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Studie zu Trinkwasser in Gaza: Verunreinigungen Grund für hohe Kindersterblichkeit

Studie zu Trinkwasser in Gaza: Verunreinigungen Grund für hohe Kindersterblichkeit
Ein palästinensisches Mädchen trinkt aus einer öffentlichen Trinkwasserquelle im Jabaliya Flüchtlingscamp im nördlichen Gazastreifen, 24. Januar 2017.
Die RAND-Kooperation hat eine neue Studie veröffentlicht, wonach die hohe Kindersterblichkeit im Gazastreifen zu 12 Prozent auf Verschmutzungen des Trinkwassers zurückzuführen ist. Eine regionale Epidemie sei lediglich eine Frage der Zeit. Die Häufigkeit gastrischer Krankheiten nähmen zu.

Die Wasserkrise im Gazastreifen hält schon seit einigen Jahren an und gibt immer wieder Anlass für Streit zwischen Israel und Gaza. In den 80er Jahren begann die israelische Firma Mekerot damit, Wasser in das palästinensische Gebiet zu liefern.

Ein verwundeter Palästinenser wird von einer Protestveranstaltung zur Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens evakuiert, 10. September 2018.

Die Situation verschlechterte sich 2005 durch Konflikte der Führung des Gazastreifens mit dem israelischen Militär. 2017 wurde das Abwassersystem durch Kämpfe mit dem IDF schwer beschädigt. Seither fließt der Großteil der Abwässer ungefiltert ins Meer. Die Mengen sind vergleichbar mit dem Inhalt von 43 Pools olympischer Größe pro Tag. 

Heute gelten 97 Prozent des Trinkwassers in Gaza als ungenießbar. Die Führung Gazas ist nicht in der Lage, seine zwei Millionen Einwohner mit Wasser zu versorgen. Das rare Gut ist teuer. Die Menschen müssen ein Drittel ihres Monatsgehalts für Wasser ausgeben. Die Arbeitslosigkeit aber liegt bei 57 Prozent. Dabei sind 90 Prozent der Anwohner auf Trinkwasser aus privaten Reinigern angewiesen. 

Der israelischen Zeitung Haaretz liegt eine Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Wasserkrise in Gaza vor. Hiernach sind die Todesfälle unter Kindern in den letzten vier Jahren bei mehr als einem Viertel auf das verschmutzte Trinkwasser zurückzuführen. Die Kinder erkranken immer häufiger an gastrointestinalen Störungen. Die schlechte Wasserversorgung hat Keime und Viren aufkommen lassen, wie Rotavirus, Cholera und Salmonellen. 

Die Studie wurde von der US-Organisation RAND durchgeführt. Bei der Durchführung der Studie wurden Vergleiche mit früheren Untersuchungen in Krisengebieten wie dem Irak und dem Jemen gemacht, wo die Sterblichkeit ebenfalls hoch ist und andere Gesundheitsprobleme zu Tage gekommen sind. Die Forscher fürchten den Ausbruch einer Epidemie innerhalb der nächsten zwei Jahre, wenn die Anlagen zur Wasserversorgung nicht gewartet werden. 

Ein krankes palästinensisches Kind wird von seiner Mutter gehalten: Durra-Krankenhaus in Gaza, das nur noch auf minimalem Niveau funktioniert.

Schulbesuch wird zur Gesundheitsgefahr 

Auch in den Schulen herrschen schlechte hygienische Zustände. So müssen sich 75 Schüler eine Toilette und ein Waschbecken teilen. Das Wasser ist entweder recycelt oder stammt aus einem Reservoir. Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr. In den Krankenhäusern wäscht sich das Personal aufgrund des hohen Wassermangels nur gelegentlich die Hände. Ein Hoffnungsschimmer ist eine Meerwasserentsalzungsanlage. Hierzu fand eine Geberkonferenz in Brüssel statt. 456 Millionen Euro wurden bereits gesammelt, um das große Infrastrukturprojekt umzusetzen. 

Es besteht laut RAND ein hohes Risiko einer Cholera-Epidemie. Die Ankündigung der Trump-Regierung, die finanzielle Unterstützung des UNRWA-Programms (United Nations Relief and Works Agency for Palestinian Refugees in the Near East) einzustellen, erhöht die Gefahr einer Epidemie. Die Regierungen Israels, Palästinas und Ägyptens empfahlen  die dringende Zusammenstellung eines Teams, um die Gesundheitssituation zu verbessern. Die technischen Probleme könnten leicht gelöst werden, um die Gesundheit der Menschen in Gaza zu verbessern. Verhindert würde dies allein durch politische Probleme. 

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