Israels Waffenexporte erreichen Rekordsumme von 9,2 Milliarden US-Dollar

Israels Waffenexporte erreichen Rekordsumme von 9,2 Milliarden US-Dollar
Innerhalb eines Jahres hat Israel seine Waffenexporte um fast die Hälfte gesteigert. Hauptabnehmer ist der asiatische Raum, besonders Indien. Exporte nach Afrika steigen trotz Beschränkungen enorm an. Zukünftig werden NATO-Staaten interessant.

Wie die Direktion für Internationale Verteidigungszusammenarbeit (SIBAT) des Verteidigungsministeriums bekannt gab, vergrößerte sich das Volumen für israelische Waffenexporte innerhalb eines Jahres um 41,5 Prozent. Die Einnahmen stiegen von 6,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf die Rekordsumme von 9,2 Milliarden im Jahr 2017.

"Dies setzt den Aufwärtstrend fort und ist für das vergangene Jahr eine sehr deutliche Steigerung", sagte der Direktor des SIBAT, Oberstleutnant Mishel Ben Baruch. Besonders günstig wirkte sich dabei die Anfang 2017 durchgesetzte Lockerung von Exportbeschränkungen und Sanktionen durch das Verteidigungsministerium auf den Handel aus. Die Veränderungen betrafen insbesondere Genehmigungen für eine Reihe von Systemen, die nach der Reform nicht mehr nötig sind.

Während NATO-Staaten wie Deutschland unter Verweis auf eine angebliche russische Bedrohung ihre Militäretats deutlich erhöhen, hat Moskau seinen eigenen stark reduziert.

Indien wird Großabnehmer

Die Hauptabsatzregion bleibt Asien mit einem Anteil von 57 Prozent, gefolgt von Europa mit 21 Prozent und Lateinamerika mit 14 Prozent. Den größten Einkauf kann Indien verbuchen, das für geschätzte zwei Milliarden US-Dollar das Luftabwehrsystem Barak-8 des Herstellers Israeli Aerospace Industries sowie andere Systeme erwarb.

Während Exporte nach Afrika nur einen Anteil von fünf Prozent ausmachen, bedeutet dies dennoch einen Anstieg des Exportvolumens um 67 Prozent auf 460 Millionen US-Dollar. Besonders kritisch sieht das Stockholmer internationale Institut für Friedensforschung (SIPRI) das zunehmende Interesse afrikanischer Staaten an israelischen Waffen. Trotz vorhandener Beschränkungen für schwere Waffen ist insbesondere bei Kleinwaffen kaum Transparenz vorhanden. 

Europa als künftiger Wachstumsmarkt

Verteidigunsminister Avigdor Liberman sprach von einem "herausragenden Erfolg in jeglicher Hinsicht", der durch die harte Arbeit des SIBAT ermöglicht worden sei.

Positiv sieht das Verteidigungsministerium die künftigen Budgeterhöhungen verschiedener NATO-Staaten. Ben Baruch sieht Europa als bedeutendes Ziel für Rüstungsgeschäfte, vor allem im Hinblick auf "Grenzabwehr, die Folgen der Einwanderung und alle Aspekte des Terrorismus".

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