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Syrien: "Islamischer Staat" massakriert bei Überraschungsoffensive über 300 Personen

Syrien: "Islamischer Staat" massakriert bei Überraschungsoffensive über 300 Personen
Massenbeerdigung in der südlichen Stadt Sweida am 26. Juli 2018. Die Zahl der Todesopfer bei den Anschlägen des IS am 25. Juli stieg mittlerweile auf über 200 an. Es ist das schlimmste Blutbad in der Region seit Beginn des Syrien-Konfliktes.
Mehr als 300 Menschen wurden in einer Überraschungsoffensive der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien getötet. Der IS griff die Drusen-Region Suweida mit mehreren Selbstmordattentätern und simultanen Überfällen an, bei denen hunderte Zivilisten den Tod fanden.

Die Angriffe am Mittwoch richteten sich hauptsächlich gegen die Stadt Suweida und die umliegenden Dörfer im Südwesten Syriens. In diesen Gebieten ist die ismailitische Drusen-Minderheit des Landes ansässig, die nominell unter der Kontrolle der Regierung steht, sich aber weitgehend von den Kämpfen des Bürgerkrieges ferngehalten hat, bei denen in den letzten sieben Jahren einen Großteil des Landes verwüstet wurde.

Zahl der Toten bei IS-Angriff in Syrien steigt auf fast 300

Der Gesundheitsdirektor der Provinz Suweida teilte dem Radiosender Sham FM zunächst mit, dass 215 Menschen bei dem Angriff getötet wurden.

Zuvor setzte die rebellennahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) die Zahl der getöteten Menschen niedriger an. Die SOHR berichtete, dass die Zahl der Todesopfer mindestens 156 Personen betrage. Lokale Journalisten sagten, die Zahl liege bei mindestens 175. Überdies entführten die IS-Kämpfer Dutzende von Menschen.

Lokale Quellen erzählten, dass die Angriffe der Extremisten fast zeitgleich in den frühen Morgenstunden des Mittwochs zwischen 3.50 und 4.30 Uhr begannen.

"Sie griffen Häuser in einem koordinierten Angriff an. Sie klopften an Türen, drangen dann in die Häuser ein und töteten dort Menschen", sagte Ahed Mrad, ein Journalist aus Suweida, zitiert das britische Nachrichtenportal The Guardian.

Viele Menschen starben, bevor eine Kugel abgefeuert wurde, weil sie in die Häuser gingen, ohne dass sie es bemerkten, und die Menschen im Morgengrauen  abschlachteten."

Der IS bekannte sich inzwischen zum Massaker, welches sich im weiteren Verlauf zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit lokalen Milizionären entwickelte. Die Terrorgruppe startete zwei Selbstmordanschläge auf die gleichnamige Provinzhauptstadt von Suweida. Staatliche Medien in Syrien berichteten, dass Regierungskräfte zwei weitere Selbstmordattentäter töteten, bevor auch diese in der Lage waren, ihre Spreng-Westen zur Detonation zu bringen.

Angela Merkel bei der Sommerpressekonferenz am 20 Juli 2018.

Der Angriff auf Suweida zählt zu den tödlichsten der letzten Jahre in den von der syrischen Regierung kontrollierten Gebieten. Der IS-Angriff ereignete sich, während die syrische Armee ihre Offensive gegen Rebellen und Extremisten im südlichen Daraa und Kuneitra fortsetzt. Ziel von Damaskus ist die komplette Zurückeroberung von Südsyrien.

Der IS hält noch immer ein kleines Rückzugsgebiet im Yarmouk-Flusstal nahe der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Das Gebiet war in den letzten Wochen Ziel mehrerer Offensiven der syrischen Armee. Zuletzt schoss die israelische Luftverteidigung einen syrischen Kampfjet über dem Gebiet ab.

Die IS-Kämpfer, die die Angriffe durchgeführt haben, könnten ebenso aus dem vom IS kontrollierten Landstrich in der östlichen Wüste Syriens gekommen sein. Im Mai waren dort nach einer Regierungsoffensive, die ihre Kapitulation erzwang, weitere Kämpfer aus den südlichen Vororten von Damaskus eingetroffen.

Syrien: "Islamischer Staat" massakriert bei Überraschungsoffensive über 300 Personen

Der selbsternannte "Islamische Staat" hat seit 2016 fast alle seine kontrollierten Gebiete in Syrien nach konzentrierten Offensiven der syrischen Armee und der US-unterstützten sogenanten "Demokratischen Kräfte Syriens" verloren. Nichtsdestotrotz stellen die Extremisten eine große Gefahr durch isolierte Angriffe und gelegentliche koordinierte Überfälle dar.

Der humanitäre Koordinator der Vereinten Nationen für Syrien verurteilte den Angriff und forderte, dass die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur geschützt werden müssen.

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