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Trump verkündet Sieg über ISIS: Aber letztes Wort zum Truppen-Abzug aus Syrien hat Pentagon

Trump verkündet Sieg über ISIS: Aber letztes Wort zum Truppen-Abzug aus Syrien hat Pentagon
Ein US-Offizier (r.) mit einem kurdischen YPG-Offizier in al-Malikiyah am 25. April 2017.
Die USA haben den "Islamischen Staat" in Syrien besiegt, sagte Donald Trump und fügte hinzu, dass dies der einzige Grund sei, warum er Truppen im Land gehalten habe. RT Deutsch sprach mit einem Syrien-Kriegsberichterstatter, der die US-Entscheidungen kritisch hinterfragt.

von Ali Özkök

Nur kurze Zeit nach den ersten Medienberichten, die US-Beamte zitierten, wonach die USA einen Truppenabzug aus Syrien in Betracht ziehen, verkündete der US-Präsident Donald Trump auf Twitter:

Wir haben ISIS in Syrien besiegt, mein einziger Grund, während der Trump-Präsidentschaft dort zu sein."

Der Syrien-Korrespondent und Kriegsberichterstatter Ceyhun Asirov, der die Konfliktregionen des Landes regelmäßig besucht, glaubt indes nicht an einen ernsthaften Plan der USA, aus der arabischen Republik abzuziehen. RT Deutsch teilte er mit:

Wenn wir Nordsyrien, Raqqa und Deir ez-Zor betrachten, sehen wir, dass es die USA auf eine langfristige Militärpräsenz abgesehen haben. Sie bauten Militärbasen auf und schickten Tausende von LKW-Ladungen an Waffen in die Region."

Asirov, der sich auf US-Aktivitäten in Syrien fokussiert hat, glaubt, dass gerade im Falle der USA zählt, was am Boden passiert, und nicht, wie etwas medial vermarktet wird. Der Syrien-Experte betonte:

Obwohl Russland bekanntgab, dass es aus Syrien abzieht, blieb es mit einigen Truppen präsent. Das gleiche könnte für die USA gelten. Noch wichtiger für die USA ist, dass sie das Feld nicht Iran, der Hisbollah oder gar Russland überlassen wollen, das sich wie schon zu Sowjetzeiten im Nahen Osten etablieren möchte. Es würde keinen Sinn machen, dass die USA ihren Verbündeten YPG, den sie so intensiv aufgebaut haben, so leicht hergeben."

Ein Foto vom 8. Mai 2018 zeigt US-Panzerfahrzeuge in der nordsyrischen Stadt Manbidsch.

Das Weiße Haus wies das Pentagon unterdessen an, US-Truppen aus Syrien sofort abzuziehen, bestätigte ein US-Verteidigungsbeamter dem Nachrichtensender CBS.

Das Pentagon allerdings will sich nicht so eindeutig wie Trump, das Weiße Haus oder das State Department festlegen. "Zu diesem Zeitpunkt arbeiten wir weiterhin mit und durch unsere Partner in der Region", sagte Pentagon-Sprecher Rob Manning Reportern in einer Erklärung.

"Die Koalition hat das von ISIS gehaltene Territorium befreit, aber der Einsatz gegen ISIS ist noch nicht beendet", sagte Dana White, Sprecherin des Pentagons, in einer Erklärung. Sie sagte aber auch:

Wir haben den Prozess der Rückführung von US-Truppen aus Syrien begonnen, während wir in die nächste Phase des Einsatzes übergehen."

Das Pentagon schwor, weiterhin mit seinen Partnern in der Region zusammenzuarbeiten, um den IS, "wo immer er tätig ist", zu besiegen.

Das republikanische Kongress-Mitglied Adam Kinzinger, ein Veteran der US-Luftwaffe, der im Irak und in Afghanistan diente und jetzt im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten aktiv ist, widersprach dem US-Staatsoberhaupt. Seiner Meinung nach sei es "einfach nicht wahr", dass der IS in Syrien besiegt wurde.

Im April sagte der Direktor der nationalen Nachrichtendienste, Dan Coats, dass die Verwaltung eine Entscheidung darüber getroffen hätte, ob man Truppen abziehe. Was dabei heraus kam oder ob ein Zeitpunkt genannt wurde, dazu machte der Geheimdienstchef keine Angaben.

"Auch wenn der US-Präsident sich wirklich aus Syrien zurückziehen will, bestimmen in der Realität das Pentagon und die CIA die US-Politik bezüglich Syrien und was zu tun ist. Das Pentagon und die CIA scheinen völlig unabhängig vom Präsidenten zu denken und zu operieren. Das sind auch Erkenntnisse, die ich bei meiner Arbeit in Syrien machen konnte. Diese zwei Institutionen sind die wahren Herren, die entscheiden, ob Truppen gehen oder bleiben", erklärte der Kriegsberichterstatter Asirov die widersprüchlichen Aussagen aus den USA.

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