Hisbollah gewinnt Parlamentswahlen im Libanon

Hisbollah gewinnt Parlamentswahlen im Libanon
Ein Autofahrer wirbt in Beirut mit dem Konterfei von Hisbollah-Chef Sayyed Hassan Nasrallah bei den Parlamentswahlen im Libanon.
Bei der ersten Parlamentswahl im Libanon seit neun Jahren kommen die schiitische Hisbollah und deren Alliierten ersten Ergebnissen zufolge auf mehr als die Hälfte der Sitze.

Große Machtverschiebungen in dem multikonfessionellen Land seien dabei weitgehend ausgeblieben, berichteten lokale Medien. Nur einige Neulinge hätten den Sprung ins Abgeordnetenhaus geschafft. 

Im Libanon ist der Wahlkampf im vollen Gange. Die Plakate zeigen Premierminister Saad al-Hariri und den Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah.

Es wurde bereits vorher angenommen, dass die Hisbollah in den meisten Wahlbezirken, in denen sie Kandidaten aufstellt, gewinnen würde. Das Bündnis des sunnitischen Ministerpräsidenten Saad Hariri hat Angaben zufolge einige Sitze, vor allem in der Hauptstadt Beirut, verloren, scheint aber noch immer der stärkste Kandidat für eine Regierungsbildung zu sein. Laut Verfassung muss der Regierungschef im Libanon ein Sunnit sein.

Die Parlamentswahl stand unter dem Eindruck des Krieges in Syrien und geopolitischen Machtkämpfen in der Region. Die Hisbollah-Miliz kämpft an der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Nachbarland. Regierungschef Hariri gilt als enger Vertrauter der sunnitischen Führungsmacht Saudi-Arabien.

Derweil kommentierte der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett am Montag auf Twitter zum starken Abschneiden der Schiitenorganisation Hisbollah bei der Parlamentswahl im Libanon:

Die Ergebnisse der libanesischen Wahlen stärken die Einstellung, die wir seit einiger Zeit haben: Hisbollah gleich Libanon", schrieb Bennett.

Des Weiteren kündigte Bennett an:

Der Staat Israel wird zwischen dem souveränen Staat Libanon und der Hisbollah nicht unterscheiden und wird den Libanon für jegliche Aktivitäten von seinem Gebiet aus verantwortlich machen."

Israel und die Hisbollah führten zuletzt 2006 einen Krieg gegeneinander. Offiziell befinden sich Israel und der Libanon weiterhin im Krieg. Bennett ist Vorsitzender der national-religiösen israelischen Koalitionspartei Jüdisches Heim.