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Analyst: Russland gewinnt Einfluss in Kurden-Region und könnte enger Rüstungspartner des Irak werden

Analyst: Russland gewinnt Einfluss in Kurden-Region und könnte enger Rüstungspartner des Irak werden
Arbeiter der russischen Lukoil beobachten den Beginn für die ersten von 23 Ölbohrungen auf dem Ölfeld West Qurna in Basra, 420 Kilometer südöstlich von Bagdad, 25. April 2012.
Im Gespräch mit RT Deutsch hat der Geopolitik-Analyst Yesar al-Maleki über eine wachsende irakische Kooperation mit Russland gesprochen. Doch vieles hängt vom neuen potenziellen Premierminister des Irak ab, der sowohl mit den USA als auch Saudi-Arabien flirtet.

von Ali Özkök

Yesar al-Maleki ist Politik- und Geopolitikanalyst für das Iraq Energy Institute mit Sitz in Bagdad, der sich auf Fragen der Energiepolitik im Irak spezialisiert hat. 

Russland unterhält hauptsächlich industrielle und wirtschaftliche Rüstungsbeziehungen zum Irak. Gibt es in Bagdad ein Interesse daran, die Kooperation auszuweiten?

Bild von Andrej Baklanow

Washington und Teheran haben ihren dominierenden Einfluss auf die irakische Politik nach 2003 gefestigt. Es ist unwahrscheinlich, dass Moskau in näher Zukunft zu einer ähnlichen Rolle aufsteigen kann. Durch die Ablehnung des Sturzes des Saddam-Regimes im Jahr 2003 wurden die Russen zu Außenseitern erklärt. Dennoch unterhält Moskau bedeutende und wachsende militärische sowie wirtschaftliche Beziehungen zum Irak.

Bagdad hat immer noch eine Geheimdienstvereinbarung, die Teheran, Damaskus und Moskau mit zwei Operationssälen in Damaskus und der Grünen Zone verbindet. Hochrangige russische Offiziere sind an beiden Enden anwesend. Al-Abadis Regierung koordinierte seine Operationen separat sowohl mit den Russen als auch mit den USA.

Das Verteidigungssystem S-400 ist der wichtigste Verhandlungsgegenstand in den russisch-irakischen Beziehungen gegenwärtig. Die 9. Panzerdivision des Iraks hat kürzlich 39 von 73 bestellten T-90 Kampfpanzern in sein Inventar aufgenommen. Das Militär wird bald zu seiner traditionellen Doppelbeschaffungspraxis zurückkehren und mehr Hardware aus Russland beziehen.  

Russlands Lukoil produziert 400.000 Barrel Öl pro Tag auf dem Ölfeld West Qurna-2 in Basra. Außerdem arbeitet es an der Entwicklung von Block 10 in den Provinzen Dhi Qar und Muthanna. Gazprom verwaltet das Ölfeld Badra in Wasit. Russischen Unternehmen können Chancen geboten werden, da der Irak versucht, die Infrastruktur wieder aufzubauen und die Stromversorgung zu verbessern.

Während Moskau keinen direkten politischen Einfluss auf politische Persönlichkeiten und Entitäten im Irak hat, haben sie vielleicht einen einzigartigen Weg gefunden, die kurdische Autonomieregion zu beeinflussen. Russland investierte 1,8 Milliarden US-Dollar in die kurdische Ölexport-Pipeline, die in die Türkei führt. Es ist jedoch nicht klar, ob Moskau dadurch eine größere Rolle in den Beziehungen zwischen Erbil und Bagdad spielen kann.

Im südlichen Basra haben Politiker und Demonstranten die Autonomie ausgerufen. Steht der Zentralregierung in Bagdad ein zweiter Autonomiekonflikt wie mit den Kurden im Norden ins Haus?

Die Forderungen nach Autonomie in Basra sind nicht ganz neu. Organisierte Versuche gibt es bereits seit 2009 und früher. Das Projekt fand zunächst keine breite Unterstützung. Allmählich begann die Idee, Aufmerksamkeit zu erregen, da die Umverteilung von Petrodollar eingefroren und die staatlichen Dienstleistungen auch noch verschlechtert wurden. Aktivisten entwarfen eine Flagge, der Abgeordnete Wael Abdul Latif schrieb einen Verfassungsentwurf und verschiedene Gouverneure brachten ihre Unterstützung zum Ausdruck. Heute, nach diesen jüngsten Protesten, hat der Provinzialrat von Basra offiziell beschlossen, die Idee wieder aufleben zu lassen.

Symbolbild

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