Gaza-Konflikt: Hamas-Anführer will die Grenzen zu Israel einreißen

Gaza-Konflikt: Hamas-Anführer will die Grenzen zu Israel einreißen
Hamas-Führer Ismail Haniyya zwischen Demonstranten in Gaza an der Grenze zu Israel, 18. Mai 2018.
Hamas-Chef Ismail Haniyya sprach davon, "sich der Besatzung mit allen Mitteln zu widersetzen". Man werde die Mauern um den Gazastreifen notfalls mit Gewalt einreißen. An diesem Freitag werden viele Demonstranten gegen die israelische Besatzung erwartet.

Seit Wochen wird an der Grenze des Gazastreifens protestiert. Für diesen Freitag ist eine höhere Zahl von Demonstranten erwartet. Am frühen Nachmittag versammelten sich bereits 4.000 Demonstranten an fünf verschiedenen Stellen der Grenze und begannen, Reifen in Brand zu setzen.

Der Hamas-Führer Ismail Haniyya drohte damit, dass man die "Mauern einreißen" werde. Gegenüber dem Middle East Eye sagte er:

Wir werden damit weitermachen, die Türen dieses großen Gefängnisses einzureißen, und wir werden diese Mauern einreißen.

Wenn es für die Palästinenser auf friedlichem Weg keine Möglichkeit gebe, in "Frieden und Unabhängigkeit ein ehrenvolles Leben zu führen", dann "ist es das Recht, sich der Besatzung mit allen Mitteln zu widersetzen, auch durch bewaffneten Widerstand". Die Friedfertigkeit der Demonstrationen habe sich darin gezeigt, dass keine Israelis bei den Protesten verletzt wurden, so Haniyya.

Das Knesset-Gebäude in West-Jerusalem.

Seit dem 30. März wird im Gazastreifen unter dem Motto "March of Return" protestiert. Dabei kamen bislang 119 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Militante versuchten, den Grenzzaun zu durchbrechen, und entsandten brennende Flugdrachen Richtung Israel. Auf der israelischen Seite wurde Ackerland vernichtet. Laut den IDF sind die meisten der getöteten Demonstranten Hamas-Mitglieder. Die Hamas nutze Menschen als Schutzschilde und versuche, Israelis im Schutze der Massenproteste anzugreifen, so die israelische Seite. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die israelische Blockade des Gazastreifens, welche die Lebenssituation der Bewohner zunehmend verschlechtert. Derzeit leben dort rund zwei Millionen Menschen. Im letzten Jahr waren 27,4 Prozent der Bevölkerung arbeitslos.

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