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Foto mit US-Botschafter in Jerusalem: Virtueller jüdischer Tempel ersetzt muslimische Stätten

Foto mit US-Botschafter in Jerusalem: Virtueller jüdischer Tempel ersetzt muslimische Stätten
Tempelberg, Altstadt Jerusalem, Israel, 2. Januar 2018.
Eine Woche nach Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem zeigt ein mit Photoshop verändertes Bild US-Botschafter David Friedman vor einem Tempelberg, auf den ein jüdischer Tempel montiert war. Die US-Botschaft spricht von einem unautorisierten Vorgehen.

Radikale Juden und zahlreiche evangelikale Christen fordern den Bau eines dritten jüdischen Tempels in Jerusalem. Die israelische Regierung distanziert sich von einer Veränderung des Status quo. Das jüngst veröffentlichte Bild mit dem US-Botschafter David Friedman scheint die Anhänger der Idees des dritten Tempels jedoch in ihren diesbezüglichen Hoffnungen zu bestärken. Friedman war zu Gast in der jüdischen Einrichtung "Bnei Brak", Hauptsitz der orthodoxen Bildungseinrichtung Achiya, als das Foto geschossen wurde. Die Organisation hilft Kindern mit Behinderungen bei der Integration in die Gesellschaft und wird von der US-Botschaft gefördert. 

Friedman sieht seinen Besuch zur Stiftung einer Kontroverse "missbraucht"

Kikar HaShabat, eine Nachrichtenseite der Haredi-Gruppe, veröffentlichte am Dienstag das Bild. Für Juden und Muslime stellt der Tempelberg eine heilige Stätte dar. Er beherbergt den Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. Hier befanden sich einst der Salomonische Tempel wie auch der Herodianische. Heute befindet sich dort der Felsendom. Auf der südlichen Seite lag die ursprüngliche Al-Aksa-Moschee. Auf dem Tempelberg kommt es immer wieder zum Ausbruch von Gewalt. Palästinenser werfen der israelischen Regierung vor, Pläne zu verfolgen, den Status der religiösen Stätten zu verändern. Israel verneint dies. Israel hat den Zugang zur Klagemauer im Sechstagekrieg von 1967 erlangt. Den Tempelberg haben die Streitkräfte umgehend nach Herstellung der Kontrolle über den Osten Jerusalems zur Verwaltung an die muslimische Waqf-Behörde zurückübertragen. Juden ist es nach wie vor nicht gestattet, zum Zweck des Gebets das Areal zu betreten.

Ein Junge hält beim Protest in Gaza am Montag eine palästinensische Flagge.

Vonseiten der US-Botschaft hieß es, dass Friedman sich des "Fehlers" nicht bewusst war. Seine Anwesenheit sei, so hieß es weiter, im Zusammenhang mit der Fotomontage "missbraucht" worden:

Botschafter Friedman war sich des späteren Verstoßes gegen das Bildrecht nicht bewusst, als das Foto gemacht wurde. Er war tief enttäuscht, dass irgendjemand sich einen Vorteil aus dem Besuch bei Bnei Brak verschaffte, um Kontroversen auszulösen.

Achiya bedauert Einzelaktion eines übereifrigen Angestellten

Man unterstütze die "Wahrung des Status quo auf dem Haram Al-Scharf/Tempelberg". In der israelischen Presse war zu lesen, dass die US-Botschaft zudem eine Entschuldigung vonseiten Achiyas erwartet. Vonseiten der Organisation hieß es dann auch, man entschuldige sich aus tiefstem Herzen. Die Modifizierung des Bildes sei von einem Angestellten allein ausgegangen und nicht mit der Organisation abgestimmt gewesen.

Friedman ist dafür bekannt, dass er die Siedlungspolitik Israels befürwortet. Washington hat seine diesbezüglichen Aussagen bislang in einigen Fällen relativiert. Friedman bevorzugt es auch, die umstrittenen Gebiete westlich des Jordan, für die sich im internationalen Sprachgebrauch die Bezeichnung "Westjordanland" eingebürgert hat, mit ihren ursprünglichen biblischen Namen Judäa und Samaria zu benennen. Am Sonntag beschuldigte er die liberalen Medien, die Hamas-Terroristen zu "glorifizieren". Damit nahm er Bezug auf die jüngste Berichterstattung zu den blutigen Proteste im Gazastreifen. 

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