Netanjahu über Konfrontation mit dem Iran: "Besser jetzt als später"

Netanjahu über Konfrontation mit dem Iran: "Besser jetzt als später"
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu
Trumps Entscheidung über die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran rückt näher. Netanjahu kündigt „Entschlossenheit“ im Kampf gegen Teherans Aufrüstung in Syrien an. Derweil droht der israelische Energieminister Assad mit seinem „Ende“.

Im Hinblick auf dessen Militärpräsenz in Syrien sollte eine Konfrontation mit dem Iran nach Ansicht des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu "besser jetzt als später" erfolgen. Netanjahu erklärte am Sonntag zu Beginn der Kabinettssitzung in Jerusalem:

Wir sind fest entschlossen, die iranische Aggression noch in den Anfängen zu stoppen, auch wenn dies mit einem Kampf verbunden ist.

Israel wolle keine Eskalation, sei aber auf jedes Szenario vorbereitet.

Der wachsende regionale Einfluss des Iran und seine Militärpräsenz in Syrien sind Netanjahu seit Beginn des internationalen Stellvertreterkrieges in Syrien ein Dorn im Auge - da er sie nach Ansicht geopolitischer Beobachter als Bedrohung der Interessen Israels ansieht.

Netanjahu zeigt sich davon überzeugt, dass Teheran beabsichtige, gemeinsam mit der Hisbollah eine neue Frontlinie gegen Israel in Syrien zu errichten. Teheran betonte hingegen erneut, dass der Iran auf Ersuchen der syrischen Regierung vor Ort gegen sunnitische Extremisten agiere.

Wenige Tage nach der international auf Kritik gestoßenen Präsentation Netanjahus, der zufolge Teheran ein geheimes Nuklearprogramm betreibe, behauptet der israelische Premierminister nun, dass der Iran es gemeinsam mit der Hisbollah auf Israel abgesehen habe. Demnach sei es erwiesen, dass die iranischen Revolutionsgarden in den vergangenen Monaten hochmoderne Waffen nach Syrien geschafft hätten,

um uns an der Front und an der Heimatfront zu treffen", sagte Netanjahu.

Bei diesen Waffen handele es sich um Kampfdrohnen, Boden-Boden-Raketen und iranische Flugabwehrsysteme.

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Derweil drohte ein israelischer Minister dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit seinem "Ende", sollte er iranische Angriffe auf Israel von Syrien aus zulassen.

Wir sind nicht an einem Krieg mit dem Iran oder anderen interessiert", sagte der israelische Energieminister Yuval Steinitz am Montag der Nachrichtenseite ynet.

Der Iran beabsichtige laut dem israelischen Politiker, Syrien in eine Militärbasis zu verwandeln.

Aber wir dürfen es dem Iran nicht erlauben, Syrien in eine Militärbasis zu verwandeln - der (iranischen) Revolutionsgarden, der Luftwaffe, der Luftabwehr, ballistischer Raketen, die uns bedrohen.

Teheran ist neben Russland und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah Assads wichtigster Verbündeter, und sowohl der Iran als auch Russland befinden sich auf Einladung der syrischen Regierung im Land.

Israel hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Angriffe gegen Ziele in Syrien geflogen, bei denen nach offiziellen Angaben zuletzt auch iranische Militärangehörige getötet wurden. Teheran behielt sich Vergeltungsmaßnahmen vor.

Das israelische Fernsehen berichtete am Montag unter Berufung auf Sicherheitskreise, man rechne mit Angriffen von Verbündeten des Iran auf militärische Ziele im Norden Israels.

Steinitz sagte der Nachrichtenseite:

Wenn Assad es dem Iran erlaubt, Syrien in eine Militärbasis gegen uns zu verwandeln, uns von syrischem Gebiet aus anzugreifen, muss er wissen, dass das sein Ende ist, das Ende seines Regimes.

Israels Beziehungen zu Russland seien gut, aber Moskau müsse verstehen, dass es für Israel "rote Linien" gebe, polterte Steinitz, der auch Mitglied des israelischen Sicherheitskabinetts ist.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte sich vor wenigen Tagen in einer Ansprache direkt an die USA und deren Verbündete gewandt. Hintergrund war die Ankündigung Trumps, das Atomabkommen mit Teheran womöglich nicht erneut zu ratifizieren, und die vermeintliche Präsentation von Beweisen für ein geheimes iranisches Nuklearprogramm durch Benjamin Netanjahu.

"Anders als die US-Verbündeten in der Region, die bewaffnete Gruppen wie al-Qaida, die Taliban und den IS gehirngewaschen, finanziert und bewaffnet haben", sei der Iran "maßgeblich daran beteiligt", diese extremistischen Strömungen zu besiegen, argumentierte Sarif.

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