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Syrien: Großbritannien verwendet thermobare Raketen im Drohnenkrieg

Syrien: Großbritannien verwendet thermobare Raketen im Drohnenkrieg
In Syrien kommen britische Reaper-Drohnen verstärkt zum Einsatz (Symbolbild zeigt eine Drohne der US-Luftwaffe).
Großbritannien hat bewaffnete Drohneneinsätze in Syrien in den ersten drei Monaten des Jahres stark ausgeweitet. Dabei wurden häufig auch thermobare Raketen abgefeuert. Bislang hielt sich London über die von Menschenrechtlern kritisierte Waffenart bedeckt.

Laut dem britischen Verteidigungsministerium hat das Vereinigte Königreich in den ersten drei Monaten dieses Jahres so viele bewaffnete Einsätze von Drohnen in Syrien durchgeführt wie in den vorangegangenen 18 Monaten zusammengenommen.

Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Internetplattform Drone Wars UK im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes hervor. Damit hätten die britischen Reaper-Drohnen in Syrien mehr Raketen abgeschossen als die Tornado-Bomber, obwohl London stets beteuere, dass die Drohnen in erster Linie zu Aufklärungszwecken eingesetzt würden, so Drone Wars UK.

Die Plattform spekuliert, dass in der Antwort durch einen "gewissenhaften" Mitarbeiter des Ministeriums unbeabsichtigt die Verwendung sogenannter thermobarer Waffen offengelegt wurde. Denn darin werden die beiden Typen der "Hellfire"-Raketen ("Höllenfeuer") benannt, die bei den Drohneneinsätzen in Syrien abgeschossen wurden. Neben Raketen des Typs AGM-114R2, die 44-mal in den letzten drei Monaten zum Einsatz kamen, wird auch der Raketentyp AGM-114N4 erwähnt, der 19-mal abgeschossen wurde.

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Bei letzterem handelt es sich um eine thermobare Waffe, bei der ein explosives Aerosol-Gemisch in der Luft verteilt und gezündet wird. Auf die dadurch ausgelöste hohe Druckwelle folgt laut Wikipedia "eine Phase, in der der durch die Explosion entstandene Unterdruck ein Zurückströmen der umgebenden Luft ins Zentrum der Explosion bewirkt. Der verdrängte und nicht explodierte Teil der brennbaren Substanz wird dabei durch den Unterdruck wieder zurückgesaugt, wobei er in alle nicht luftdicht verschlossene Objekte eindringt und diese verbrennt. Erstickung und innere Schäden bei Mensch und Tier sind – selbst wenn sie sich während der eigentlichen Explosion außerhalb des Radius der sofortigen Einäscherung befanden, zum Beispiel in tieferen Tunneln – die Folgen, zum einen durch die Druckwellen und den Sauerstoffentzug, nun aber auch durch den quasi von den Objekten selbst 'eingeatmeten' Feuerball."

Aufgrund ihrer Wirkungsweise werden thermobare Sprengkörper auch als Vakuum-Bomben bezeichnet. Menschenrechtsgruppen verurteilen die Verwendung solcher Waffen. Drone Wars UK weist in diesem Zusammenhang auf einen Artikel der Times aus dem Jahr 2008 hin. Darin heißt es, dass "die Waffen so umstritten sind, dass Waffen- und Rechtsexperten des Verteidigungsministeriums 18 Monate lang darüber diskutierten, ob britische Truppen sie benutzen können, ohne gegen internationales Recht zu verstoßen".

Die Debatte endete damit, dass die Waffe einfach zu einer "verstärkten Sprengrakete" erklärt wurde. Im Jahr 2010 weigerte sich das Verteidigungsministerium noch ausdrücklich, im Unterhaus die Frage zu beantworten, ob britische Drohnen die thermobare Version der Hellfire-Raketen verwenden.

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