontrollieren. Sie wollen den Hafen lahmlegen. Sie wollen nicht, dass es in der Region einen Konkerrunten zu ihrem eigenen Seehäfen gibt. Mit ihrer Intervention im Jemen und der Herrschaftsbesessenheit ihrer Herrscher glauben die Emiratis, dass die Möglichkeit besteht, durch die Präsenz im Roten Meer und anderen strategischen jemenitischen Inseln wie Miyoun, das am südlichen Eingang der Bab al-Mandab-Straße liegt, einen dauerhaften Einfluss im Jemen zu gewinnen, der ihr geopolitischen und wirtschaftlichen Einfluss im Wettlauf um das Rote Meer verleihen wird.

Eine von Associated Press im Juni 2017 veröffentlichte Untersuchung ergab, dass Beamte der Vereinigten Arabischen Emirate Terrorverdächtige in 18 geheimen Haftanstalten im Südjemen foltern, bevor sie sie zur Befragung an US-Personal übergeben.

In einem OHCHR-Bericht der Vereinten Nationen wurde festgestellt, dass bis August 2018 mindestens 16.706 Zivilisten getötet oder verwundet wurden. Der Bericht unterstrich, dass "die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich deutlich höher sein werden". Luftangriffe der saudi-geführten Koalition, die Wohngebiete getroffen haben, "haben die meisten der dokumentierten zivilen Opfer verursacht", so der Bericht.

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