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Mossul zwischen Krieg und Frieden: Ein Jahr nach Befreiung vom IS dominieren Hass und Rache

Mossul zwischen Krieg und Frieden: Ein Jahr nach Befreiung vom IS dominieren Hass und Rache
Mosul zwischen Krieg und Frieden: Ein Jahr nach Befreiung vom IS eitern die Wunden Hass und Rache (Standbild aus dem Dokumentarfilm: Mitarbeiter des irakischen Zivilschutzes bergen die mumifizierte Leiche eines IS-Anhängers aus Gebäudetrümmern.)
Mossul – frühere "IS-Hauptstadt" und zweitgrößte Stadt des Irak – liegt ein Jahr nach der "Befreiung" noch immer in Trümmern. Nicht nur die Zerstörung setzt den Einwohnern zu. Das erlebte Leid und der Wunsch nach Rache ziehen eine blutige Spur durch die Stadt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat eroberte Mossul im Juni 2014 innerhalb nur weniger Tage und schlug Soldaten und Sicherheitskräfte in die Flucht. Viele Anwohner begrüßten die Extremisten, die Schutz vor Korruption sowie Arbeitsplätze und Sicherheit versprachen. Später erwiesen sich diese Versprechungen als falsch – dafür gab es strenge Regeln, Einschüchterung, Vergewaltigungen und öffentliche Hinrichtungen als tägliche Routine.

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Aber Tausende von Menschen in Mossul schworen dem IS dennoch die Treue – angetrieben von der Propaganda der Terroristen, von Hunger oder Angst.

Einige von denen, die unter dem IS als Polizisten oder Beamte gearbeitet haben, haben die Belagerung im vergangenen Jahr überlebt und leben immer noch in der Stadt. Die lokale Aufstands-Polizei jagt sie jede Nacht, durchsucht Häuser und verhört Familienmitglieder und Nachbarn von jenen, die der Mitgliedschaft im IS verdächtigt werden.

Einige Polizeibeamte verbergen ihren Hass auf Menschen nicht, die mit der Terrorgruppe in Verbindung gebracht werden. Sie hätten ihre Gründe – der IS habe ihre Verwandten oder Freunde getötet, und das schreie nach Rache.

Ähnliches gilt für den Zivilschutz von Mossul, dessen traurige Aufgabe es ist, die nach der Belagerung zurückgelassenen Ruinen nach Leichen zu durchsuchen. Zivilschützer sammeln die Leichen von IS-Kämpfern, die inzwischen oft auf mumifizierte Kadaver reduziert sind. Ihre Vorgehensweise pietätlos zu nennen, wäre eine große Untertreibung. Einige treten die Plastikbeutel mit den sterblichen Überresten, um ihre Verachtung auszudrücken.

Und es gibt in Mossul die Angehörigen von IS-Mitgliedern, die von ihren Nachbarn in Sippenhaftung genommen werden und mit Misstrauen und Gewalt konfrontiert sind: Witwen von IS-Mitgliedern, Menschen, deren Brüder oder Onkel sich den Dschihadisten anschlossen, Kinder von IS-Anhängern. In manchen Gegenden von Mossul war bei etwa 80 Prozent der Familien ein oder mehrere Mitglieder beim IS. Und als Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden, hilft ihnen heute kaum noch, diese dunkle Seite ihres Lebens hinter sich zu lassen.

Der Dokumentarfilm "Mossul zwischen Krieg und Frieden" von RT Documentary zeigt die Nachwirkungen eines noch nicht ganz beendeten Krieges in ihrer vollen Grausamkeit.

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