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Zufrieden mit Trump: Türkei legt Offensive gegen US-Verbündeten in Syrien fürs Erste auf Eis

Zufrieden mit Trump: Türkei legt Offensive gegen US-Verbündeten in Syrien fürs Erste auf Eis
AFP PHOTO / TÜRKISCHER PRESSEDIENST DES PRÄSIDENTEN / KAYAN OZER
Der türkische Präsident hat erklärt, dass er nach einem Telefongespräch mit Trump beschlossen hat, eine neue militärische Operation in Syrien zu verschieben. Ankara beabsichtigte, den syrischen Top-Verbündeten der USA, die kurdische YPG-Miliz, anzugreifen.

von Ali Özkök

Zuvor hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar noch angekündigt, dass die Armee "intensive" Vorbereitungen für eine weitere Operation gegen die YPG-Miliz im nordsyrischen Manbidsch unternehmen werde. Außerdem sollte ein Vorstoß östlich des Euphratflusses durchgeführt werden. Die Ankündigung kam einen Tag nachdem die USA erklärt hatten, dass sie ihre Truppen innerhalb der nächsten 100 Tage aus Syrien abziehen werden.

US-Panzerfahrzeug begleitet YPG/SDF-Konvoi in Syrien.

Während sich der türkische Präsident Erdogan tagelang nicht offiziell zur US-Entscheidung äußern wollte, brach er am Freitag schließlich sein Schweigen:

Die Entscheidung, die Operation östlich des Euphrat durchzuführen, ist gefallen, aber nach den Gesprächen mit Trump und den jüngsten Ereignissen haben wir uns entschieden, den Beginn zu verschieben."

"Haben sie angefangen, sich zurückzuziehen? Ja, das haben sie. Jetzt geht es darum, die diplomatischen Beziehungen auf gesunde Weise wieder aufzunehmen. Der Diplomatieverkehr mit den USA war lange nicht so weit fortgeschritten, wie wir es uns wünschen, aber jetzt bessert er sich und erreicht den gewünschten Punkt", sagte Erdogan.

Offenbar soll die Türkei auch zugesagt haben, den Anti-Terrorkampf aufzunehmen und alle restlichen Elemente des "Islamischen Staates" in Syrien zu eliminieren.

Boris Dolgow, Politikwissenschaftler am Zentrum für Arabistik und Islamwissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften, bleibt skeptisch, ob die USA wirklich aus Syrien abziehen werden. RT sagte er im Interview:

Es gab noch keinen Präzedenzfall, wo die Vereinigten Staaten eine Region, in der sie dominierten, einfach verließen und die Situation denen überließen, die blieben. Es ist klar, dass nicht alle US-amerikanischen Militärangehörigen das Land verlassen. Laut den neuesten Berichten könnten trotzdem etwa 2.000 Personen als Teil des US-Personals in Syrien verbleiben."

Laut Dolgow waren die USA nur zu Konzessionen bereit, weil die Türkei mit ernsthaften Konsequenzen drohte. Er fügte hinzu:

Diese Entscheidung von Trump wird meiner Meinung nach jetzt nur getroffen, weil die Türkei eine umfassende militärische Operation gegen die bewaffneten kurdischen Gruppen plante. Das ist die US-Politik: Sie gehen, aber am Ende bleiben sie doch."

Der Pressesprecher der YPG-Schirmorganisation "Demokratische Kräfte Syriens", die von den USA mitbegründet wurden, äußerte sich enttäuscht über die abrupte Kehrtwende der USA. Im Interview mit RT sagte er am Freitag:

Die US-Entscheidung, abzuziehen, ist schockierend und kam überraschend."

Der sogenannte "Syrische Demokratische Rat", also der politische Flügel der "Demokratischen Kräfte Syriens", rief am Freitag Frankreich dazu auf, in die Fußstapfen der USA zu treten. In der Stellungnahme heißt es:

Wir bitten Frankreich, bei der Einführung einer Flugverbotszone im Norden Syriens mitzuwirken."

Frankreich gehört zu den wichtigsten westlichen Alliierten der USA in Syrien. Unbestätigten Schätzungen zufolge soll Paris rund 1.000 Soldaten im Kriegsgebiet unterhalten, die die YPG/SDF-Truppen sowohl militärisch unterstützen als auch ausbilden.

Ein US-Offizier (r.) mit einem kurdischen YPG-Offizier in al-Malikiyah am 25. April 2017.

Erdogan versicherte in seiner Rede, dass die Türkei keine territorialen Ansprüche auf syrische Gebiete habe, sondern "gezwungen sei, Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation in Syrien zu ergreifen". Er betonte, dass Ankara "keine Zugeständnisse machen wird", wenn es um die nationale Sicherheit des Landes geht.

Die türkische Operation in Syrien ziele darauf ab, die YPG-Truppen in Syrien zu vernichten. Zuvor hatte Ankara Washington beschuldigt, die Gruppe mit tausenden von Container-Ladungen an Waffen zu versorgen, obwohl sie von der Türkei als terroristische Organisation eingestuft wurde.

Die Türkei sieht in der kurdischen YPG einen syrischen Ableger der PKK. Ankara kämpft gegen die PKK seit den 1980er Jahren.

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