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Interview: Israel will gegen Hisbollah in den Krieg ziehen, wenn Iran aus Syrien gedrängt wurde

Interview: Israel will gegen Hisbollah in den Krieg ziehen, wenn Iran aus Syrien gedrängt wurde
Ein israelischer Soldat am 7. Mai 2018 vor einem Merkava-Mark-IV-Panzer in den besetzten Golanhöhen.
Da Iran noch eine starke Präsenz in Syrien genießt, schiebt Israel einen Krieg mit der libanesischen Hisbollah auf. Zeitgleich bleiben Tel Avivs Beziehungen zu Russland angespannt, das vor der harten Entscheidung steht, ein S-300-Luftabwehrsystem in Südsyrien gegen Israel zu aktivieren.

von Ali Özkök

RT Deutsch hat mit Eva Koulouriotis gesprochen. Sie ist Politikanalystin und regelmäßige Kolumnistin für verschiedene arabische Medien wie al-Quds al-Arabi, al-Sharq und Annahar.

Israel hat im libanesischen Grenzgebiet eine Tunneloperation gegen die Hisbollah gestartet. Ist ihrer Meinung nach in naher Zukunft eine Eskalation der militärischen Spannungen zu erwarten?

Es ist sicher, dass der Krieg zwischen Tel Aviv und der libanesischen Hisbollah-Miliz früher oder später stattfinden wird, aber die gegenwärtige regionale Atmosphäre ermutigt Israel nicht zu einem ausgewachsenen Krieg in diesem Moment.

Israelische Soldaten des Bataillons Shimshon (

Die syrische Krise ist noch nicht überwunden und die iranische Präsenz dort trägt zur Komplexität der Szenerie bei. Der israelische Premierminister Netanjahu weiß sehr wohl, dass jede direkte Militäraktion gegen die Hisbollah die Büchse der Pandora öffnen wird. Der Iran und seine Milizen in Syrien werden nicht schweigen, und der iranische Einfluss im Irak macht das irakische Gebiet zu einer weiteren Plattform für den Start von Raketen gegen das israelische Kernland. Die Ereignisse des Jahres 2013, als die IDF in den Gazastreifen einmarschierte, bestätigten, dass der Guerillakrieg der israelischen Technologie und Luftwaffe überlegen ist.

Tel Aviv betonte allerdings, dass sich der Umfang dieser Tunnel-Operation auf das israelische Territorium beschränkt. Das ist eine klare Botschaft an die Hisbollah, dass Israel zu diesem Zeitpunkt keine Eskalation will.

Trotz der Verlegung neuer russischer S-300-Flugabwehrsysteme scheint Israel an der Bombardierung Syriens festzuhalten. Was ist das Ziel des israelischen Militärs angesichts der langfristigen Präsenz des Iran im Land?

Zunächst ist hervorzuheben, dass das von Moskau an Assad übergebene S-300-System im syrischen Süden noch inaktiv ist. Nach gegenwärtigen Informationen hat Moskau zwei weitere Systeme in Syrien stationiert. Eins liegt in Musayaf, östlich von Hama-Stadt, und ein weiteres System in der Nähe der Stadt Deir ez-Zor im syrischen Osten. Moskau steht vor einer harten Entscheidung.

Der Einsatz dieses Systems im Süden Syriens bedeutet unweigerlich, israelische Flugzeuge zu treffen, während das Versagen des Systems, also ein Verfehlen des Ziels, einem Schlag für die Reputation gleichkommen würde.

Hier muss ich einen wichtigen Punkt in diesem Zusammenhang hervorheben. Tel Aviv trainiert seit 2014 am griechischen S-300-System auf der Insel Kreta, dieses russische Abwehrsystem zu umgehen. Die israelische Luftwaffe hat auch die Zahl ihrer Trainingseinsätze in den letzten zwei Monaten erhöht, während die diplomatische Kommunikation zwischen Moskau und Tel Aviv seit dem Abschuss des russischen Il-20-Militärflugzeugs größtenteils eingestellt wurde.

Der jüngste israelische Angriff auf das Gebiet um Damaskus, der auf eine Reihe von Gebieten unter Kontrolle der iranischen Revolutionsgarden und der Hisbollah abzielte, war eine Bestätigung der seit Beginn der syrischen Krise laufenden Tel Aviv-Strategie in Syrien.

Natürlich muss man auch sagen. Für Israel gibt es keine alternative militärische Option, um den Einfluss des Iran auf Syrien zu reduzieren, als militärisch zu intervenieren. Die Lösung des Konflikts hängt jedoch hauptsächlich davon ab, wie die politischen Verhandlungen über die Zukunft Syriens nach der Krise ausfallen werden. Es ist wahrscheinlich, dass ein Kompromiss über die von Washington verhängten Wirtschaftssanktionen und der iranischen Präsenz in Syrien einer der Schlüssel zu diesen Verhandlungen ist.

Die drei großen geopolitischen Herausforderungen Israels sind der Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon und die iranischen Aktivitäten in Syrien. Welcher Konflikt hat für die israelische Sicherheitsorganisation höchste Priorität?

Auf dem Militärflugplatz Nevatim in der Nähe der südisraelischen Stadt Beer Scheva startet am 6. Oktober 2010 ein israelisches F-16-Kampfflugzeug.

Israel steht derzeit an der Schwelle zu neuen Parlamentswahlen, deren Ergebnisse die Entwicklung in der Region bestimmen werden. Die Politik von Netanjahu in Bezug auf diese drei Gefahren ist jedoch klar. Er sieht die Findung einer politischen Lösung als die beste Option für den Gazastreifen bis zur Umsetzung des vermeintlichen Jahrhundertabkommens von Trump. Luftangriffe gegen die iranische Präsenz in Syrien werden fortgeführt und mit Hilfe der israelischen Lobby wird der Druck auf Washington aufrechterhalten, um eine politische Lösung in Syrien zu finden, die Iran auch offiziell aus Syrien ausschließt. Bis dahin wird Netanjahu keinen offenen Krieg mit der Hisbollah im Libanon riskieren.

Die Regierung Netanjahu hat in den letzten Jahren enge Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgebaut. Wie hat dieses Bündnis die Position Israels im Nahen Osten verändert?

An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass die regionale Atmosphäre die drei Staaten zusammenbrachte. Die iranische Stärke ließ die Golfstaaten die Ordnung ihrer regionalen Feinde überdenken. Die arabische Feindseligkeit gegenüber Israel wurde in eine notwendige Freundschaft umgewandelt, um den Iran und seine Stellvertreter in der Region zu bekämpfen. Die zunehmende Normalisierung zwischen den Golfstaaten und Tel Aviv in letzter Zeit wird Israel eine Art relative politische und wirtschaftliche Sicherheit schenken sowie die Möglichkeit geben, neue Öl- und Gasprojekte anzuregen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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