USA warnen: Geheimdienste von Russland, Iran, China & Pakistan beschließen Kooperation

USA warnen: Geheimdienste von Russland, Iran, China & Pakistan beschließen Kooperation
Ein afghanischer Polizist steht vor einer schiitischen Moschee nach einem Selbstmordanschlag in Herat, Afghanistan, 25. März 2018.
Die Leiter der Auslandsgeheimdienste Russlands, Irans, Chinas und Pakistans haben sich in Islamabad für Gespräche über eine Friedenslösung und die steigende Bedrohung durch den „Islamischen Staat“ in Afghanistan getroffen. Die USA nehmen das als Bedrohung war.

Sergej Iwanow, der Chef des Pressebüros des russischen Auslandsnachrichtendienstes, sagte der Nachrichtenagentur TASS am Dienstag, dass die hochrangigen Beamten der beteiligten Länder die Notwendigkeit "koordinierter" Maßnahmen gegen den verstärkten Fokus des "Islamischen Staates" auf Afghanistan betont hätten. Diese Aussage könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die daran beteiligten Staaten - unabhängig von den USA - künftig aktiver an Bemühungen beteiligen wollen, Sicherheit nach Afghanistan zu bringen.

US-Marines bereiten sich auf ein gemeinsames Training mit Soldaten der afghanischen Nationalarmee (ANA) in der Provinz Helmand vor, Afghanistan, 6. Juli 2017.

IS-Reste versuchen sich aus Syrien und Irak bis zum Hindukusch durchzuschlagen

Die USA sind bezüglich dieser Bestrebungen skeptisch. "Russland hilft überhaupt nicht. Der Iran hilft überhaupt nicht", behauptete Kay Bailey Hutchison, US-Botschafterin bei der NATO, gegenüber Radio Free Europe/Radio Liberty, einem von den USA unterstützten Nachrichtenportal.

Die Vierergespräche in Islamabad "konzentrieren sich auf die Gefahren, die sich aus dem militärischen Aufbäumen des IS auf afghanischem Territorium ergeben", informierte demgegenüber der russische Geheimdienstsprecher bezüglich der Agenda des Treffens.

Die Konferenz ist sich der Bedeutung koordinierter Schritte bewusst geworden, um zu verhindern, dass IS-Terroristen weiterhin aus Syrien und dem Irak nach Afghanistan einsickern, von wo aus sie Risiken für die Nachbarländer darstellen würden", fügte er hinzu.

Iwanow stellte auch fest, dass die Geheimdienstchefs, darunter der Direktor des russischen Auslandsnachrichtendienstes, Sergej Naryschkin, die Notwendigkeit einer aktiveren regionalen Zusammenarbeit zur Beilegung des Konflikts in Afghanistan unterstrichen hätten.

Auch Pompeo hat Afghanistan besucht

Die Geheimdienstchefs aus Russland, dem Iran, der Volksrepublik China und Pakistan trafen sich nur wenige Tage, nachdem US-Außenminister Mike Pompeo Afghanistan einen Überraschungsbesuch abgestattet hatte. Dort hatte dieser einen kürzlich geschlossenen Waffenstillstand als Beweis für die Machbarkeit eines Friedens zwischen der Zentralregierung und den Taliban verkündet.

Wir sind nach dem Waffenstillstand sehr stark durch das ermutigt worden, was wir gesehen haben, wie das afghanische Volk darauf reagiert hat", sagte er. "Wir denken, das verheißt Gutes für den Friedensprozess."

Die USA und ihre Verbündeten starteten 2001 als Startschuss zum "Krieg gegen den Terror" auf der Grundlage der Resolution 1373 des UN-Sicherheitsrates eine Invasion in Afghanistan. Etwa 17 Jahre später hat die extremistische Gruppe der Taliban, die damals von der Macht verdrängt werden sollte, ihre militärische Kampagne gegen die NATO-Truppen und die US-unterstützte Regierung im ganzen Land nur noch verstärkt.

Screenshot: Twitter

Auch der "Islamische Staat" nutzt das Stabilitätsvakuum in Afghanistan zunehmend aus, um sich nach seiner weitgehenden Vertreibung aus Syrien und Irak neu zu ordnen. Fokusgebiete des IS sind der Osten und Norden Afghanistans. Die blutigsten Anschläge der vergangenen Monate in Afghanistan gingen inzwischen auf das Konto der IS-Extremisten.

Geopolitische Konkurrenten bezichtigen USA der Untätigkeit gegenüber dem IS

US-kritische und pakistanische Medien streuen immer wieder Behauptungen, die US-Streitkräfte wären blind gegenüber den Aktivitäten des IS in Afghanistan. Russische Diplomaten äußerten mehrfach ähnliche Kritik an der Politik der US-Armee im Kriegsgebiet. Im Februar beschuldigte zudem Irans Groß-Ayatollah Ali Chamenei Washington, dieses lasse den IS bewusst nach Afghanistan einsickern, um seine eigene zunehmend hinterfragte militärische Präsenz in der Region zu rechtfertigen.

Der IS hatte 2014 eine Terrorkampagne im Irak und in Syrien gestartet, besetzte Gebiete in den beiden arabischen Ländern und etablierte dort ein selbsternanntes "Kalifat".

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