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Der Bessere gewinnt: Irak ersetzt US-Panzer mit modernen Kampfpanzern aus Russland

Der Bessere gewinnt: Irak ersetzt US-Panzer mit modernen Kampfpanzern aus Russland
Eine gesamte irakische Panzerdivision hat ihre US-amerikanischen Abrams-Kampfpanzer durch russische T-90-Panzer ersetzt. Während US-Medien von einem Kauf aus politischen Gründen sprechen, erklären russische Militärexperten, dass der T-90 der einfach bessere Panzer sei.

2017 bestellte die irakische Zentralregierung 73 Kampfp- und Kommandopanzer vom Typ T-90S und T-90SK aus Russland, die seit Februar 2018 ausgeliefert werden. Vergangene Woche erhielt die 35. Mechanisierte Brigade die ersten 39 russischen Panzer. Es handelt sich um eine der kampferprobtesten Einheiten, die im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" eingesetzt wurden. Die 35. Mechanisierte Brigade operierte 2016 und 2017 sowohl in Mossul als auch in Kirkuk gegen die Extremistenorganisation. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden die Abrams-Panzer der Brigade an die 34. Panzerbrigade weitergegeben, die zuvor auf russische T-72-Panzer setzte.

Renommierte US-amerikanische Rüstungsnachrichtenportale wie The War Zone und Military Times beschrieben die irakische Entscheidung fernab von militärischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Demnach basiere der Erwerb "zumindest teilweise" auf US-Beschwerden, dass sogenannte pro-iranische al-Haschd asch-Schaabi-Milizen, auch als Volksmobilmachungskräfte bekannt, Zugang zu den US-Panzern vom Typ Abrams erhielten. Die al-Haschd al-Schaabi-Milizen sind offiziell Bestandteil der irakischen Streitkräfte.

Im Februar 2018 gab das Pentagon an, dass diese Milizen Zugriff auf mindestens neun Abrams-Panzern erhalten hätten, fügte aber hinzu, dass die irakische Armee alle Panzer zurückgeholt habe. Die Rückholung wurde im Mai in einem Pentagon-Bericht an den Kongress bestätigt.

Der Militäranalyst Wladimir Tutschkow, der die russische Rüstungskooperation mit Bagdad analysiert hat, meint hingegen, dass der Verzicht auf die US-Panzer weniger mit Geopolitik zu tun hat als mit wirtschaftlichen Erwägungen und der Kampffähigkeit der russischen Panzer unter irakischen Bedingungen.

Der irakische Generalstabschef Osman Ganimi bestätigte zuvor, der Vertrag für die Panzer helfe bei der "Erhöhung der Kampfkapazität der gepanzerten Truppen".

Die Verlustzahlen des Abrams sprechen in diesem Zusammenhang eine deutliche Sprache. Der Irak kaufte ab 2008 über 140 M1A1M-Abrams-Panzer. Binnen weniger Jahre verloren die irakischen Truppen bis Dezember 2014 im Zuge von Kämpfen und Anschlägen Dutzende dieser Systeme. 2014 konnte die Armee nur 40 operative Abrams in den Kampf gegen den IS schicken. Daraufhin genehmigte Washington den Verkauf zusätzlicher 175 Panzer an den Irak. Erneut wurden entsprechend irakischen Medienberichten bis zu 80 Abrams bei Kämpfen gegen den IS zerstört oder kampfuntauglich gemacht.

Ebenso steht der finanzielle Vorteil klar auf russischer Seite. Laut Tutschkow kostet ein einzelner M1A1M-Abrams-Panzer dem Irak schätzungsweise sechs Millionen US-Dollar, verglichen mit den 2,5 Millionen US-Dollar für einen T-90 aus Russland.

Dem US-Kampfpanzer fehlen im Vergleich auch sogenannte abstandsaktive Schutzmaßnahmen, die unter Experten "Arena" genannt werden, schreibt die Nachrichtenagentur Sputnik. "Arena" hilft, besser gegen moderne Raketengranaten und Panzerabwehrraketensysteme geschützt zu sein. Das System wurde konstruiert, um Schutz gegen alle Arten von Panzerabwehrlenkwaffen und reaktiven Panzerbüchsen zu bieten.

"Das vordere Profil des russischen Panzers ist 30 Prozent kleiner als das des US-amerikanischen", bemerkte Tutschkow. "Mit anderen Worten, es ist schwieriger zu treffen, wenn man bedenkt, dass bei weitem nicht alle Geschosse mit Zielsuchgeräten ausgestattet sind. Fast das gleiche Bild haben wir beim Seitenprofil. Der Abrams ist 1,5 Meter länger als der T-90", fügte er hinzu.

Drittens wird der Standard-T-90S-Panzer mit der Kontakt-5-Sprengstoff-Reaktivpanzerung geliefert, die "mit modernen TOW-2-Panzerabwehr-Tandemraketen bestens zurechtkommt", so Tutschkow.

Was den M1A1M angeht, so fehlt ihm nicht nur die verstärkte, abgereicherte Uranschicht in seiner Frontpanzerung, sondern auch die Art von explosivem, reaktivem Panzerschutz, der es ihm ermöglichen würde, die Panzerabwehrwaffen des "Islamische Staates" auszuschalten.

Abschließend bemerkte der russische Militärbeobachter Tutschkow, dass der T-90 mit 46 Tonnen viel leichter sei als sein US-Pendant mit 70 Tonnen. Den verglichen mit den 1.500 des Abrams etwas schwächeren Motor mit 1.000 PS macht der T-90 mit seiner Einfachheit wieder wett. Unter den Wüstenbedingungen im Nahen Osten, wo es regelmäßig zu Staubstürmen kommt, sorgt der Gasturbinen-Motor des Abrams für Probleme. Die Panzerbesatzung ist dazu gezwungen, den Filter des Motors regelmäßig zu reinigen und zu warten. Im Vergleich dazu hat sich der Motor des T-90 als einfacher, kleiner, billiger und vor allem zuverlässiger erwiesen.

Indien, Algerien und Aserbaidschan haben in den vergangenen Jahren Hunderte von T-90-Kampfpanzern gekauft. Auch Kuwait, Vietnam und Ägypten bekunden großes Interesse am Kauf des Panzers.

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