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Enthüllt: Saudi-Arabiens 2-Milliarden-Dollar-Mordauftrag (Teil I)

Enthüllt: Saudi-Arabiens 2-Milliarden-Dollar-Mordauftrag (Teil I)
Symbolbild
So viel wollte der saudische Prinz Mohammed bin Salman sich die Ermordung der führenden Köpfe der iranischen Führung kosten lassen. Auch der Chef der berüchtigtsten US-Söldnertruppe war mit von der Partie und wollte 2016 Donald Trump für das Mordkomplott gewinnen.

von Rainer Rupp

In der Regel kann man der New York Times, einst die führende US-Tageszeitung, kaum noch glauben, wenn sie über die so genannten, „üblichen Verdächtigen“ wie Russland, Syrien, Venezuela oder China berichtet. Im Gegenzug gilt, dass in der NYT negative Berichte über US-befreundete Despoten-Regimes – im vorliegen Fall über Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – nicht nur den schlimmen Tatsachen entsprechen, sondern diese z.B. durch geschickte Wortwahl sogar noch geschönt sind.

Fakt ist, dass am 11. November die NYT unter dem Titel „Ein 2-Milliarden-Dollar-Plan der Saudis für die Ermordung der iranischen Führung“ einen explosiven Bericht veröffentlichte.

Das Blatt beruft sich in dem Bericht auf mehrere, namentlich nicht genannte Quellen, die angeblich mit der Angelegenheit aufs engste vertraut seien und detailliert beschrieben hätten, wie hochrangige saudi-arabische Geheimdienstler sich zwecks der Ermordung iranischer Führer – einschließlich des Befehlshabers der iranischen Revolutionsgarde (IRGC), Qassim Suleimani – zusammengetan hätten. Zu diesem Zweck hätten die Saudis unter anderem mit privaten, auf Auftragsmorde spezialisierten Unternehmen Kontakt aufgenommen.

Mitglieder der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Kämpfer, die

Der saudische Plan, die iranische Führung ermorden zu lassen, war etwa zwei Jahre vor der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi in die konkrete Vorbereitungsphase eingetreten. Zu dieser Zeit war Prinz Mohammed bin Salman, also MbS, wie er von seinen Freunden im Westen liebevoll genannt wird, noch stellvertretender Kronprinz und zugleich Verteidigungsminister. In letzterer Funktion war er voll damit beschäftigt, den Geheimdienst umzustrukturieren und die saudischen Geheimdienstoperationen im Ausland im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftiger, also tödlicher zu machen. Vor diesem Hintergrund, vor allem angesichts des gegen sie gerichteten Mordkomplotts war die iranische Führung offensichtlich gar nicht so paranoid, wie sie im Westen gerne dargestellt wurde.

In ihrem Bericht geht die NYT auch auf ein privates Treffen im März 2017 ein, bei dem zunächst nur Pläne für Sabotageoperationen gegen die iranische Wirtschaft geschmiedet wurden. Bei diesem Treffen – so das New Yorker Blatt – hätten die Saudis auch drei anwesende Personen gefragt, ob sie „tödliche Operationen“ gegen hochrangige iranische Zielpersonen durchführen könnten. Der Namen von Qassim Suleimani, Anführer der Quds-Streitkräfte des iranischen Revolutionsgarden-Korps, soll ganz oben auf der Todesliste der Saudis gestanden haben. Der Vertragswert, der während der ersten, geheimen Treffen für die Durchführung der Mordoperationen von den Saudis genannt wurde, habe laut NYT bei zwei Milliarden US-Dollar (2.000.000.000 $) gelegen.

So viel Geld lockt natürlich jede Menge Verbrecher und Mordbuben an. So fand sich denn auch schnell eine Gruppe „honoriger“, internationaler „Geschäftsleute“, die den damaligen stellvertretenden, saudischen Geheimdienstchef, General Ahmed al-Assiri bei seiner Suche nach privaten Auftragskiller-Unternehmern unterstützten. In diesem Zusammenhang kam es u.a. zu näheren Kontakten mit einem namentlich nicht genannten, britischen Unternehmen. Unabhängig davon hatten sich die saudischen Verschwörer bereits in den USA an Erik Prince gewandt, also an den Ex-Chef der berüchtigten US-Söldner- und Verbrechertruppe „Blackwater“. Im Auftrag der Saudis hatte dann Prince Anfang 2017 regelmäßig Kontakt zu Präsident Trumps Übergangsteam gehabt, das er für das saudisch bezahlte Mordkomplott gegen Iran gewinnen wollte.

Zugleich aber hatte General al-Assiri einen offiziellen Weg zum Umsetzen seiner Pläne gesucht und bei Kollegen in den befreundeten westlichen Geheimdiensten, speziell in Washington dafür geworben. Das war genau die Zeit, als Trump bereits angekündigt hatte, dass er den im Rahmen der UNO im Jahr 2015 geschlossenen Atomvertrag (JCPOA) mit Iran einseitig kündigen wollte. Man kann sich gut vorstellen, welchen Anklang al-Assiris Komplott, nämlich „die iranischen Feinde des Königsreichs zu ermorden“ und, „die iranische Wirtschaft zu sabotieren“ bei den Mitglieder der Washingtoner Kriegspartei, egal ob Republikaner oder Demokraten, gefunden hat.

Flughafen in Istanbul, Symbolbild.

Aus der Gruppe der privaten „Geschäftsleute“, die General al-Assiri bei seinen Plänen unterstützt haben, ragen zwei zwielichtige Gestalten mit besten Beziehungen heraus. Laut NYT sind das George Nader, ein libanesisch-amerikanischer Geschäftsmann, und ein australischer Israeli namens Joel Zamel. Das Paar habe mit seinen Kontakten bis in die höchsten Regierungsämter (u.a. existiert ein AP Foto, auf dem George Nader und Donald Trump gemeinsam posieren) alles daran gesetzt, das Mordkomplott voranzutreiben.

Während Zamel enge Verbindungen zum israelischen Geheimdienst nachgesagt werden und er eine Firma namens Psy-Group mit Geheimdienst ähnlichen „Dienstleistungen“ besitzt, kann man Nadel nicht nur auf einem gemeinsamen Foto mit MbS sehen, auf dem der fast einen Kopf größere saudische Prinz ihm freundschaftlich den Arm um die Schultern legt, sondern Nadel ist auch bekannter Berater eines anderen Kronprinzen, nämlich von Prinz Mohammed bin Zayed Al Nahyan (MbZ)von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Und die VAE wiederum stehen auch sonst an vorderster Front an der Seite der Saudis im Krieg gegen den Jemen und machen mit ihnen auch gemeinsam Front gegen den Iran.

Interessanterweise war das Nader-Zamel-Paar – laut NYT – seit "mindestens 2016" tief in die "ehrgeizige Kampagne des Wirtschaftskrieges gegen den Iran" verwickelt, worauf z.B. Ihre "Operation" zur Aufdecken verborgener, globaler Vermögenswerte der iranischen Quds-Streitkräfte hindeutet. Zudem waren die beiden – und sind es womöglich noch immer –  verantwortlich für die „Finanzierung iranischer Oppositionsgruppen und die Veröffentlichung von tatsächlichen oder fiktiven Anschuldigungen gegen hochrangige iranische Regierungsbeamte, um Zwietracht zu säen und sie gegeneinander auszuspielen", heißt es in dem NYT-Bericht.

Allerdings liegt hier die Vermutung nahe, dass Nader mit seiner Beratungsfirma und Zamel mit seinem nachrichtendienstähnlichen Informationsunternehmen (erst „Wikistrat“ und später „Psy-Group“) nur private Frontdienstleister für echte Nachrichtendienste, speziell für die US-amerikanischen, israelischen und saudischen Dienste waren und sind.

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